Wolfach Nepomuk ist zurück am Gassensteg

Nachdem er im August vom Wolfacher Gassensteg abgeholt wurde, steht er nun wieder an seinem angestammten Platz: Die Rede ist von Nepomuk. Am Freitag ist die Figur nach der Restaurierung von der Stadtverwaltung enthüllt worden.

Wolfach. Und plötzlich stand er wieder auf seinem Sockel: Am vergangenen Samstag ist der Brückenheilige wieder an seinem angestammten Platz aufgestellt worden. Etwas früher als geplant – und zunächst noch verhüllt. "Ich hatte eigentlich gesagt, dass es vor Allerheiligen nichts mehr wird – aber wegen des Wetters mussten wir ran", erklärte Restaurator Horst Muschalla aus Lautenbach. "Eines haben Sie jedenfalls erreicht: Sie haben damit für Verwunderung allerorten gesorgt", scherzte Bürgermeister Thomas Geppert beim Ortstermin am Gassensteg, wo er den Einsatz Muschallas lobte. Seinen Dank richtete der Bürgermeister auch an das Ehepaar Maria und Jürgen Grieshaber, die die Restaurierung der Figur spendeten. "Es war ihnen ein Anliegen, dass er wieder in die Welt schaut", erklärte Geppert. das Ehepaar sei im Zuge der Arbeiten am Gassensteg auf die Stadt zugekommen.

Der Restaurator erklärte sodann, was während der vergangenen rund zwei Monate an der Figur gemacht wurde. Den untersten Sockel datierte er aufgrund der Verzierungen etwa auf die Renaissance-Zeit, den oberen auf das Barock. Die Figur selbst stamme wohl aus dem Jahr 1756. "Im Laufe der Jahre muss sie wohl auch mal vom Sockel gefallen sein", schätzt der Fachmann, denn die Figur weise einen Bruch auf und auch die linke Hand sei bereits einmal neu modelliert worden. Er selbst habe Stellen am Rücken der Figur ausgebessert und kleinere Details bearbeitet.

Sein buntes Äußeres erhielt der Brückenheilige mit einer Mineralfarbe. Die sei im Gegensatz zur alten Dispersionsfarbe atmungsaktiver und lassen den Sandstein atmen, erklärte der Fachmann. "Jetzt wirkt er auch freundlicher", sagte Muschalla über die geänderte Farbgebung.

Neue Farben wirken freundlicher

Er habe eine Probe gemacht und unter dem alten Anstrich keine weiteren Farbschichten mehr gefunden, die einen Anhaltspunkt auf die ursprüngliche Farbe hätten geben können.

Die Arbeitsstunden, die in die Restaurierung der Figur geflossen seien, habe er nicht gezählt. Einige Details müsse er noch nachbessern, etwa die Setztfuge zwischen den Sockeln und der Figur. Aufgrund der feuchten Witterung und des drohenden Frosts könne er die fehlenden Kleinigkeiten aber erst im kommenden Frühjahr angehen.

Die Figur wird künftig übrigens von zwei LED-Leuchten angestrahlt, die im Zuge der Geländer-Arbeiten am Gassensteg installiert wurden.

Entsprechend der Bedeutung von Brücken wurden diese in katholischen Gebieten verschiedenen Heiligen geweiht. Mit Beginn des 18. Jahrhunderts wurden Brücken mit plastischen Figuren versehen. Seit der Heiligsprechung des Nepomuks ist dieser der häufigste Brückenheilige. Er wird fast immer mit einem Kruzifix oder einer Märtyrerpalme und einem Kranz von fünf Sternen dargestellt.

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