Wolfach Fans rocken beim Moosenmättle

Wolfach-Kirnbach - Auch die 32. Auflage des Moosenmättle Open Airs auf dem idyllischen Hochplateau zwischen Wolfach, Schramberg und Hornberg war für den Veranstalter FC Kirnbach ein voller Erfolg. Unzählige Rockfans aus der ganzen Region pilgerten auf den Berg. Die Stimmung war ausgelassen, erst zu später Stunde störte der Regen ein wenig.

Den Startschuss zum Musik-Marathon gaben Attila Reissmann und Corina Harter. Der Lahrer Liedermacher und die erst 13-jährige Oberwolfacherin traten mit ihren Akustik-Gitarren sowohl solo, als auch im Duett auf. Reissmann gab eigene Songs zum Besten, sein Pendant interpretierte Songs von "Kings Of Loen" oder "Adele" neu. Auffällig hierbei war die für ihr Alter überragende Gesangsleistung von Corina Harter.

Ebenfalls Cover-Songs gab es von der elfköpfigen Nachwuchsband "Slackjoit" aus Wolfach und Umgebung zu hören. Auch hier stachen die hörenswerten Gesangsleistungen der Geschwister Alexandra und Leona Wild bei Stücken von James Brown oder Amy Winehouse positiv hervor.

Nun ging das "richtige" Rock-Programm los. "Goldmouth" sind eine Hard-Stoner-Rockband aus dem norddeutschen Heide. Das junge Trio bot einen guten Mix aus "Led Zeppelin"-Elementen, gekreuzt mit "Wolfmother" und etwas "Kyuss". Songs wie "We Are Alone" kamen gut an und wurden anerkennend beklatscht.

Simple, aber eingängige und party-taugliche Punkrock-Songs mit deutschen Texten haben sich "Schmutzki" auf die Fahnen geschrieben. Das energiegeladene Trio sorgte auf dem mittlerweile prächtig gefüllten Konzert-Areal für den ersten Stimmungs-Höhepunkt. Die Fans fraßen den Stuttgartern aus der Hand und tanzen bei coolen Nummern wie "Backstage" kräftig Pogo.

Einen optischen Höhepunkt, zumindest für die männlichen Konzert-Besucher, stellte der Auftritt der "Delilahs" mit ihren beiden hübschen Sängerinnen Muriel Rhyner und Isabella Eder dar. Doch nicht nur der Anblick entzückte, auch die Musik des Quartetts ließ sich hören. Für ihren locker-flockigen Indie-Pop-Rock mit Punk-Touch erntete die Schweizer Band kräftigen Applaus.

Einen packenden Mix aus Hip Hop, Funk, Reggae, Ska und experimentellen Elementen ließ die "Mundwerk Crew" auf die Meute los. Es wurde gerappt, gesungen, gescratcht und gesprungen. Jede Menge Action auf und vor der Bühne war nun zu bestaunen. Die Stimmung war auf dem Höhepunkt, das Tanzbein wurde ausgiebig geschwungen. Die Band aus Bayern war einer der Hauptgewinner des Abends. Dann legte der Regen los, ließ aber Petrus sei Dank rechtzeitig zur nächsten Band wieder nach.

Musikalisch ebenfalls erhaben waren die schwedischen Heavy-Blues-Rocker "Kamtchatka" um Szene-Ikone Per Wiberg ("Spiritual Beggars", Ex-"Opeth"). Die flotten Momente wussten zu überzeugen und auch die Gitarren-Soli von Sänger Thomas Andersson waren aller Ehren wert. Der Sound als Gesamtes war jedoch etwas zu wenig party-tauglich für ein Event wie das Moosenmättle Open Air. Dennoch gab’s respektvollen Applaus der Fans.

Zu fortgeschrittener Stunde holte die lokale Coverband "Desaster Area" mit Songs von "Bad Religion", den "Ramones", "Agnostic Front" oder den "Beastie Boys" noch die letzten Kraftreserven aus der feierwütigen Menge heraus, ehe ein gelungener Konzertabend zu Ende ging.