Versorgung in Friesenheim Netto will seinen Markt neu bauen

Jonas Köhler
Der Netto-Markt in der Friesenheimer Adlerstraße soll nach Plänen der Betreiber neu gebaut werden. Foto: Bohnert-Seidel

Der Friesenheimer Netto-Markt soll neu gebaut werden. Das wünschen sich die Betreiber. Über das Vorhaben wird der Gemeinderat am Montag diskutieren. Für die Umsetzung der Pläne müsste ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden.

Friesenheim - Die Betreiber des Netto-Getränkemarkts in der Adlerstraße am Ortsausgang Richtung Lahr haben Pläne für einen kompletten Neubau. Das geht aus der Beschlussvorlage der Gemeinderatssitzung vom kommenden Montag hervor. "Seit Januar 2020 wenden sich Vertreter der Firma "Netto Marken-Discount" beziehungsweise der Firma "CEV Handelsimmobilien" in unregelmäßigen Abständen an die Verwaltung (Bauamt, Bürgermeister) und tragen dort ihre Umbaupläne vor", heißt es in der Vorlage.

Parkplätze kommen an die Bundesstraße

Die konkreten Pläne bestehen demnach aus drei Schritten: Zunächst sollen alle vorhandenen Gebäude abgerissen werden. Anschließend soll der Discount-Markt auf einer Fläche von 800 Quadratmetern neu gebaut werden. In diesem Schritt ist auch geplant, einen Gastro-Betrieb am Rand des Grundstücks anzuschließen. Zuletzt sollen die Parkplätze am westlichen Teil des Grundstücks zwischen Hauptgebäude und Bundesstraße neu errichtet werden.

Das zu überplanende Grundstück liegt nicht im Geltungsbereich eines Bebauungsplans, analysiert die Verwaltung die derzeitige Situation. Der bisherige Markt liege vollständig im Bereich der Mischbaufläche, die Stellplätze hinter dem Markt liegen in der Wohnbaufläche. Dies sei so zulässig. Der beabsichtigte neue Standort jedoch liege im Grundstücksteil, welcher im Flächennutzungsplan als Wohnbaufläche ausgewiesen ist. "Dort ist er aus Sicht der Verwaltung nicht zulässig", heißt es in der Vorlage.

Sollte der Gemeinderat die Umsetzung des Projekts dennoch wünschen, müsste der Flächennutzungsplan angepasst werden und ein gegebenenfalls vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Die Kosten dafür müssten von den Marktbetreibern getragen werden. Zudem müssten im Vorfeld mit dem Investor städtebauliche Verträge verhandelt und abgeschlossen werden. In der Vorlage weist die Verwaltung darauf hin, dass die Arbeiten Ressourcen der Verwaltung binden, welche dann nicht mehr für andere Bebauungsplan- beziehungsweise Flächennutzungsplanverfahren zur Verfügung stehen würden. Zudem bestehe aus Sicht der Verwaltung "kein Mangel an Lebensmitteldiscountmärkten".

Der Gemeinderat soll, so die Beschlussvorlage, über die Aufstellung eines Bebauungsplans beraten. Wie es dann mit den Plänen weitergeht, soll sich aus der Diskussion ergeben.

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