Nach Corona-Ausbruch Wolfacher Johannes-Brenz-Heim wieder für Besucher geöffnet

Nach dem Corona-Ausbruch im Johannes-Brenz-Heim hat sich die Lage wieder deutlich beruhigt. Foto: Beule

Die Erleichterung im Wolfacher Johannes-Brenz-Heim ist spürbar: Nach der Corona-Infektionswelle kehrt das Heim nun langsam in den Normalzustand – freilich unter Pandemie-Bestimmungen – zurück. Und auch Besuche sind nun wieder erlaubt.

Wolfach - "Die Situation hat sich deutlich entspannt", bestätigt Geschäftsführer Markus Harter im Gespräch. Nachdem im Februar die ersten Fälle unter den Bewohnern festgestellt wurden, infizierten sich in der Folgezeit 46 Senioren, einer davon im Betreuten Wohnen. 16 Bewohner verstarben. Auch 24 Mitarbeiter waren betroffen. "Das ist die traurige Bilanz der Geschichte", so Harter.

Auch darum habe am Dienstagder vergangenen Woche intern eine Gedenkfeier mit den Mitarbeitern stattgefunden. "Damit alle nochmal Abschied nehmen konnten", sagt er. Dort sei auch beschlossen worden, die Schutzmaßnahmen vorsichtig zurückzunehmen, nachdem es seit Ende März keine neuen Corona-Fälle mehr gab. "Wir haben uns aber bewusst noch die Ostertage Zeit genommen", so Harter weiter. Auch, um die Rückkehr zum Zustand vor dem Ausbruch organisatorisch vorzubereiten und die Senioren nicht zu überfordern.

Am Montag vergangener Woche stand für Mitarbeiter und Senioren, die sich nicht infiziert hatten, der ersehnte erste Impftermin an. Das Angebot sei von allen gut angenommen worden, erklärt Harter. "Für uns ist es ein wichtiger Schritt zurück zur Normalität."

Erster Impftermin liegt hinter den Senioren

Nun werde langsam und behutsam wieder geöffnet. Besuche seien zwar erlaubt, "aber keine Menschenmassen", so Harter. Aber die Angehörigen gingen allesamt verständnisvoll mit der Situation und den Auflagen (siehe Info) um. Die Mahlzeiten können teils wieder gemeinsam eingenommen werden, auch wenn der offene Mittagstisch noch nicht wieder angeboten wird. Die Mitarbeiter arbeiten zudem nicht mehr in Vollschutz, sondern nur noch da, wo es notwendig sei. Natürlich sei eine FFP2-Maske aber weiterhin überall Pflicht.

Die Gruppenangebote seien zwar noch nicht wieder aufgenommen worden, aber auf den Stockwerken könne nun wieder die Gemeinschaft gepflegt werden. "Es ist einfach schön zu sehen, dass wieder Leben auf den Fluren herrscht und sich unterhalten wird", so Harter. Das ganze sei eine bedrückende Situation gewesen.

Mittlerweile würden auch wieder neue Bewohner aufgenommen, wenn auch unter Auflagen. Er – und auch die Mitarbeiter – seien dankbar dafür, dass man trotz der schwierigen Situation nicht das Vertrauen in die Einrichtung verloren habe, betont der Geschäftsführer.

Das Brenzheim öffne aber bewusst langsam. Auch, weil viele der Mitarbeiter erkrankt waren. "Von Null auf Hundert klappt da nicht immer", erklärt Harter. "Wir sind zwar noch nicht wieder ganz beim Normalzustand, aber auf einem guten Weg dahin."

Wer das Brenzheim besucht, muss einen negativen Schnelltest vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Für Besucher wurden zudem Test-Korridore eingeräumt. Auch Tests aus kommunalen Testzentren oder anderen Einrichtungen werden anerkannt, allerdings keine Selbsttests. Im Heim ist das Tragen einer FFP2-Maske Pflicht, diese werden bei Bedarf auch zur Verfügung gestellt. Zudem sollten die Hände desinfiziert werden.

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