Wittenweier Umsiedlung ist nicht geglückt

Das Wittenweierer Storchenpaar hat seit rund drei Wochen zwei Junge im Nest in der Hauptstraße. Geschlüpft sind die beiden in einem Nest, das von ihren Eltern eigens ausgesucht wurde. Einen vorhergesehenen Platz in der Winkelstraße haben die Störche nicht angenommen. Foto: Heitz Foto: Lahrer Zeitung

Das Storchenpaar in Wittenweier lässt sich keinen Nistplatz vorschreiben. Eine Umsiedlungsaktion ist gescheitert. Statt einem für sie vorhergesehenen Masten in der Winkelstraße, haben sich die Tiere in der Hauptstraße niedergelassen.

Wittenweier. Die Störche waren im Schwanauer Ortsteil Wittenweier bereits seit Februar ein Thema. Eine Umsiedlungsaktion war geplant – ist jedoch gescheitert. Wie jedes Jahr hat das Storchenpaar mit dem Nestbau auf dem Strommasten des E-Werks in der Winkelstraße in Wittenweier begonnen. Aus verschiedenen Gründen – die Sicherheit der Stromkabel sei gefährdet und die darunter liegenden Solaranlagen würden verschmutzt – wurde der Masten mit einem Kegel und Latten versehen, um den Nestbau zu verhindern. Etwas zeitversetzt errichtete das E-Werk ein paar Meter weiter einen Masten mit einem Drahtkorb in der Hoffnung, die Nestbauer würden den Umzug akzeptieren. Der Storch sah dies jedoch anders, zwängte sich durch die Absperrung hindurch und baute dennoch sein Nest. Also sahen sich die MItarbeiter des E-Werks gezwungen, einen Plastiksack über den Masten zu stülpen, in der Hoffnung, dass der Storch damit auf den neuen Masten umziehen würde. Diese Abwehrmaßnahme sollte sich jedoch nicht als optimal erweisen. Der Naturschutzbeauftragte Wolfgang Hoffmann wurde informiert und machte sich auf die Suche nach der neuen "Bleibe". Dieser ist nun ein Mast beim Stromhaus in der Hauptstraße. Dort hat man bereits seit einiger Zeit dem eifrigen Paar beim Nestbau zugesehen und sich über die Ankunft gefreut. Auch dieser Platz war mit einem Abwehrkegel versehen, aber auch dort wurde drum herum gebaut. Hoffmann bat das E-Werk, die Kabel zu isolieren, was auch umgehend erledigt wurde.

Bei einem kürzlichen Kontrollbesuch des ehrenamtlichen Nabu-Beauftragten konnte mit Freude festgestellt werden, dass zwei Jungstörche über den Nestrand blickten. Eines der Jungtiere hatte es nicht geschafft. Die beiden anderen Tiere sind jetzt rund drei Wochen alt. Mit sechs Wochen werden die Tiere dann beringt.

Wolfgang Hoffmann, der sich seit 26 Jahren ehrenamtlich beim Nabu für die Störche einsetzt, erklärte das Verhalten des Paares mit dem "Instinktmechanismus" beziehungsweise "Auslösemechanismus". Störche seien von Natur aus sture Wesen. Haben sie sich einmal für einen Platz entschieden, sind sie kaum mehr davon abzuhalten, diesen auch in Anspruch zu nehmen. Der eigens für sie angebrachte Masten mit Drahtkorb sei zu spät aufgestellt worden, der Storch hatte bereits einen weiteren Platz in Aussicht und ist somit auf den nächsten Strommasten gezogen.

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