Vandalismus in Seelbach Jugendliche demolieren zwei Bushaltestellen

Vier Jugendliche haben mit Steinen die Scheiben von zwei Buswartehäuschen eingeschlagen. Der Chef der Offenburger Werbefirma Citylightcontact als Besitzer ist verärgert und denkt über Konsequenzen nach. Foto: Baublies

Vier Jugendliche haben in Seelbach auf der Hauptstraße randaliert und die Werbehäuschen von zwei Bushaltestellen zerstört. Die Polizei konnte noch am selben Abend alle Randalierer ausfindig machen.

Seelbach - "Mir fällt kein plausibler Grund ein, warum die Jugendlichen so etwas gemacht haben. Es war vermutlich einfach Zerstörungswut", sagt Yannik Hilger vom Polizeipräsidium Offenburg.

Vor rund einem Monat hatten Unbekannte in Seelbach schon einmal ein Bushäuschen demoliert. Ob die Jugendlichen von Sonntagabend auch für diese Tat verantwortlich sind, sei laut Polizei noch nicht klar. "Wir prüfen gerade noch, ob ein Zusammenhang besteht", so Hilger.

Ein Zeuge hatte die vier Jugendlichen am Sonntagabend dabei beobachtet, wie sie mit Steinen die Scheiben von zwei Buswartehäuschen eingeschlagen haben. Er habe die Jugendlichen laut Polizei auf ihr Verhalten angesprochen und sei dann von einem der Randalierer bedroht und beschimpft worden. Daraufhin habe er die Polizei eingeschaltet.

"Wir schätzen bei Einsätzen, wo wir wissen, wie viele Täter es gibt und was uns ungefähr erwartet, immer die Besatzung taktisch ab. In diesem Fall haben wir zwei Streifenwagen vom Lahrer Revier nach Seelbach geschickt, also waren insgesamt vier Polizeibeamte vor Ort", erklärt Hilger. Als die Polizisten in Seelbach ankamen, hätten sie den 14-jährigen Beleidiger direkt befragt, seine Komplizen seien erst einmal in ein Feld neben der Straße geflohen. Aber auch sie schnappte die Polizei nach der Verfolgung teilweise bei ihnen zuhause. Die zwei Jungen und zwei Mädchen seien zur Vernehmung mit aufs Revier genommen worden, danach seien sie von ihren Eltern abgeholt worden. Die vier Halbstarken müssen sich nun wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung verantworten.

Schaden liegt bei rund 2000 Euro

Weitere Schritte der Polizei waren laut Hilger auch die Aufnahme der Zeugenaussage, das Fotografieren der Bushäuschen und das Abschätzen des Schadens.

Die Eigentümerin der Bushäuschen ist die Offenburger Werbefirma Citylightcontact, die die rund 15.000 Euro teuren Häuschen aufstellt und dort Werbung platziert.

Geschäftsführer Claus Ruh erzählt: "Ich bin heute Morgen von der Polizei angerufen worden. Wir haben dann vor Ort den Schaden inspiziert. Die Feuerwehr hatte die Bushäuschen bereits abgesperrt und die größten Scherben und Gegenstände entfernt." Der Schaden liege bei rund 2000 Euro.

Ruh ist sehr verärgert, denn die Wartehäuschen würden auch von älteren Spaziergängern genutzt, um sich auszuruhen oder Schutz vor der Sonne zu finden. "Wenn das noch mal passiert, müssen wir die Häuschen abbauen. Darunter müssten dann alle leiden", sagt Ruh.

Info: Gemeinschädliche Sachbeschädigung

Zur gemeinschädlichen Sachbeschädigung wird die Zerstörung oder Beschädigung von Gegenständen gezählt, die zum öffentlichen Nutzen oder zur Verschönerung öffentlicher Wege, Plätze oder Anlagen dienen. Auch Gegenstände, die dem Gottesdienst gewidmet sind, sowie Grabmäler, öffentliche Denkmäler, Naturdenkmäler, Gegenstände der Kunst, der Wissenschaft oder des Gewerbes, welche in öffentlichen Sammlungen aufbewahrt werden oder öffentlich aufgestellt sind, zählen dazu. Die Täter können mit Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafen bestraft werden.

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