Ukrainer willkommen Friesenheim will helfen, wo es geht

Christine Bohnert-Seidel
Wann, wo, wieviele? – Fragen, die derzeit hinsichtlich der Flüchtlinge aus der Ukraine noch niemand genau beantworten kann. Friesenheim will aber vorbereitet sein, wenn hilfsbedürftige Menschen in der Gemeinde ankommen sollten. Foto: Bohnert-Seidel

Die Gemeinde Friesenheim rechnet mit einer Zuteilung von Flüchtlingen aus der Ukraine. Bürgermeister Erik Weide hofft auf die Unterstützung seiner Bürger, die leeren Wohnraum zu Verfügung stellen möge.

Friesenheim - Der Krieg in der Ukraine erschüttert weltweit. "Es braucht nicht viel zu sagen, wie unrealistisch es ist, dass in Europa so etwas tatsächlich stattfindet und nicht abzusehen ist, dass es aufhört", erklärte Bürgermeister Erik Weide am Donnerstagmorgen in einem Pressegespräch. Die Unterstützung der Gemeinde und auch der Bevölkerung sieht er als Selbstverständlichkeit an.

Noch sei nicht bekannt, ob und wie viele Flüchtlinge aus der Ukraine im Ortenaukreis eintreffen werden. Vereinzelt seien bereits Menschen aus der Ukraine bei Verwandten oder Freunden im Ortenaukreis unterkommen, ließ Hauptamtsleiterin Anja Reichert durchblicken. Über das Hauptamt laufe die Koordination von Hilfen zusammen. Heute schon bittet Bürgermeister Weide die Bevölkerung um Hilfe bei der Freistellung von Wohnraum. Für welchen Zeitraum dieser benötigt wird, lasse sich noch nicht abzeichnen. Alles sei im Fluss und die Gemeinde möchte auf die Unterbringung von Menschen aus der Ukraine vorbereitet sein.

Über ein vereinfachtes Verfahren soll der Zustrom erleichtert werden. "Wir gehen davon aus, dass Flüchtlinge kommen", betont Weide. In der Hauptsache wird Wohnraum angefragt. Die Gemeinde selbst kläre ab, wie viel Wohnraum noch über die eigenen Gebäude zur Verfügung stünden. Schwierig sei die Lagerung von Sachspenden und deren Verteilung. Hier verwies Weide auf übergeordnete Stellen. Aus der "Schublade 10" wurde bereits signalisiert, dass die Einrichtung nicht noch mehr Sachspenden, als im normalen Tagesgeschäft angenommen wird, logistisch verarbeiten könne. Vielmehr ruft die "Schublade 10" zu Geldspenden auf, die direkt auf das Konto der Evangelische Stadtmission Freiburg einbezahlt werden können. Bürgermeister Weide bittet bei der Überweisung von Geldspenden um Einzahlung auf jenes Konto. "Als Gemeinde können wir kein eigenes Konto einrichten", so Weide. Das Hauptamt stehe in Kontakt mit dem Netzwerk Solidarität, der "Schublade 10", der Arbeiterwohlfahrt sowie den beiden Kirchen. Bereit in der Hilfeleistung stehen Feuerwehr und DRK. Ob es beim DRK zum Einsatz kommen sollte, bleibe abzuwarten. Es wird jederzeit mit einem Einsatz gerechnet.

"Selbst wenn es ein großer Zustrom an Menschen wäre, bin ich mir sicher, die Unterstützung aus der Bevölkerung wäre immens", gibt sich Weide zuversichtlich. Für die Menschen, die in Friesenheim Unterkunft finden sollen, hofft Weide auf eine gute Lösung. Bevor in Friesenheim eine Halle zur Unterbringung umfunktioniert wird, bliebe noch Raum im alten Kloster in Heiligenzell oder in anderen Gebäude. Auch die Kirche würde sich einbringen. Eine Unterbringung in privaten Wohnungen sehe Weide im Ehrenamt. "Wir als Gemeinde signalisieren ganz klar unsere Unterstützung", so Weide. Jede Gemeinde dürfte in den kommenden Wochen mit einer entsprechenden Zuteilung rechnen.

Bündelung

Der Ortenaukreis hat eine E-Mail-Adresse eingerichtet: aufnahme-ukraine@ortenaukreis.de. Über diese Adresse können sich Personen melden, die privat Wohnraum zur Verfügung stellen könnten. Gebündelt werden diese Anfragen beim Landratsamt erfasst. Der Appell richtet sich an alle Bürger zur Solidarität mit den vom Krieg betroffenen Ukrainern. Die Gemeinde Friesenheim hat ebenfalls eine E-Mail-Adresse eingerichtet: ukrainehilfe@friesenheim.de.

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