Wolfach Ärmel hoch für zweiten Abschnitt

Gemeinsam mit den Untertalrentnern und Anwohnern setzten Bürgermeister Thomas Geppert (Dritter von rechts) und Förster Ulrich Wiemaier (Zweiter von rechts) kürzlich den symbolischen Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt des Karl-Wöhrle-Wegs. Foto: Beule Foto: Schwarzwälder Bote

Weiter geht’s mit dem ehrgeizigen Gemeinschaftsprojekt: Mit einem symbolischen Spatenstich ist der zweite Bauabschnitt des Karl-Wöhrle-Wegs in Kirnbach eröffnet worden. Er ist 3,5 Kilometer lang und überwindet circa 385 Höhenmeter.

Wolfach-Kirnbach. Der Karl-Wöhrle-Weg, oder Bollenhut-Talwegle, führt bereits länger von der Einöd­straße im unteren Kirnbachtal rund dreieinhalb Kilometer bergauf bis zur Kirche im Ortskern. Mit dem symbolischen Spatenstich nahe des Unterstaigerhofs wurde nun der offizielle Startschuss für die weitere Ehrenamtsaktion gegeben.

Und in den vergangenen Jahren sei an dem Weg einiges geschehen, erinnerte Bürgermeister Thomas Geppert. Dem Namensgeber sei das Wegle stets ein Anliegen gewesen – darum habe man ihn nach dem Tod Wöhrles 2011 auch unbenannt.

Das Talwegle sei von den Anrainern und Ehrenamtlern gepflegt worden. Im Sommer 2016 wurde der erste Bauabschnitt durch die Kirnbacher Vereine und die Untertalrentner wieder Instand gesetzt. "Sie waren von Anfang an dabei und sind auch jetzt eine maßgebliche Stütze", betonte Geppert. Allen voran Manfred Schafheutle als Motivator, Koordinator und Bindeglied zum Bauhof.

Nun solle noch im Jahr 2020 der zweite Abschnitt von der Kirche bis Liefersberg angegangen werden. Erste Maßnahme ist der Neubau einer Trasse am Unterstaigerhof auf gut 200 Metern. Und der Start genau dort kommt nicht von ungefähr: Die alte Trasse hinter der Leitplanke ist kaum noch als solche zu erkennen, viele Wanderer weichen lieber auf die Straße aus, was aufgrund der schlecht einsehbaren Kurve nicht optimal ist.

Weg führt von Kirche bis zum Liefersberg

Durch die Arbeiten dort soll die gefährliche Situation für Wanderer entlang der Straße entschärft werden.

Geppert bedankte sich auch bei Förster Ulrich Wiedmaier, der unter anderem mit den Grundstückseigentümern Gespräche geführt hatte und sich Gedanken über das Material gemacht hatte. Aus dem Stadtwald kommt die Eiche, die für die geplante Trasse verwendet werden soll. Muskelkraft und schweres Gerät kommen indes vom Bauhof. Laut Bauhofleiter Maik Knötig werden Eisenpfosten mittels Ramme in die Erde getrieben. "Dann dürfte der Weg die nächsten 15 bis 20 Jahren heben", meinte er.

Der zweite Bauabschnitt sei nicht so ausgebaut wie der erste, erläuterte Tourist-Information-Leiter Gerhard Maier am Rande. "Er ist etwas naturbelassener", meinte er. Auf vielen Abschnitte müsste relativ wenig getan werden. Ab Sumhof bis zum Unterstaigerhof gebe es aber einzelne Arbeiten. Dazu zähle auch die Sanierung der Brücke über den Kirnbach beim Unterstaigerhof, die verbreitert und mit einem Gehweg ausgestattet werden soll, um die marode Fußgängerbrücke zu ersetzen (wir haben berichtet). Im Anschluss sei noch offen, ob der Weg dann an der Straße oder direkt am Bach weiterführe. Auch die offenen Haftungsfragen seien mittlerweile mit den Grundstückseigentümern geklärt, so Maier.

Karl Wöhrle (1935 bis 2011) hat seine Freizeit und sein Arbeitsleben in Kirnbach verbracht. Der Leiter des Forstreviers Kirnbach war in vielen Vereinen, dem Wolfacher Stadtrat und Kirchengemeinderat aktiv. Zur Erinnerung an sein Wirken hat die Stadt vor Jahren das Talwegle nach ihm benannt. Im Sommer 2016 haben viele ehrenamtliche Helfer den Karl-Wöhrle-Weg auf Vordermann gebracht, indem sie ihn verbreitert haben, Hecken schnitten und Bäume fällten. 2017 wurde das Bollenhut-Talwegle mit Skulpturen, Infotafeln und vielem mehr aufgewertet und mit dem Bollenhut-Fest eröffnet.

  • Bewertung
    0