Ukraine-Krieg Sparkasse wird zum Kleiderdepot

Michael Masson
Die gespendeten Kleider werden erst einmal von den Helfern nach Größen und Funktion sortiert. Foto: Decoux

Mahlberg hat jetzt ein Kleiderdepot für ukrainische Flüchtlinge. Unterhalten wird es von ehrenamtlichen Helfern der evangelischen Kirchengemeinde sowie auch von ukrainischen Frauen.

Mahlberg - Platz gefunden hat das Depot im ehemaligen Schalterraum der Sparkasse in der Stauferstraße 2. Die Gebäudebesitzerin Mauritia Mack-Gnädig hat den Raum, nach einer Anfrage des Bürgermeisters Dietmar Benz, sofort für die nächsten drei Monate unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Sie habe, sagte sie zur Eröffnung vor Ort, keine Sekunde darüber nachdenken müssen. Auch sonst habe der Europa-Park schon geholfen, etwa mit Zwischenübernachtungen für durchreisende ukrainische Kriegsflüchtlinge im Hotel Colosseo. Täglich verfolge auch Mack-Gnädig die Nachrichten vom grausamen Kriegsgeschehen.

Eilends war der große Erdgeschoss-Raum nach kleinen Umbauarbeiten nun hergerichtet und mit gestifteten Kleiderständern ausgestattet worden. Die vielen ersten Spenden-Kartons sind längst ausgepackt und sortiert – dafür erweist sich auch der ehemalige lange Schaltertresen als praktisch. Wo früher Akten lagerten, stehen nun Schuhe. Gesammelt werden weiterhin Kleidung jeder Art und Schuhe ebenfalls aller Größen, die natürlich allesamt gut erhalten sein sollten.

Ein erster Blick auf die neuen Stapel und Ständer beweist: Da haben sich die privaten Spender nicht etwa von altem Plunder getrennt, sondern von hochwertigen Kleidungsstücken. Männersachen werden weniger gebraucht, um so mehr jedoch Kinderkleidung. Überwiegend sind Frauen und Kinder aus der Ukraine geflüchtet, die kriegsdienstpflichtigen Männer und Väter mussten meist zurückgelassen werden.

Beim Pressetermin bedankten sich die ukrainischen Flüchtlinge gleich mit der Hilfe der ehrenamtlichen Dolmetscherin und Kontakt-Betreuerin Svetlana Schäfer, die als geborene Ukrainerin schon lange in Mahlberg wohnt. Nicht nur für die Kleiderspenden, für die mit nur wenig Handgepäck angekommenen Flüchtlinge, wurde Dank ausgesprochen, sondern die Flüchtlinge zeigten sich auch für die herzliche Aufnahme samt Unterbringung in Mahlberg dankbar.

Wohnraum für Flüchtlinge wird dringend gesucht

Das Mahlberger Ukraine-Netzwerk wird von Silvia Benz koordiniert, ebenfalls ehrenamtlich. "Das werden wir am Leben erhalten", sagt die Helferin. Sie freute sich samt ihrem Bürgermeister-Gatten über so viele hilfsbereite Menschen, die sich engagieren. Die Stadt Mahlberg wird, laut Bürgermeister Dietmar Benz, weiterhin für dringend benötigten Wohnraum und deren Mobiliar und Ausstattung sorgen, samt Gegenständen des täglichen Bedarfs. Mittlerweile sind 36 ukrainische Kriegsflüchtlinge in Mahlberg angekommen und untergekommen. Weiterer Wohnraum wird für die Neuankömmlinge dringend gesucht, erklärte der Bürgermeister.

Öffnungszeiten

Das Kleiderdepot hat jeden Dienstag von 15 bis 18 Uhr geöffnet und dort können   Flüchtlinge Bekleidung und Schuhe bekommen. Es   wird   weiterhin Kleidung gesammelt: Dabei wird gezielt nach Größen und vorsorglich auch nach wetterfester Kleidung sortiert. Neben den üblichen Öffnungszeiten können weitere Termine unter Telefon 07825/8 43 80  ausgemacht werden.

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