Erlös des Geisterspiels soll Bedürftigen zugute kommen Fußballer unterstützen Hornberger Tafel

v.l. Ernst Dieterle, Sabine Scholz, Petra Mader, (alle AWO), Peter Buchholz, Ralf Neef und Joachim Wöhrle vom FC Wolfachauf der Bank Henriette und Erich Haas (AWO) Foto: Jehle

Wolfach/Hornberg - Mit dem fiktiven Geisterspiel zwischen der Fortuna Düsseldorf und den Stuttgarter Kickers will der FC Wolfach die Hornberger Tafel unterstützen. Die Fußballfreunde haben die ehrenamtlichen Helfer nun vorab besucht.

Allen Fußballfreunden im Kinzigtal soll das 100-jährige Jubiläum des FC Wolfach im Gedächtnis bleiben – auch jenen, die nicht viel haben. Der Erlös des fiktiven Spiels im Oktober geht an den Tafelladen in Hornberg.

Die beiden Vorstandschaften der AWO (Tafel Hornberg) und des FC 1920 Wolfach haben sich deshalb in Hornberg zum Austausch getroffen. "Schön, dass ihr da seid und euch persönlich einen Eindruck davon verschaffen wollt, was wir hier machen", begrüßte Vorsitzende Henriette Haas die Wolfacher.

Qualitative Lebensmittel zu günstigen Preisen

Aussagekräftig verweisen schon die Preisschilder hinter dem Verkaufstresen, die Weckle für zehn Cent und Brot für 30 Cent anbieten, auf die Idee des Tafelladens: "Wir verkaufen qualitativ einwandfreie Nahrungsmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können", erklärte Haas.

Die Waren kämen derzeit von elf verschiedenen Bäckereien und Lebensmittelhändlern. Zum Kundenkreis des Tafelladens gehören Rentner, Alleinerziehende, Arbeitssuchende, Asylbewerber und eine große Gruppe an Erwerbsunfähigen. "Kann dann jeder, der hier einkauft, theoretisch den Einkaufswagen füllen?", fragte Peter Buchholz. In der Theorie sei das möglich, antwortete Haas, in der Praxis jedoch nicht.

Voraussetzung sei zunächst einmal die Vorlage eines Ausweises, der die Bedürftigkeit des Einkaufenden belegt. Außerdem werde bei der Ausgabe von Lebensmitteln pragmatisch danach entschieden, ob eine Familie mit sieben Kindern hinter dem Ausweis steht oder ein Alleinstehender. "Es kommt auch immer darauf an, wie viel von einem Lebensmittel da ist", meinte die Vorsitzende. Bei nur zwei Steigen Erdbeeren werde die Familien mit Kindern mengenmäßig bevorzugt.

Warteschlange vor dem Laden ist oft lang

Nicht immer läuft im Alltag alles reibungslos ab, denn die Warteschlange vor dem Laden ist oft lang. Deshalb sei ein rollierendes System eingerichtet worden, bei dem jeder die Möglichkeit hat, auch einmal als Erstes einzutreten und dann "aus dem Vollen schöpfen kann".

"Etwa 40 Menschen arbeiten im Team und zwar alle umsonst", antwortete Haas auf die Frage von Ralf Neef, der Jugendleiter beim FC ist. Auch die oft übliche Aufwandsentschädigung für Ehrenamtler entfalle. Einmal im Jahr miteinander wandern und essen ist Lohn genug, ergänzte Erich Haas, der Kassierer bei der AWO ist.

Zahlreiche weitere Schilderungen aus dem Arbeitsalltag des Tafelladens überzeugten die Abordnung des FC Vorstands, dass der Erlös aus dem fiktiven "Jahrhundertspiel" hier gut angelegt ist.

"Bis jetzt überwiegen die Kartenbestellungen aus Düsseldorf und der Schweiz", berichtet FC Vorsitzender Peter Buchholz. Die Anzahl von bisher verkauften 185 Tickets liege noch weit unter dem Traum, die Besucherzahl von 9 000 bei der Einweihung des Stadions 1953 zu erreichen.

"Eure Idee, ein Spiel auszutragen das gar nicht stattfindet, ist ausgefallen und es fehlen wegen Corona die Stammtische, um das Thema heiß zu diskutieren", meinte Erich Haas zu der bisher geringen Resonanz. Die beiden Vorstände hoffen nun, dass die Benefizaktion im Bewusstsein der Bevölkerung ankommt und noch viele Wolfacher, Kinzigtäler und Ortenauer Karten kaufen (siehe Info). Bedürftige aus dem ganzen Kinzigtal werden damit unterstützt und falls die Gutscheinaktion mit dem Kinzigtalkärtle klappt, profitieren auch die von der Pandemie gebeutelten Händler und Gastronomen in der Region davon.

Entsprechend einem klassischen Freitagabendspiel startet das "fiktive Geisterspiel" am 22. Oktober um 19.20 Uhr. Bis dahin werden auch Karten verkauft. Wer Karten erwerben will, überweist pro Ticket zehn Euro auf das Jugendkonto des FC Wolfach bei der Sparkasse Wolfach, DE88 6645 2776 0010 1307 06. Im Betreff müssen das Stichwort "Jahrhundertspiel 2021" sowie Name und Adresse angegeben werden.

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