160. Hauptversammlung der Freien Feuerwehr Wolfach Flammender Appell für Warnsystem

Die Geehrten, Gewählten und Beförderten (von oben nach unten, in jeder Reihe von links nach rechts): Manuel Rauber, Axel Schmidtke, Christian Keller, Tobias Hildbrand, Fabian Moser, Jonas Feurer, Jakub Kuc, Christina Bachlmayr-Kornmayer, Kommandant Christoph Mayer, Thomas Moser, Andreas Hauer und Bürgermeister Thomas Geppert Foto: Dorn

Feuerwehr: Stellvertretender Kommandant Christian Keller wird einstimmig wiedergewählt

Wolfach - Zwei gemessen an den Einsätzen ereignisarme Jahre bilanzierte Kommandant Christoph Mayer auf der 160. Hauptversammlung der Freien Feuerwehr Wolfach. Ausbildungs- und Probenbetrieb litten stark unter den Einschränkungen.

Diese hatten die beiden "großen" Corona-Lockdowns und der "kleine" lokale Lockdown in Wolfach mit sich gebracht. So durften sich die Wehrleute bis zu einer maximalen Gruppengröße von 25 oder einem Drittel der Mannschaftsstärke der Abteilung treffen.

Proben nur mit einer Handvoll Kameraden

Für die Kirnbacher als kleinste Abteilung bedeutete dies Proben mit gerade einmal etwas mehr als einer Handvoll Kameraden. Auch die Ausbildung der erfreulich vielen Nachwuchskräfte konnte nicht im erforderlichen Maße gefahren werden, einige wenige Fortbildungsinhalte wurden im Fernunterricht geschult. Da die Feuerwache nur zu Einsatzzwecken oder zur Erhaltung der Einsatzbereitschaft betreten werden durfte, litt auch das gesellige Beisammensein.

"Wir kommen heute zum ersten Mal seit 16 Monaten in dieser Form zusammen", so Mayer. Vor und zwischen den Lockdowns werkelten Mitglieder am neuen "Schwarz-Weiß-Raum", der Wunsch, die Spinde und damit die Umzieh-Gelegenheiten von der dreckigen Fahrzeughalle in saubere Räumlichkeiten zu verlegen war lange geplant und konnte jetzt umgesetzt werden, dabei wurden auch die Belange der langsam größer werdenden Zahl an Feuerwehrfrauen berücksichtigt.

Glücklicherweise wirkte sich die Corona-Pandemie nicht auf die Zahl der Neueintritte aus der Jugend- in die Aktivenwehr aus. Insgesamt erfüllten sich gleich ein Dutzend junger Feuerwehrbegeisterter den Traum von der Übernahme in den aktiven Dienst und für die Jugendfeuerwehr berichtete Christina Bachlmayr-Kornmayer von stabilen Gruppengrößen.

Im Bericht von Abteilungskommandant Fabian Moser für die Abteilung Kinzigtal für das Jahr 2019 wurde deutlich, wie sehr die Pandemie inzwischen das gesellschaftliche Leben im Griff hat, so war die Wehr mit Altmetallsammlung, der Teilnahme an der Dorfmeisterschaft im Fußball oder der Rätselwanderung der Narrenzunft bestens im Halbmeiler Dorfleben integriert, 2020 mussten alle Aktivitäten eingestellt werden.

Dienst in der Feuerwehr wieder neu erleben

Bürgermeister Thomas Geppert nahm in seinen Grußworten diese Stimmung auf: "Erstens: wir (als Feuerwehr) sind noch da, aber zweitens: wie geht es uns dabei?". Geppert forderte die Ehrenamtlichen auf, den Dienst in der Feuerwehr jetzt wieder neu zu erleben, wohlwissend, dass ein Jahresabschluss mit Nikolausfeier und Co. auch dieses Jahr eher unwahrscheinlich sein dürfte.

Geppert leitete auch die Wahl des stellvertretenden Kommandanten. Nach bereits vier Amtsperioden oder zwanzig Jahren zeigte sich Christian Keller alles andere als amtsmüde und wurde mit dem bestmöglichen Votum , 62 von 62 Stimme, für weitere fünf Jahre bestätigt.

Keller nutzte seine Redezeit zu einem flammenden Appell an die Politik, die Warn- und Meldesysteme in einem funktionsfähigen Zustand zu halten. Ihm sei es unerklärlich, wie es in Deutschland passieren konnte, dass Menschen um zwei Uhr in der Nacht vom Hochwasser, wie bei den Starkregen-Ereignissen in Westdeutschland geschehen, in ihren Wohnungen überrascht und die Wohnungen so zu Todesfallen werden konnten.

In Wolfach seien die Sirenen ja zumindest noch nicht abgebaut und die lokale Meldekette beginnend beim Wolfacher Meteorologen Franz Schmalz habe bisher immer gut funktioniert. Keller wäre aber nicht Keller ohne eine kritische Würdigung des Amtsschimmels. Der Umstand, dass an den neuen Unimog keine Seilwinde angebaut werden durfte, trieb dem Vollblut-Feuerwehrmann auch jetzt noch die Zornesröte ins Gesicht.

Historischer Löschgraben kann seiner Funktion nicht mehr gerecht werden

Weniger Zornesröte denn Unverständnis transportierte Alt-Feuerwehrmann Manfred Schafheutle mit seiner Frage nach der Zukunft des historischen Löschgrabens, dessen Zustand war Gegenstand in der letzten Sitzung des Technischen Ausschusses gewesen. "Zugeschüttet ist er schnell, aber dann unwiederbringlich", sorgte sich Schafheutle um das feuerwehrhistorische und städtebauliche Kleinod.

Christian Keller erinnerte an die eigentliche Funktion des Grabens, bei normaler Wasserführung konnte dort eine Tragkraftspritze TS8 ausreichend befüllt werden: "Wenn es jetzt im Städtle brennt, müssen wir mit den Fahrzeugen auf die Martinswiese fahren, um direkt an die Kinzig zur Löschwasserentnahme zu kommen." Bürgermeister Thomas Geppert zeigte Verständnis für den Wunsch der Wehr, den Graben zu erhalten, dessen Schicksal sei aber mit der Kinzigumgestaltung vor einigen Jahren besiegelt gewesen und gegen die zuständige Behörde käme man im Rathaus bei einem Gewässer erster Ordnung nicht an. Stand 2015 könne der Graben seiner Funktion nicht mehr gerecht und allenfalls optisch erhalten werden.

Freiwillige Feuerwehr Wolfach, insgesamt 105 aktive Wehrleute (60 in der Kernstadt und 45 in den Ortsteilen Kirnbach (19) und Kinzigtal (26)). Kommandatur: Kommandant Christoph Mayer, Stellvertreter Christian Keller, Abteilungskommandant Kirnbach: Jan Staiger, Abteilungskommandant Kinzigtal Fabian Moser

Im Anschluss an die Wahl nahm der Bürgermeister noch drei Ehrungen und zahlreiche Beförderungen vor. Geehrt wurden Oberfeuerwehrfrau Christina Bachlmayer-Kornmayer und Hauptfeuerwehrmann Andreas Rauber für 15 und Löschmeister Thomas Moser für 30 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr. Zum Feuerwehrmann, zur Feuerwehrfrau auf Probe und damit in den aktiven Dienst aufgenommen wurden Bastian Ferreira, Jan Harter, Jens Harter, Tanja Harter, Runa Hauer, Daniel Hirt, Tim Schmidte und Paul Sum.

Zum Feuerwehrmann befördert wurden Marvin Behrens, Jakub Kuc, Matteo Lange und Tom Schmidt, die Schulterklappen im Rang eines Oberfeuerwehrmanns erhielt Jonas Feurer. Zum Hauptfeuerwehrmann beziehungsweise . zur Hauptfeuerwehrfrau befördert wurden Christina Bachlmayr-Kornmayer, Linus Rauber und Tobias Hildbrand, zum Löschmeister Axel Schmidtke nach bestandenem Lehrgang an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal. Oberlöschmeister sind künftig Andreas Hauer, Fabian Moser, Thomas Schamm und Manuel Rauber, Joachim Oberfell wurde nach bestandenem Zugführer-Lehrgang zum Brandmeister befördert.

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