"Große Gemeinschaftsleistung" Feuerwehr bekommt Umkleideraum

Die Männer der Feuerwehr Wolfach haben nun einen eigenen Umkleideraum bekommen. Zuvor mussten sie ihre Einsatzkleidung in der Gerätehalle wechseln. Der Bauhof und die Ehrenamtlichen haben beim Umbau gemeinsam mitgeholfen. Foto: Springmann/Feuerwehr Wolfach

Wolfach - Die Feuerwehr Wolfach hat nach Jahrzehnten nun einen eigenen Umkleideraum für die Einsatzkräfte. Bisher waren die Spinde nach altem Stand der Technik hinter den Fahrzeugen untergebracht.

Der neue separate Umkleideraum befindet sich im Gerätehaus der Feuerwehr Wolfach. Möglich wurde diese Neuerung durch die Vorbereitungen für das Fahrzeug "Gerätewagen-Transport". Auch die Stadt Wolfach, der Bauhof und ehrenamtliche Wehrmänner haben laut Feuerwehr beim Umbau tatkräftig unterstützt.

Seitdem das Gerätehaus der Abteilung Wolfach im Jahre 1988 in der Oberwolfacher Straße unterhalb des Krankenhauses bezogen wurde, waren die Spinde zuvor mit der Einsatzkleidung hinter den Fahrzeugen angeordnet. Das sei damals der neueste Stand der Technik gewesen, der heutzutage aber veraltet ist. "Es gab zwar eine Abgasabsaugung für die Fahrzeuge, welche allerdings der Unfallverhütung zum Opfer fiel, da die Abgasrohre hinter den Fahrzeugen über den Boden lagen und so eine gefährliche Stolperstelle darstellten", erklärt Gerätewart Manuel Rauber.

Strenge Auflagen von Unfallversicherern

Die Lösung: Die Spinde mussten weg aus der Fahrzeughalle. Doch zunächst war die Frage: Wohin? "Ein Anbau hinter dem Gerätehaus oder andere Räume schieden wegen zu hoher Kosten oder zu kleinen Raumaufteilungen aus", so Kommandant Christoph Mayer.

Die Unfallversicherer hätten sehr strenge Auflagen an die Räumlichkeiten. So sei beispielsweise die Fläche, die jeder Feuerwehrmann zum Umziehen haben muss, genau vorgeschrieben. Ebenso müssten die Spinde getrennte Bereiche für private Kleidung und die Einsatzkleidung haben und die Temperatur im Raum müsse stimmen.

Als dann im Winter dieses Jahres die Fahrzeuge mit Schneeketten versehen wurden, sei den Wehrmännern die zündende Idee gekommen: Das bisherige Lager im rückwärtigen Gebäudeteil sollte zum neuen Umkleideraum ausgebaut werden. Diese Lösung bot sogar noch weitere Vorteile: "Bisher liefen sich beim Anfahren des Gerätehauses immer die Personen, die ins Gerätehaus gehen, und die abrückenden Einsatzkräfte über den Weg. Dies kann in Zukunft verhindert werden, indem die ankommenden Kräfte durch das Hallentor ins Gerätehaus gehen", erläutert Pressesprecher Simon Jan Springmann.

Viele Vorschriften lassen nur wenige Optionen zu

Dank des neuen Umkleideraums sei nun in der Gerätehalle wieder mehr Platz – auch für den neuen "Gerätewagen-Transport", der im kommenden Jahr an die Feuerwehr ausgeliefert werden soll. An den freien Plätzen in der Fahrzeughalle würden nun sowohl die Rollcontainer für das neue Fahrzeug als auch weitere Gerätschaften gelagert. Somit sei bei Bedarf ein schnelles Verladen auf die Fahrzeuge gewährleistet.

Die neuen Spinde hatten sich in der Vergangenheit bereits bei den Feuerwehrfrauen bewährt, denen schon länger ein eigener Spindraum zur Verfügung stand. Der Förderverein hatte den Umbau ebenfalls unterstützt und die Spinde mit einem durch einen Zahlencode verschließbaren persönlichen Fach ausgestattet.

Um die Kosten für dieses Projekt mit rund 20 .000 Euro möglichst gering zu halten und im laufenden Haushalt unterbringen zu können, hatten die Feuerwehr und der Bauhof das Projekt gemeinsam gestartet.

Mitarbeiter des Bauhofs reparierten defekte Fliesen und Fugen und haben die Fenster und Wände gestrichen. Die Kameraden der Feuerwehr haben ihrerseits in Eigenleistung neue Heizungen eingebaut, die Regale umgebaut sowie die Spinde in der Gerätehalle ab- und im neuen Raum wieder aufgebaut. Außerdem hatte die Wehr die gesamte Planung übernommen. Insgesamt seien der Bauhof so 116 Stunden und die Feuerwehr 348 Stunden beschäftigt gewesen.

Umkleide wurde gut angenommen

Diese "große Gemeinschaftsleistung" würdigte Bürgermeister Thomas Geppert bei der Einweihung des neuen Umkleideraums. Die Aktion des Bauhofs und der Feuerwehr sei ein weiterer wichtiger Schritt für die Sicherheit der Einsatzkräfte und gewährleiste, dass die Abteilung Wolfach weiterhin gut aufgestellt ist.

Die Umkleide sei inzwischen sowohl bei Einsätzen als auch bei Übungen ausgiebig getestet worden und sei bei allen Feuerwehrkräften gut angekommen.

Am Umbau des Lagers zum neuen Umkleideraum der Feuerwehr haben folgende Wehrmänner mitgeholfen: Hartmut Brückner, Stefan Decker, Philipp Doll, Jonas Feurer, Axel Feurer, Tobias Ganter, Timo Ganter, Andreas Hauer, Lars Hildbrand, Christian Keller, Frank Lehmann, Christoph Mayer, Joachim Oberfell, Manuel Rauber, Thomas Schamm, Simon Jan Springmann

  • Bewertung
    0