"Wär’ dann auch positiv" Neurieder Pfarrerin hat Corona

Nadine Goltz
Die Pfarrerin der Evangelischen Emmausgemeinde Neuried ist an Corona erkrankt. Angesteckt hat sie sich über ihre Tochter. Foto: Katrin Mertens

Neuried - "Ich wär dann jetzt auch positiv", schreibt die Pfarrerin der Evangelischen Emmausgemeinde Neuried, Anna Schimmel, in einem Post am Dienstag bei Instagram. Sie habe Erkältungssymptome sonst gehe es ihr aber soweit gut. Angesteckt habe sie sich trotz Dreifachimpfung über ihre Tochter, wie sie der Lahrer Zeitung berichtet.

Neuried - "Da meine Tochter am letzten Wochenende schon positiv war, bin ich gar nicht erst das Risiko eingegangen Gottesdienst zu halten", so Schimmel. Natürlich sei so schnell kein anderer Pfarrern zu finden gewesen, der sie hätte vertreten können. "Aber eine mutige Ehrenamtliche, Daniela Nußbaum-Jacob, ist für mich eingesprungen und hat mit den vorbereiteten Texten den gesamten Gottesdienst gewuppt!", sagt sie und betont: "Das ist für mich evangelische Kirche – wenn sich auch Ehrenamtliche trauen. Kirche zu sein!" Bei den anstehenden Gottesdiensten werde es keine Ausfälle geben. Nur die anderen Termine, wie Konfi-Unterricht, Schule, Seelsorge, und Geburtstagsbesuche, die in dieser Woche stattgefunden hätten, habe Schimmel verschieben müssen.

Zum Gottesdienst am 14. Februar will sie wieder fit sein

Den Gottesdienst am kommenden Sonntag, 6. Februar, werde Prädikantin Frederike Wagner halten– "sie sollte mich an diesem Sonntag sowieso vertreten", sagt Schimmel. Ab nächster Woche hoffe die Pfarrerin, wieder gesund zu sein und aus der Quarantäne rauszukommen. "Am 14. Februar ist schließlich Valentinstag und da möchte ich wieder einen besonders schönen Gottesdienst für alle machen, die Lust auf ein Date in der Kirche haben!", sagt sie gegenüber der Lahrer Zeitung. Der Gottesdienst am Valentinstag unter dem Motto "Rendez-vous in der Kirche – Welcher Bibelmensch wird Dein Herzblatt sein?!" findet ab 19 Uhr in der Katholischen Kirche in Ichenheim statt. Musikalisch begleitet wird der Abend von Godehard Möller, Katja Tscherter und Volker Schnebel.

Große Fürsorge erfahre die Pfarrerin von Freunden, Nachbarn und Gemeindemitgliedern – "übrigens auch wenn ich nicht krank bin". Menschen kochten für sie, bringen Süßigkeiten und kaufen ein. "Das rührt mich immer sehr, weswegen ich meine Freude darüber auf Instagram unter dem Hashtag #wirlassenunserepfarrerinnichtverhungern , teile", sagt sie.

Niemand müsse hinsichtlich Corona und Kirche in Panik geraten. "Die Schutzkonzepte, die uns von der Landeskirche vorgeschrieben sind, sind gut und werden wie überall gut eingehalten", sagt die Pfarrerin. In den Kirchen sei man sehr vorsichtig. "Außerdem habe ich mich ja nicht in der Kirche angesteckt, sondern bei meiner Tochter, die sich vermutlich bei anderen Kindern angesteckt hatte", betont Schimmel.

Sie wünsche allen, die krank sind, einen milden Verlauf, schnelle Genesung, Geduld und Gottes Segen. "Ich finde wir alle halten uns sehr Wacker in dieser schwierigen Zeit und ich bin zuversichtlich, dass es bald vorbei ist."