Veranstalter verärgert "Löwen-Art" in Ichenheim ist Geschichte

Nadine Goltz
Zuletzt hatte die Veranstaltung "Löwen-Art" im Juli 2019 stattgefunden. Zahlreiche Musiker und Künstler haben die Gäste beim Ichenheimer Festival begeistert. Foto: Künstle

Das Festival "Löwen-Art" in Ichenheim wird es künftig nicht mehr geben. Während der Veranstalter Peter Martens schon fleißig geplant habe, hat ihm die Verwaltung Neuried eine Absage erteilt. Bürgermeister Tobias Uhrich erklärt der LZ die Gründe.

Ichenheim - Peter Martens, Veranstalter der "Löwen-Art", ist entsetzt darüber, wie die neu formierte Verwaltung dem Festival das Ende bereitet habe. Für Martens sei klar, die Absage der Verwaltung sei ein heftiger Hieb für die Kultur für Neuried und sein Umland. "Dem nach langer Krankheit und viel zu früh verstorbenen Bürgermeister Fischer folgt nun der noch sehr junge Tobias Uhrich. Auch das Hauptamt wurde neu besetzt", so Martens. So seien alle wichtige Personen für die "Löwen-Art" nicht mehr vor Ort. "Wir waren stets ein wunderbares Team", betont Martens.

Künstler haben sich für das Festival vorbereitet

Seit mehr als zehn Jahren gab es das Kunst- und Musikfestival. "Ein kulturelles attraktives Highlight auf hohem Niveau, das alljährlich zu Beginn des Julis immer rund 2000 Besucher angelockt hat aus nah und fern", so der Veranstalter. Das Festival habe der Gemeinde ein nachhaltiges kulturelles Image beschert. "Durch ein ausgeklügeltes Finanzierungskonzept – quasi sogar zum Nulltarif." Nur im Falle eines ausbleibenden Erfolgs hätte man in die Gemeindekasse greifen müssen.

Das für 2020 geplante Festival musste wegen der Pandemie verschoben und die Künstler vertröstet werden. "2022 sollte es dann endlich wieder stattfinden", sagt Martens. Es sollte unter dem Motto "Spanien" stehen. Viele Künstler und Kunsthandwerker hätten bereits begonnen, Kunstobjekte zu fertigen. Mit einer möglichen erneuten Verschiebung wären die Künstler bestimmt wieder einverstanden gewesen. "Die neue Hauptamtsleiterin hat von dem ihr bisher nicht bekannten Wirt des Löwen erfahren, dass er für dieses Jahr den turnusmäßigen Termin der ›Löwen-Art‹ am 2. Julisonntag bereits anderweitig verplant hat, was die Gemeinde als grundsätzliches Desinteresse wertet", heißt es in Martens Mitteilung.

Zudem habe die Gemeinde entschieden, kräftemäßig gebeutelt durch die Pandemie, zu reduzieren. Die "Löwen-Art" wird gecancelt und daraus resultierende Ideen würden in der Riedwoche integriert. "Die Künstler der ›Löwen-Art‹, die in der Regel von ihrer Kunst versuchen zu leben, haben wie die ganze Künstlerbranche desaströse Corona-Zeiten hinter sich. Sie werden nun verprellt und vor den Kopf gestoßen", ärgert sich Martens.

Gerne hätte der Veranstalter mit dem neuen Bürgermeister und den mit veranstaltenden Partnern gemeinsam über die aktuelle und über die künftige Gestaltung der "Löwen-Art" und ihre Realisierungsmöglichkeiten gesprochen, sagt er. "Leider ließ der neue Gemeindechef aber ausrichten, dass er für ein solches Gespräch keine Zeit habe und ließ den bereits festgelegten Termin platzen." Martens sei aber gebeten worden, den Künstlern abzusagen und ihnen für die bisherige Teilnahme und Zusammenarbeit zu danken. "Mir hat Uhrich nicht gedankt und auch nicht meine langjährige Kulturarbeit gewürdigt. Er kennt mich überhaupt nicht", moniert Martens.

»Keine kopflose Entscheidung«

"Ich möchte einmal klarstellen, dass Herr Martens ein externer Dienstleister ist, nicht von der Gemeinde beauftragt wurde, und keinen Antrag für seine Veranstaltung für 2022 gestellt hat", sagt Bürgermeister Tobias Uhrich im Gespräch mit der Lahrer Zeitung. Natürlich habe man nicht kopflos und spontan entschieden – "aber die Veranstaltung hat nach Rücksprache des Löwen-Wirts in diesem Jahr einfach keinen Platz gefunden." Außerdem habe Uhrich aus dem Gespräch mitnehmen können, dass der Löwen-Wirt generell nicht allzu viel Interesse an der "Löwen-Art" habe. "Herr Martens hat Recht. Wir sind in Neuried ein frisches, neues Teams. Mit neuen Ideen und neuen Wegen." Und das sei – wie man bei diesem Thema nun sehe – nicht immer leicht. Man wolle niemanden vor den Kopf stoßen, aber abwägen, was für die Zukunft sinnvoll ist und wo Neues etabliert werden könnte. "So haben wir uns erst einmal dafür entschieden, mehr Kulturangebote in die Riedwoche einzubauen", sagt Uhrich.

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