Wirte in den Startlöchern Gäste-Nachfragen sind noch verhalten

Peter und Birgit Vetter hoffen darauf, dass die Menschen wieder Lust auf Familienfeiern haben, nun, da sie wieder erlaubt sind. Foto: Schabel

Lahr - Nach der Corona-Zwangspause ist das Geschäft beim Eventhaus Vetter nur schleppend angelaufen. Die Familie Vetter hofft darauf, dass weitere Öffnungsschritte die Menschen dazu bringen, sich wieder mehr zu gönnen.

Das Vetter-Firmengelände auf dem Flugplatzareal hat alle Voraussetzungen für Feiern jedweder Art – dort gibt es einen Festsaal mit Platz für 200 Gäste, das Restaurant Modern Art, außerdem eine größere Bauernstube, einen Eventgarten und einen Biergarten. Einladende Lokalitäten, die ohne Pandemie jetzt sehr gut gebucht wären. "Normalerweise hätten wir um diese Jahreszeit am Freitagabend zwei Veranstaltungen bei uns gehabt, am Samstag wären es zwei bis drei gewesen, auch am Sonntag wäre etwas los gewesen bei uns", sagt Peter Vetter.

Allerdings: Am vorigen Wochenende herrschte dort gähnende Leere, obwohl Gastrobetriebe Feiern mit bis zu 50 Teilnehmern mittlerweile wieder ausrichten dürfen. Doch viele Kunden seien noch skeptisch und wollten abwarten, ehe sie etwa wieder zu einem größeren Familientreffen einladen, sagt Vetter im Gespräch mit unserer Redaktion.

Dabei wünscht sich Familie Vetter nichts sehnlicher, als dass der Laden wieder richtig brummt. Denn 2020 war wegen der Pandemie das schwierigste Jahr für das Unternehmen, das Peter Vetter vor 26 Jahren mit seiner Frau Birgit gegründet hat – 1995 eröffneten die beiden im Lahrer Stadtzentrum die "Schlemmerecke". Später entwickelte sich die Vetter Gastronomie GmbH vom kleinen Schnellrestaurant zum Unternehmen mit mehreren Geschäftszweigen, deren Herzstück die Veranstaltungsgastronomie im eigenen Eventhaus ist. Die weiteren Standbeine sind ein Party- und Feinkostservice, Catering, ein Leih- und Mietservice für Festbedarf sowie der Zweig Betriebs- und Schulverpflegung.

Nach Ausbruch der Pandemie wurde bei Vetter nur noch eine Hochzeit gefeiert

Ein gutgehender Betrieb – bis die Pandemie dazwischenkam. In einem normalen Jahr richtet Vetter mehr als 500 Veranstaltungen aus, doch 2020 ging fast gar nichts mehr, nachdem die Coronakrise ausgebrochen war – bis Jahresende waren es "weniger als zehn Veranstaltungen", so Vetter. Allein 50 bis 60 Hochzeiten werden pro Jahr bei ihm gefeiert – seit März 2020 allerdings nur noch eine. Der Umsatz brach ein, die zehn Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt, außerdem mussten Investitionen, die im 25. Jahr der Firmengründung geplant waren, verschoben werden, etwa die Erneuerung des Fuhrparks.

Vetter hat Staatshilfe beantragt und erhalten. Es war aber zu wenig, um alle Verluste auszugleichen. Trotzdem jammert der Unternehmer nicht – er sei dankbar für die finanzielle Unterstützung, da er wisse, dass corona-gebeutelte Gastronomen in anderen Ländern weniger oder gar nichts erhalten.

Mittlerweile dürfen Gastrobetriebe wieder Feiern ausrichten mit 50 Teilnehmern, die einen Test-, Impf- oder Genesenen-Beweis vorlegen müssen. Für Vetter bedeutet das, dass er eine zusätzliche Kraft einsetzen muss, die diese Nachweise kontrolliert. Dabei sind in den vergangenen Monaten rund die Hälfte seiner 25 bis 30 Minijobber abgesprungen, die er bei Veranstaltungen als Servicekräfte einsetzte. Wie den meisten anderen Gastronomen fehlen ihm Arbeitskräfte. Auch einen Koch oder eine Köchin sucht Vetter zurzeit.

Das größte Problem ist aber die Zurückhaltung der Kunden, die sich teils an den Corona-Regeln im Gastrobereich stören, wie Vetter in vielen Gesprächen erfahren hat. So ist ihm vorgegeben, bei Feiern die Besucher höchstens an Zehner-Tischen platzieren zu dürfen, wobei die Tische aber ein Stückweit auseinander stehen müssen. "Doch bei Familienfeiern wollen die Menschen zusammensitzen", so Vetter.

Weihnachtsfeiern werden rege gebucht

So läuft der Neustart noch verhalten. Beim Eventhaus Vetter werden zwar nun wieder Veranstaltungen gebucht, doch es könnten erheblich mehr sein, zumal die Belegschaft aus der Kurzarbeit zurück möchte. Hoffnung schöpft der Inhaber daraus, dass sinkende Corona-Zahlen zu erweiterten Kontaktregeln und mehr Möglichkeiten für Familienfeiern führen. Generell wünscht er sich, dass die Menschen wieder Mut fassen und Lust auf ihr altes Leben bekommen – und dazu gehörten größere Feiern mit Freunden und Angehörigen.

Was Peter Vetter freut und ihm Zuversicht gibt: Private und auch gewerbliche Weihnachtsfeiern werden bei seinem Eventhaus schon wieder rege gebucht. Die Betreiberfamilie hofft, dass die Nachfrage auch in anderen Bereichen anzieht, etwa bei Hochzeiten oder sonstigen Familienveranstaltungen.

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