Windrad auf Langenhard 5500 Tonnen Kohlendioxid weniger

Endrik Baublies
Seit Oktober liefert das neue Windrad Strom – mindestens 6,8 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Foto: Baublies

Das Windrad auf dem Kempfenbühl liefert seit Oktober Strom. Die Anlage ersetzt das abgebrannte Windrad. Jetzt war Einweihung.

Lahr/Seelbach – Die Windenergieanlage produziert jährlich mindestens 6,8 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom und vermeidet damit mehr als 5500 Tonnen Kohlendioxid. Vor 150 Gästen weihte Ministerialdirektor Michael Münter vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg die Anlage ein. Er hob die Notwendigkeit von kurzen Genehmigungsdauern bei der Windenergie und Bürgerbeteiligungen hervor.

Die insgesamt neun Redner am Samstagmorgen am Fuß der Anlage moderierte Andreas Markowsky von der Freiburger Ökostromgruppe. Er wies auf die bürokratischen Hürden hin, die von der Idee bis zur Inbetriebnahme von Anlagen gemeistert werden müssen. Hier gab es einen breiten Konsens bei allen Beiträgen, dass Abhilfe geschaffen werden müsse.

Einig waren sich alle Redner, dass beim Windrad auf dem Kempfenbühl der Zeitraum von drei Monaten zwischen Antrag und Genehmigung – "rekordverdächtig" gewesen ist. Nikolas Stoermer, der erste Landesbeamte im Kreis, erklärte, dass durch das "Repowering" der jetzigen Anlage viele Zeit gespart werden konnte. Zur Erinnerung: Im Februar 2019 brannte eines der drei Windräder oberhalb des Litschentals ab. Daher war das neue Genehmigungsverfahren einfacher als sonst. Zudem war ein großer Teil der notwendigen Infrastruktur auf dem Langenhard bereits vorhanden.

Seelbachs Bürgermeister Thomas Schäfer erinnerte an das Engagement von Rosie Fehrenbach vom Kempfenhof in Litschental. Das neue Windrad steht auf dem Boden des Kempfenhofs. Windenergie, wie sie hier erzeugt wird, bezeichnete Schäfer als das "Sparbuch von morgen", das "Zinsen wie vor 40 Jahren" abwerfe.

Oberbürgermeister Markus Ibert sprach von der Verpflichtung, mehr auf erneuerbare Energien zu setzten. Neben der Windenergie nannte er dabei Photovoltaik und Geothermie: "Wir müssen die Energiewende unterstützen, wo wir können."

Helmut Opitz vom Naturschutzbund sprach sich generell für diese Art der Energiegewinnung als eine Möglichkeit unter vielen aus. Er hatte auch keine Einwände mit dem Standort Kempfenbühl, da die Anlage in ausreichender Entfernung zum Naturerbe Langenhard steht. "Es ist aber nicht akzeptabel, dass der Klimaschutz dem Artenschutz den Rang abläuft." Vielmehr sollten beide Ziele gleichwertig verfolgt werden.

Georg Hille ist Geschäftsführer der Firma Ecovision und der Genossenschaft Oekogeno, die die beiden großen Windräder betreiben. Er hatte ein Versprechen: Die Dauerlichter an den Flügeln, die viele in der Nacht als Ärgernis empfinden, sollen bald abgeschaltet werden. "In zwei Jahren blinkt kein Rad mehr", sagte Hille. Dann würden radargestützte Systeme anstelle der Blinklichter treten. Die Lichter würden dann nur noch verwendet, wenn ein Flugzeug in die Nähe kommen würde.

Das neue Windrad auf dem Kempfenbühl gehört zum Typ "Enercon E138 EP E2". Die Windenergieanlage (WEA) hat eine Nabenhöhe von 160 Metern. Die Flügel sind 69 Meter lang. Damit hat der Rotor einen Durchmesser von 138 Metern. Die Rotorfläche beträgt gut 15 000 Quadratmeter. Die Leistung beträgt 4,2 Megawatt.

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