Willstätt Eine Standortbestimmung auf großer Bühne

Während der SC Sand (in Blau) heute Abend in Frankfurt wieder in die Bundesliga startet, empfängt der SC Freiburg am Samstagmittag Potsdam. Foto: Braun Foto: Lahrer Zeitung

Bevor es am heutigen Freitagabend in der Frauen-Bundesliga wieder losgeht, schwelgte der SC Sand am Mittwoch noch mal in Erinnerungen. Denn auf den Tag genau vor drei Jahren – am 27. Mai 2017 – standen die Ortenauerinnen im DFB-Pokalfinale gegen Wolfsburg. Pernille Harder besiegelte damals mit einem Doppelschlag für den VfL die Sander 1:2-Niederlage. Auch im Jahr zuvor verlor der SCS gegen die "Wölfinnen". Gerne würde man auch in diesem Jahr wieder nach Köln. Im laufenden Wettbewerb ist der Sportclub noch im Rennen, im Viertelfinale am Mittwoch wartet Zweitligist Bielefeld. Im Halbfinale könnte es dann zur Neuauflage des 2017er-Enspiels gegen Wolfsburg, derzeit das Non-Plus-Ultra im Frauenfußball, kommen.

Bevor man sich in Sand jedoch mit dem Pokaltraum beschäftigt, steht am heutigen Abend der Bundesliga-Neustart gegen den 1. FFC Frankfurt an. Dieses Spiel ist für den SC Sand alles andere als gewöhnlich, gespielt wird vor leeren Rängen. Und auch die Vorbereitung auf die Begegnung dürfte anders verlaufen sein, als gewohnt.

Denn statt in den eigenen vier Wänden verbrachten Spielerinnen und Betreuerteam die Woche vor dem Spiel in einem Hotel in Oberkirch in Quarantäne, zudem standen zwei obligatorische Corona-Testreihen auf dem Plan. So sieht es das Hygienekonzept des Deutschen Fußballbundes vor.

Re-Start wichtig für die Existenz des Vereins

"Klar, dass die nun bis Ende Juni andauernde Spielzeit nicht bei jedermann Frohsinn und Heiterkeit aufkommen lässt. Nichtsdestotrotz sind sich die Verantwortlichen beim SC Sand darüber im Klaren, dass die Runde zu Ende gebracht werden muss, geht es doch auch um die Existenz des kleinen Bundesliga-Vereins aus der Ortenau", heißt es zum Re-Start in einer Pressemitteilung des Vereins.

Auf dem Spielfeld wird dann allerdings alles wie immer sein, beide Teams werden am Freitag die drei Punkte sichern wollen. Von der Tabellenplatzierung her dürfte es zudem eine offene Begegnung werden, der Sechste aus Frankfurt empfängt den Siebten. Zwischen den Teams liegen jedoch bereits acht Punkte, zwischen den Kontrahenten verläuft die unsichtbare Trennlinie der Tabelle. "Aufgrund der Tabellensituation und des guten Kaders, würde ich die Favoritenrolle, ungeachtet unseres Hinspiel-Erfolges (Anm. d. Red.: Sand gewann 3:0), an den 1. FFC Frankfurt vergeben", sagt Trainer Sven Thoß.

In Anbetracht der Umstände geht er mit gemischten Gefühlen in die Partie. Die Vorbereitung, "wenn man überhaupt von einer solchen sprechen kann", sei recht bescheiden verlaufen. "Für beide Teams ist dieses Spiel eine Standortbestimmung für das, was da in den kommenden Wochen so dicht gedrängt auf uns zukommt. Wir haben versucht, in der Kürze der uns zur Verfügung stehenden Zeit, uns ordentlich vorzubereiten. Uns fehlen aber beispielsweise die Testspiele und ein intensiveres Mannschaftstraining wäre sicherlich nicht von Nachteil gewesen. Nichts desto trotz wollen wir in Frankfurt aus unserer Außenseiterrolle etwas machen, und etwas Zahlbares mitnehmen – auch als Underdog kann man sich ordentlich präsentieren, daher sind wir guten Mutes", so der Trainer.

SC Freiburg spielt am Samstag gegen Potsdam

Die Partie seines Teams am heutigen Abend (Anpfiff 19.15 Uhr) bekommt dabei die große Bühne, Eurosport überträgt live aus Frankfurt. Der zweite südbadische Bundesligist, die Frauen des SC Freiburg, erwartet derweil am Samstag (13 Uhr) Turbine Potsdam im heimischen Möslestadion. Die Breisgauerinnen stehen in der Tabelle punktgleich (19 Zähler) einen Platz hinter dem SC Sand

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