Wolfach "Regionales Einkaufen ist gefragt"

Die Raiffeisen Kinzigtal hat trotz Corona, Lockdown und abgesagten Festen ihren Umsatz gesteigert. Vorstand Thomas Dieterle erklärte, warum die Produkte der Genossenschaft immer gefragter werden.

Wolfach. "Regionales Einkaufen wird immer wichtiger. In einer globalisierten Welt überzeugen regionale Produkte und sind besonders attraktiv", sagt Ulrich Wiedmaier, der stellvertretende Bürgermeister aus Wolfach. In der Hauptversammlung der Genossenschaft Raiffeisen Kinzigtal zeigt sich dies eindrucksvoll anhand der Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres: Obwohl viel weniger Weine und Getränke verkauft werden konnten, ist der Umsatz dank Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und der Grünen Theke (siehe Info) gestiegen.

Der Raiffeisenmarkt in Wolfach erzielte aus dem reinen Barverkauf 1,5 Millionen Euro Umsatz, das entspricht einer Steigerung von 26 Prozent. Im Bereich Großhandel, also bei der Belieferung von Gastronomen, Vereinsgaststätten und bei Veranstaltungen, ging der Umsatz des Wolfacher Markts allerdings um 32 Prozent zurück.

Trotz der Einbußen durch die Corona-Pandemie sei das Ergebnis laut Vorstand Adrian Steiner, der den Geschäftsbericht vorstellte, beeindruckend. Die Läden in Wolfach, Schiltach, Hausach, Biberach sowie in Gengenbach, Schapbach, Oberharmersbach und in Durbach durften alle geöffnet bleiben, da sie als systemrelevant galten.

"Der Großhandel mit der Belieferung der Gastronomie erholt sich seit dem Lockdown so langsam. Wir können aber noch nicht von Normalbetrieb sprechen und das wird auch noch lange dauern", prognostiziert Steiner.

Pandemie bleibt weiter eine Herausforderung

Dass die Genossenschaft mit derzeit 89 Mitarbeitern dennoch ein Plus einfahren konnte, sei der harten Arbeit geschuldet und erfülle ihn mit Respekt.

Das findet auch Siegfried Wörner, der Vorstandsvorsitzende der Winzergenossenschaft Durbach: "Wer es schafft, den Umsatz sogar in Corona-Zeiten zu halten oder noch zu steigern., dem gebührt ein großes Lob." Auch den Mitarbeitern sei dies zu verdanken, sie begrüßten die Kunden im Markt immer fröhlich, "beraten toll und helfen den älteren Menschen beim Tragen der Ware bis ins Auto. Da gehe ich gerne hin."

Nach diesen Lobesworten verwundert es auch nicht, dass alle Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder von den Anwesenden ausnahmslos einstimmig wiedergewählt wurden. Johannes Zapf schied aus Altersgründen aus dem Aufsichtsrat aus.

Steiner sieht sich und seine Kollegen aber trotz aller positiven Nachrichten auch weiterhin vor einer "riesigen Herausforderung". Weil es bis auf das bereits stattgefundene Weinfest in Durbach immer noch keine Großveranstaltungen gibt, müsste der Verkauf von Weinen und Getränken weiterhin durch die Kunden in den Läden kompensiert werden.

Um das zu schaffen, will die Genossenschaft noch mehr auf einen engen Kontakt mit den Landwirten setzen und das Sortiment ausbauen. Bereits jetzt kontrolliere er mit seinen Kollegen die Qualität der Waren auf jedem Hof und bei jedem Erzeuger selbst, erzählt Steiner.

"Qualität hat einen Namen: Raiffeisen Kinzigtal. Nicht umsonst lautet unser Slogan ›Grenzenlos regional‹, das merken auch unsere Kunden immer mehr." Genau diese Regionalität sei der Schlüssel zum Erfolg und könne dazu beitragen, dass die Raiffeisen Kinzigtal auch im Jahr 2021 trotz Einschränkungen weiter wächst und die Krise meistert.

Die Grüne Theke in den Raiffeisen-Märkten bietet den Kunden Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch und frische Backwaren direkt vom Erzeuger. Mit dem Kauf dieser Produkte soll laut der Philosophie der Erhalt heimischer Betriebe und die Offenhaltung der Landschaft unterstützt sowie lange Transportwege vermieden werden.

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