Trotz explodierender Spritpreise Busreisen in Friesenheim werden nicht teurer

Nadine Goltz
Bus-Reiseunternehmer Manfred Schoor aus Friesenheim bleibt positiv: Seine Reise-Preise werden trotz der Benzinpreise erst einmal nicht erhöht. Foto: Bohnert-Seidel

Die aktuellen Spritpreise sorgen bei den Bürgern für großen Ärger. Einer, der sogar darauf im Wesentlichen angewiesen ist, sieht die Lage noch entspannt: "Wir sollten positiv bleiben, das ist gesünder", so Bus-Unternehmer Manfred Schoor.

Friesenheim - "Natürlich – die Lage ist dramatisch. Erst werden wir von der Corona-Pandemie überrollt, nun sind wir einfach in die nächste Krise reingerutscht", sagt Manfred Schoor vom gleichnamigen Reisebus-Unternehmen mit Sitz in Friesenheim. Man könne daran aber nichts "drehen und nichts wenden". Und während "die Deutschen immer gerne so schnell ins Nörgeln kommen", will Schoor weiterhin dagegen halten. "Ich bin ein sehr positiver Mensch. Und das sollte ich auch bleiben, schließlich verkaufe ich Urlaub – und Urlaub sollte immer was Positives sein", betont er gegenüber der Lahrer Zeitung.

Das A und O ist für ihn der Kontakt zu seinen Kunden

Das A und O für den Friesenheimer sei der Kontakt zu seinen Kunden. "Wer sich die Lage erklärt und mit den Menschen ins Gespräch kommt, der erfährt auch in den allermeisten Fällen Verständnis, falls es doch einmal teurer werden sollte." Fatal sei es hingegen, "einfach so" die Preise für die Reisen zu erhöhen. Zumal Schoor andere Wege sieht, Einsparungen zu erzielen: "Vielleicht einfach mal nicht das Gaspedal komplett durchdrücken und dafür in Kauf nehmen, dass man eben ein wenig später am Ziel angelangt", ist sein Rat. Am Verhalten auf der Autobahn sehe der Unternehmer noch immer nicht, dass die Spritpreise derzeit enorm erhöht sind – "gerast wird weiterhin ohne Ende."

Seine Preise würden nun erst einmal nicht angepasst. "Wenn Busunternehmen bereits jetzt schon ihre Reisepreise anpassen müssen, dann muss ich sagen, haben sie einfach schlecht kalkuliert", sagt er. Schoor sei bewusst, dass sich dieser Zustand nicht ewig in die Länge ziehen dürfe – "dann müsste man das tatsächlich über die Preise auffangen". Aber die nächsten Monate sehe alles noch gut aus.

Fahrten im Januar und Februar waren gut gebucht

"Ich kann mich derzeit nicht beklagen, auch wenn die Menschen noch vorsichtig sind, was das Buchen von Reisen betrifft", sagt Schoor. Viele scheuten sich, weil man nicht genau wisse, welche Regelungen bis zum Reiseantritt gelten würden. "Dennoch kann ich sagen, unsere Fahrten im Januar und Februar waren gut besetzt."

Wie es weitergeht, werde man sehen – "positiv gestimmt bleiben", lautet die Devise Schoors. Sich über das freuen, was man hat. "Und vielleicht nicht alles, was derzeit vermeintlich schief läuft, nun gleich den Russen zuschieben – das ist zu leicht gedacht", so seine Bitte.

Dankbarkeit

Während der ersten Corona-Welle und dem Reiseverbot, hatte Manfred Schoor seine Füße nicht stillhalten wollen und sich ehrenamtlich eingebracht. Kostenlos hat er Senioren in die Impfzentren gefahren. "Noch heute profitiere ich davon", sagt Schoor gegenüber der LZ. Immer wieder würden sich die Menschen noch bedanken – und auch den ein oder anderen Kunden habe er gewonnen.

  • Bewertung
    1