Velz wird Handball-Profi Meißenheimer Kumpels spielen bald zusammen in der zweiten Liga

Felix Gieger
Spielt bald mit Bietigheim in der zweiten Bundesliga: der Meißenheimer Alexander Velz. Foto: Wendling

Im Sommer beginnt für den Meißenheimer Alexander Velz ein neuer Abschnitt seiner Handball-Karriere. Dann wechselt der 22-Jährige nach Bietigheim in die zweite Bundesliga und spielt dort mit einem seiner besten Freunde zusammen.

Dass man mit einem Weltmeister persönlich über seine Zukunft im Handball redet, passiert für nur den allerwenigsten Spieler. Alexander Velz hatte das Vergnügen, als er mit Iker Romero telefonierte. Der Spanier ist Weltmeister, Olympiamedaillen-Gewinner, Spanischer Meister und zweifacher Champions-League-Sieger – und ab dem Sommer Trainer des Meißenheimers Velz. Denn vom TV Willstätt geht es für Velz nach der Saison zur SG BBM Bietigheim, beim Zweitligisten macht der 22-Jährige den Schritt zum Handball-Profi.

Genau diesen Schritt ist in Jonathan Fischer bereits ein anderer Meißenheimer gegangen. Im Schwäbischen treffen sich die beiden, die sich schon lange kennen und gut befreundet sind, nun in der zweithöchsten Spielklasse des Landes wieder. Da würde natürlich auch eine Wohngemeinschaft der beiden Meißenheimer naheliegen, oder? "Da haben wir uns bewusst dagegen entschieden", erzählt Velz lachend.

Im Sommer werden die Kisten gepackt

Als die Anfrage aus Bietigheim kam, musst Willstätter Topspieler nicht lange überlegen. "Es war eine einfache Entscheidung", erzählt er, nicht nur weil sein Kumpel Fischer dort spielt. "Es hat einfach alles gepasst und das Gesamtpaket stimmt: die sportlichen Ziele, die Nähe zu meiner Heimat und dass Jonathan dort spielt", erzählt Velz, für den es nun im Sommer erstmals heißt: Kisten packen. Denn bisher wohnte er in Meißenheim, auch in seiner Zeit beim Schweizer Zweitligisten TV Möhlin, als ihn sein damaliger Coach Jürgen Brandstaeter, der wie Velz aus Meißenheim stammt, immer mit zum Training nahm.

Pendeln ist nun nicht mehr möglich, zu weit ist die Strecke und zu oft wird bei den Profis trainiert. Daher wird Velz sich zunächst einmal nur auf Handball konzentrieren, seinen Job in der Ortenau wird er im Sommer aufgeben. Ab dann steht beim torgefährlichen Spielmacher nur noch der Sport im Mittelpunkt. "Ich freue mich da einfach total drauf", sagt er mit Blick auf seinen Wechsel in den Profi-Handball.

Doch ein wenig Respekt hat er auch vor der Aufgabe. "In der zweiten Liga wird viel schnellerer und intensiverer Handball gespielt. Da weiß ich, dass ich da noch an mir arbeiten muss", ahnt er, dass auch im Sommer in der Vorbereitung viel Arbeit auf ihn zukommen wird. Und auch das Trainingspensum wird deutlich das übersteigen, was Velz bisher beim Drittligisten Willstätt gewohnt ist. "Körperlich wird das auf jeden Fal anstrengender", ist er sich bewusst.

Der neue Verein hat Ambitionen nach oben

Vor allem, weil sein neuer Verein durchaus ambitioniert ist – auch wenn die Ergebnisse in der vergangenen Jahren nicht immer dem Anspruch gerecht wurden. 2019 – schon damals war Fischer mit dabei – spielte die SG noch in der Bundesliga und verpasste nach dem Abstieg den Wiederaufstieg in der Corona-Saison danach nur knapp. In diesem Jahr steht die Mannschaft von Trainer Romero im Tabellenmittelfeld.

Das soll sich in der Zukunft wieder ändern. "Sie wollen schon in den nächsten ein bis drei Jahren in die erste Liga", erzählt Velz von den Zielen seines neuen Vereins. Er selbst möchte dabei helfen, gerne im Zusammenspiel mit seinem Meißenheimer Kumpel Jonathan Fischer.

So richtig lange haben die beiden in der Vergangenheit aber noch nicht zusammengespielt, "nur ein oder zwei Jahre in der Jugend", erinnert sich Velz. "Aber das Grundverständnis ist gegeben und ich glaube, es könnte ein geiles Gespann werden", sagt er. Darüber würden sich wohl die Ortenauer Handballfans und der ehemalige Weltmeister Iker Romero gleichermaßen freuen.

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