Wolfach "Wo es hingeht, weiß halt keiner"

Bauhofleiter Maik Knötig am Ortseingang von Wolfach: Der blumige Willkommensgruß in Form des Wolfacher Stadtwappens, der Wolfsangel, musste während der vergangenen heißen Tage oft gegossen werden. Foto: Jehle Foto: Schwarzwälder Bote

Flora und Fauna atmen derzeit auf – der Hitzesommer neigt sich seinem Ende zu. Die lang anhaltende Trockenheit und hohen Temperaturen haben auch Kommunen in der Pflege von Grünanlagen vor große Herausforderungen gestellt.

Wolfach . Der Schwabo hat beim Bauhof der Stadt Wolfach nachgefragt, wie sich Arbeitsaufwand und Kosten zeigen. Seit Ende März/Anfang April wurden die Grünanlagen laut Bauhofleiter Maik Knötig fast täglich rund zehn Stunden bewässert. Dafür wurde das Wasserfass des bürgersteigtauglichen Ladogs sechs mal befüllt, was einem täglichen Verbrauch von 6000 Litern Wasser entspricht.

Auch das Netz der Kleinen Kinzig ist gefragt : "Rund 640 Kubikmeter Wasser wurden bisher benötigt", schätzt Knötig. Mit diesen Mengen sind auch die Tiefbrunnen beim Bauhof und am Narrenbrunnen überfordert. Und neuesten Zahlen zufolge mussten zusätzlich rund 300 Kubikmeter aus dem Netz der Kleinen Kinzig entnommen werden. Das kostet. Denn laut Informationen der Stadt bezahlt die Kommune 2,80 Euro pro Kubikmeter.

Neue Aufgabenverteilung wegen Mitarbeiterengpässen: Verschärft hat sich laut Knötig die Lage aufgrund langfristiger krankheitsbedingter Personalausfälle. "Wir mussten alles umorganisieren", so der Bauhofleiter. Mitarbeiter, die normalerweise für die Gebäudeunterhaltung oder den Fuhrpark zuständig sind, wurden für die Bewässerung der Grünflächen, Heckenschneiden und Rasenmähen rekrutiert. Experten rücken mit Spritzenwagen aus : Froh ist Knötig auch über die Unterstützung der Feuerwehr. Bei der Bewässerung der Bäume braucht es 120 bis 200 Liter Wasser, die tief ins Erdreich fließen müssen, um die Wurzel überhaupt zu erreichen. "Wir sagen Bescheid, und die Feuerwehr rückt dann abends mit dem Spritzenwagen aus", erläutert der Bauhofleiter die Logistik. Mit Glück reicht das Wässern der Bäume für einige Zeit aus. Aufgrund der guten Pflege sind bis jetzt keine größeren Schäden entstanden. "Da verursacht der nächtliche Vandalismus, wie erst kürzlich wieder, mehr Verluste", so Knötig. Er kann nur den Kopf schütteln ob des Unverstands mancher Personen. Der Wetterbericht wird natürlich akribisch verfolgt, und das nicht nur wegen der Trockenheit.

Gewitterschäden nehmen zu :  Sorgfältig werden auch die Pegelstände der Gewässer geprüft. Bei Unwetter geschehe es schnell, dass kleinere Bäche über die Ufer treten und das plötzliche Übermaß an Wasser Schäden anrichtet. Das entsprechende Messgerät wurde vom Land zur Verfügung gestellt und kann über eine App, eine sogenannte Anwendungssoftware für Mobilgeräte, verfolgt werden.

Die Gewitterschäden haben laut Knötig definitiv zugenommen. Seiner Ansicht nach ändert sich wettertechnisch auf jeden Fall etwas – und zwar sommers wie winters. "Wo es hingeht, weiß halt keiner", meint der Bauhofleiter. Für die kommenden Wochen steht laut den Prognosen ein warmer Spätsommer bevor; es darf zunächst erst einmal weiterhin gegossen werden.

Die Nachbargemeinde Oberwolfach vermeldet auf Nachfrage des Schwabo einen ähnlichen Stand der Dinge. Bauhofleiter Martin Klausmann teilte mit, dass während des Hitzesommers zwischen 800 und 1000 Liter täglich für die Bewässerung der Oberwolfacher Grünflächen nötig sind.

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