Wolfach 50 Firmen für Standortampel befragt

Das elfköpfige Team leitete in drei Workshops die Maßnahmen aus der Analyse der "Standortampel Einzelhandel in Wolfach" im Sitzungssaal des Rathauses ab. IHK-Projektverantwortlicher Thomas Kaiser (Mitte, links) und Wolfachs Bürgermeister Thomas Geppert (Mitte, rechts) nahmen ebenfalls daran teil. Foto: Rohmer

Wolfach - "Standortampel Einzelhandel in Wolfach" heißt das Projekt. Ein kleines Expertenteam hat nun die Ergebnisse der Umfrage unter 50 Firmen ausgewertet und daraus Maßnahmen abgeleitet.

Der Projektverantwortliche Thomas Kaiser von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südlicher Oberrhein wird nun die Ergebnisse in seinem Abschlussbericht bis circa Ende Juni zusammenstellen. Danach ist eine Behandlung im Gemeinderat und die Festlegung weiterer Schritte im Zusammenhang mit dem Auftrag der Agentur "Meyer & Koch – innovatives Stadtmarketing" (wir haben berichtet) vorgesehen, teilt Detlev Rohmer vom Gewerbeverein Wolfach mit.

Gegenstand des letzten von drei Workshops war nun die Einschätzung des kleinen Teams, inwieweit die identifizierten Handlungsmöglichkeiten für künftige Schritte als "realisierbar", "zu prüfen" oder "unwahrscheinlich" zu bewerten seien. Im ersten Workshop wurde der Ist-Zustand ermittelt. Im zweiten hatten die Experten die Erwartungen, Versorgungsziele und Zukunftsprognose zusammengestellt.

Kaiser ist Experte

Mit Wolfachs Bürgermeister Thomas Geppert und Gewerbevereinschef Reinhold Waidele an der Spitze engagierten sich auch Gemeinderatsmitglieder sowie repräsentative Vertreter aus dem Bereich Handel in den Workshops.

Der IHK-Projektverantwortliche Kaiser war von der Stadt Wolfach und dem Gewerbeverein mit der Standortanalyse beauftragt worden. Sie soll helfen, Vorschläge für die Entwicklung einer Zukunftsstrategie für Wolfach abzuleiten. Kaiser hat diese Aufgabenstellung bereits in zwölf Städten Südbadens, unter anderem Haslach und Zell am Harmersbach, durchgeführt. Kaiser verfügt daher über umfangreiches Wissen und entsprechende Erfahrung.

Im März 2018 befragte Kaiser insgesamt 50 Firmen in Wolfachs Innenstadt. Waidele zufolge haben alle infrage kommenden Einzelhandelsgeschäfte teilgenommen. Kaiser führte mit jedem ein circa halbstündiges Interview anhand eines vorgefertigten Fragebogens durch. Um ein umfassendes Ergebnis zu erzielen, wurde Kaiser auch bei Nicht-Gewerbevereins-Mitgliedern vorstellig.

Das kleine Team aus politischen und wirtschaftlichen Vertretern leitete nun aus diesen Antworten Maßnahmen ab, die in das Gesamtprojekt "Stadtmarketing" fließen können. Dieses beinhaltet auch zukünftige Entwicklungsszenarien für den Einzelhandel.

Drei Analysebereiche

Ziel der Analyse in den Workshops war, Handlungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Attraktivität der Stadt zu identifizieren. Drei Hauptbereiche wurden dafür betrachtet: erstens das Stadtmarketing mit Maßnahmen wie Veranstaltungen, Dekoration sowie Nutzungskonzepte für öffentliche Einrichtungen.

Zweitens nahmen die Workshopteilnehmer das Einzelhandelsentwicklungskonzept unter den Fragestellungen "Welche Geschäfte oder Sortimente sollen erhalten beziehungsweise angesiedelt werden? Und gegebenenfalls wo?" unter die Lupe. Die Akteure interessierte drittens auch der Bereich "Verkehr und Service" mit den Sujets Parksituation, zeitweilige Innenstadtschließung und einheitliche Öffnungszeiten.

Der Gemeinderat Wolfach hat in seiner gestrigen Sitzung über die mögliche Einführung eines dritten verkaufsoffenen Sonntags anlässlich des "Festivals der Kristalle" beraten. Wir werden in der kommenden Ausgabe ausführlich darüber berichten.