Weihnachtsgeschenk für Ettenheim Aussichtsturm wechselt Eigentümer

Michael Masson
Freuen sich über das ungewöhnliche Weihnachtsgeschenk (von links): Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz und Andreas Markowsky, Geschäftsführer der Ökostromgruppe Freiburg. Foto: Masson

Die Ökostromgruppe Freiburg hat den Aussichtsturm auf dem Schindlenbühl der Stadt Ettenheim zum Geschenk gemacht. Der wurde zuvor auf Vordermann gebracht. Bürgermeister Bruno Metz freute sich über das "Weihnachtsgeschenk".

Der stählerne Aussichtsturm steht schon seit 2001 auf dem Ettenheimer Wald-Gewann Schindlenbühl. 26 Meter reckt er sich in die Höhe, eine Wendeltreppe mit 134 Stufen endet an einer Aussichtsplattform. Und weil seine Röhrenfüße zusätzlich 485 Meter über Normalnull stehen, erlaubt der Turm je nach Wetterlage Wanderern und Touristen einen Fernblick über das Rheintal bis über Straßburg hinaus samt Vogesenpanorama.

Errichtet worden war der von der Ökostromgruppe Freiburg, die nicht weit von dort drei Windkraftanlagen baute. Angeregt hatte den Turm damals Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz samt Wanderweg-Anschluss. Die Windradbetreiber gaben dafür 102 000 Euro extra aus. Jetzt wurde der frisch entrostete Turm der Stadt zum Weihnachtsgeschenk gemacht.

Weil die drei ehemaligen Windkraftanlagen unweit des Turms mittlerweile komplett abgebaut sind (wir berichteten) und kürzlich auch deren übrig gebliebene Betonfundamente verschwanden, steht der Turm neuerdings ganz alleine im Wald. Der wurde natürlich nicht mit abgerissen. Eine aktuelle statische Überprüfung garantiert die Standsicherheit für mindestens die kommenden 20 Jahre. Drei neue Windräder werden nun weiter nordöstlich errichtet, der nächste 800 Meter entfernt – und jetzt zwei Kilometer von nächster Wohnbebauung.

Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz und Geschäftsführer Andreas Markowsky nutzten die Turm-Übergabe, sich gegenseitig zu loben. Metz habe vor rund 20 Jahren das Pilotprojekt der ersten Windräder vehement unterstützt, weil der die Energiewende nicht nur mit Sonntagsreden unterstützen wollte, dankte Markowski. Damals sei Ettenheim engagierter und überregional größter Windrad-Schrittmacher gewesen, später folgten am südlichen Oberrhein auch Freiburg und Lahr. Das sei ein echtes Leuchtturm-Projekt gewesen, lobte Markowski rückblickend. Es habe dazu beigetragen, dass heute mittlerweile 50 Prozent der erneuerbaren Energien per Windkraft erzeugt werden. Allerdings, räumte der Geschäftsführer ein, sei der technische Kenntnisstand in den Neunzigerjahren "noch recht mäßig" gewesen. Die Ettenheimer Stromausbeute blieb dann auch hinter den hoch gesteckten Erwartungen zurück – und richtig rentabel entwickelte sich der Betrieb für die Investoren nie. Drei neue Windräder sollen künftig erheblich mehr Strom produzieren (siehe Info).