Platz drei seit Aufzeichnung Nur 2003 und 2019 war es wärmer

Im Vergleich zum Vormonat war der Juni in diesem Jahr wieder deutlich wärmer. Foto: Schmalz

Wolfach - Nach einem rekordverdächtig kalten Mai gibt es im Juni wieder eine Überraschung: Die Temperatur ist im Vergleich zum vorangegangenen Monat wieder deutlich gestiegen.

Es war schon ein etwas ungewöhnlicher Wandel – nach dem kältesten Mai seit 30 Jahren folgte der drittwärmste Juni der Wolfacher Messreihe. Nur die Junimonate der Extremjahre 2003 und 2019 waren noch wärmer. Mit einem Anstieg der Mitteltemperatur von 8,3 Grad im Mai zum Juni war der Sprung der Temperatur genau so stark wie 2019 und damit auf Rekordniveau. Da sich diese Wärme nicht wie in den Vorjahren mit Trockenheit verpaarte, sondern deutlich zuviel Regen vom Himmel kam, war das Thema Dürre in diesem Jahr nicht in den Schlagzeilen.

Der Juni begann mit sonnigem und angenehm warmem Wetter. Nach den ersten Tagen kam es ab dem fünften Tag zu regnerischem und kühlerem Wetter, tagsüber blieben die Temperaturen meist unter 20 Grad. In der Mitte des Monats sorgte die einzige mehrere Tage andauernde Hochdruckwetterlage für sonniges und recht warmes, bis zum Ende hin auch sehr heißes Wetter. Die Temperaturen kletterten örtlich sogar bis über 35 Grad. Wolfach verzeichnete mit +34,6 Grad nach Waghäusel-Kirrlach (+36,2 Grad) und Bad Mergentheim (+35,0 Grad) die dritthöchste Temperatur im vergangenen Monat in Baden-Württemberg.

Mit einer Hochdruckzone erreichten uns dann zusehends schwülwarme Luftmassen aus Südwesten, die wieder zu Regen führten. Begleitet war dies zeitweise durch Gewitter, mancherorts sogar begleitet durch Hagel und extremen Starkregen sowie schwere Unwetterschäden.

Die Region Wolfach kam weitgehend glimpflich davon, bemerkenswert war allerdings ein kurzes Gewitter mit Starkniederschlag von 19 Litern pro Quadratmeter in nur 20 Minuten am 23. Juni. Am 29. Juni gab es einen heftigen Gewittersturm mit einigen umgeworfenen Bäumen und Astbrüchen. Diese zu nasse und örtlich unwetterartige Wetterlage bestimmte das gesamte letzte Junidrittel.

Verglichen mit den langjährigen Tagesmitteltemperaturen, waren in diesem Juni nur wenige Tage etwas zu niedrig temperiert. Diese gab es vorwiegend im letzten Junidrittel an starken Regentagen. Zur Monatsmitte lagen die Tagesmittel dagegen mit bis zu sieben Grad Überschuss deutlich im überdurchschnittlichen Bereich. Die sommerlichen Temperaturen fanden auch Ausdruck in einer merklich höheren Anzahl von Sommer- und Hitzetagen.

Mit Ausnahme der Tage vom 11. bis 17., die sich für eine trockene Heuernte eigneten, regnete es im Juni fast täglich, allein acht Tage wiesen Mengen von mehr als 10 Liter auf. Das sorgte für einen deutlichen Niederschlagsüberschuss von 72 Prozent.

Die Hochdrucklage zur Monatsmitte sorgte auch vorwiegend dafür, dass die Sonne im Juni ihr Soll gerade so erfüllen konnte. Neun Stunden mehr als im langjährigen Durchschnitt schien die Sonne und zeigte so, dass auch regenreiche Monate durchaus nicht gänzlich mit Sonne geizen müssen.

Monatsmittel: +18,9 Grad Abweichung: +1,9 Grad (Mittel 61-90 +3,5 Grad)

Maximum: +34,6 Grad am 18. Juni

Minimum: +6,1 Grad am 1. Juni

Hitzetage: 6 Tage (+5 Tage)

Sommertage: 20 Tage (+11 Tage)

Niederschlagssumme: 189,3 Liter/qm (172%)

Größte Tagesmenge: 28,3 l/qm am 24.

Niederschlagstage: 19 (+3 Tage)

Sonnenscheindauer: 205,9 Stunden (105%)

  • Bewertung
    0