Verband wartet auf Politik Handballer gehen noch nicht in die Zwangspause

Janosch Lübke und Thorsten Mühl
Felix Zipf (am Ball) und der TuS Schutterwald spielen noch vor Zuschauern. Aber aufgrund der 2 G-plus-Regel kommen deutlich weniger Fans. Foto: Wendling Foto: Lahrer Zeitung

Der Fußball hat bereits eine frühzeitige Winterpause beschlossen, wie es in Südbadens Handball weitergeht, ist derweil noch nicht klar. Der Verband wartet auf ein Zeichen der Politik und die Vereine diskutieren über Geisterspiele.

Wie geht es weiter mit dem Südbadischen Handball? Während der Fußballverband in der aktuellen Corona-Lage bereits Tatsachen geschaffen hat und die vorzeitige Winterpause eingeläutet hat (wir berichteten), wartet der Südbadische Handball Verband (SHV) noch auf ein Zeichen aus der Politik. "Wir haben uns schon aus der Bund-Länder-Runde mehr Klarheit für unseren Sport erhofft. Jetzt schauen wir gespannt darauf, was in Stuttgart entschieden wird", sagt Alexander Klinkner, Präsident des SHV, gegenüber der Lahrer Zeitung.

Der Verband diskutiere zudem intern "unterschiedliche Überlegungen", wie mit der Saison weiter umgegangen wird. Auch der Tenor, den Klinkner von den Sportlern und Vereinen vernimmt, ist unterschiedlich. "Einige sind hochbesorgt, jetzt weiter zu spielen. Andere sagen mir aber auch, dass sie gerne weiter machen wollen."

Bei einer Entscheidung ist Klinkner wichtig, dass diese einheitlich getroffen wird. "Bei den Fußballern hat sich der Badische- und Württembergische Verband gegen eine vorzeitige Winterpause ausgesprochen. Wir wollen, sollten wir uns für eine frühzeitige Pause entscheiden, mit unseren vier Verbänden im Land mit einer Stimme sprechen."

Beim HTV Meißenheim herrscht angesichts der Fortführung des Spielbetriebs in der Südbadenliga trotz steigender Corona-Infektionszahlen eine gemischte Gefühlslage. "Wenn die Spielpläne ohne Zuschauer durchgesetzt werden, macht es aus meiner Sicht auch keinen Sinn, Amateursport zu betreiben", sagt Trainer Stefan Tietz. Der Verein mache auf diese Weise Minus, es gehe einzig darum, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Trainiert werde beim HTV weiter so, als würde gespielt - "man hat ja auch keine andere Wahl", sagt Tietz. Seinen Spielern zollt er Lob, "sie nehmen die Situation super an, betrachten das Ganze dabei mit einem lachenden und einem weinenden Auge". Angesichts der quasi täglich möglichen Beendigung des Spiel- oder auch Trainingsbetriebs "sagen sich die Jungs jetzt, dass jedes Training und jedes Spiel womöglich das Letzte für eine längere Zeit sein könnte", so der HTV-Coach.

Auch Felix Heuberger, Sportlicher Leiter beim TuS Schutterwald, spricht beim Blick auf eine Fortsetzung der Saison von einer "ganz unterschiedlichen Stimmung" im Verein. "Vernünftig wäre es jetzt wohl, alles dicht zu machen. Aber das Infektionsgeschehen lässt Handball ja zu. In unserem Sport gab es bisher nur sehr wenig Infizierte", so Heuberger. Sollten auf den TuS Schutterwald Geisterspiele zukommen, werde der Verein die finanziellen Ausfälle nicht lange kompensieren können. Noch lässt Schutterwald Fans zu – aber es kommen aufgrund der 2 G-Regel deutlich weniger Zuschauer in die Halle. "In der Regel haben wir 500 Fans da. Letzte Woche waren es aber nur knapp 200", bedauert Heuberger. Er hoffe, dass nicht frühzeitig die Winterpause eingeläutet wird. Bis zum 19. Dezember würde in der Oberliga noch gespielt werden und der TuS bereitet sich auf "wichtige Spiele" vor.

  • Bewertung
    0