Wolfach Klangkörper wie aus einem Guss

Trompeter Lukas Eberle überzeugte mit seinem Solo in "Malaguena" und erntete viel Applaus. Foto: Jehle Foto: Schwarzwälder Bote

Fast fünf Stunden erstklassige Blasmusik begeisterte ein großes Publikum beim Sommerfest der Trachtenkapelle Kinzigtal. Die Formation "Jörg Bollin und das Mährische Feuer" brachte das Zelt in Stimmung und ließ die kühlen Temperaturen vergessen.

 

Wolfach-Halbmeil. Einige der Gäste hatten eine weite Anfahrt auf sich genommen, um in den Genuss des tollen Konzerts am Samstag zu kommen. Hierüber und auch über die Anwesenheit zahlreicher treuer Stammgäste freute sich Michael Heizmann, Vorsitzender der Trachtenkapelle, in seiner Begrüßung. "Blasmusik der Spitzenklasse und aus Leidenschaft", kündigte Heizmann die Musikanten, die bereits zum zweiten Mal in Halbmeil aufspielten, an und versprach damit nicht zu viel.

Mit der "Mulle Polka", komponiert von Dirigent Jörg Bollin, gelang ein schwungvoller Start in den Abend. Die 14 Musiker beeindruckten durch ihr exzellentes Zusammenspiel und folgten als Klangkörper wie aus einem Guss ihrem musikalischen Leiter.

Herausragende solistische Höhepunkte gab es mehrere wie etwa die jubilierenden Klarinetten von Elias Zuckschwerdt und Tim Strittmatter in dem Stück "Himmelszauber". Trompeter Lukas Eberle überzeugte dermaßen mit seinem Solo in "Malaguena", dass die Zuhörer mit einem Riesenapplaus eine Zugabe einforderten. Der 20-Jährige lieferte am Samstag seine Premiere bei dem "Mährischen Feuer" ab und spielte die meisten Titel ohne vorherige gemeinsame Probe. Viele Fans erkannten ihn wieder, denn vergangenes Jahr trat er mit den "Vollblutmusikanten" in Halbmeil auf.

Reichlich verblüfft war Conferencier Werner Müller, als er mitten in seiner Moderation vom Vorsitzenden der Trachtenkapelle unterbrochen wurde. Um so mehr aber freute er sich über den Grund: Heizmann gratulierte ihm zum 57. Geburtstag und sang gemeinsam mit den Festzeltbesuchern aus voller Brust ein Ständchen. Gerührt bedankte sich Müller für die Glückwünsche. "Heut reiss e mer das Zelt ein", spielte er auf das stetig steigende Stimmungsbarometer an. Mit seinen lockeren Sprüchen und zur Freude des Publikums auch schlüpfrigen Witzen sorgte er für viele Lacher.

Bis weit nach Mitternacht loderte das "Mährische Feuer" und nahm die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise durch die Blasmusik. Mehrere Zugaben wie "Hey Jude" rundeten den gelungen Abend ab.

"Jörg Bollin und das Mährische Feuer" ist eine hochkarätige Blasmusikformation, die aus 14 erstklassigen, professionellen Instrumentalsolisten aus dem süddeutschen Raum besteht. Das Repertoire stammt überwiegend aus der Feder von Bollin und umfasst böhmisch-mährische Blasmusik, Titel im Big-Band-Sound und klassische Einlagen.

  • Bewertung
    0