Transporter sind unterwegs Für Logistiker war’s Ehrensache

Christine Bohnert-Seidel und Nadine Goltz
Tagelang wurde auf dem Gelände der Firma Warimex sortiert, gepackt und letztlich die Spendenpakete in die Fahrzeuge einsortiert. Neurieds Bürgermeister Tobias Uhrich (fünfter von links) sprach am Donnerstagnachmittag einen besonderen Dank an das Logistikunternehmen aus. Foto: Bohnert-Seidel

Seit den frühen Freitagmorgenstunden sind die Bürgermeister Tobias Uhrich, Andreas Heck und Matthias Litterst auf dem Weg an die ukrainische Grenze. Besonders unter die Arme gegriffen hatte die Firma Warimex, die größten Dank erfuhr.

Neuried - Vor allem über Instagram melden sich die Bürgermeister immer wieder und halten damit ihre Bürger auf dem Laufenden. "Wir sind unterwegs" postete beispielsweise Neurieds Bürgermeister Tobias Uhrich am Freitagmorgen um 4 Uhr. Im Kurzvideo sind Feuerwehrautos mit laufenden Motoren und angeschaltetem Blaulicht auf dem Hof der Firma Warimex in Dundenheim zu sehen. Gemeinsam mit seinen Bürgermeisterkollegen Andreas Heck aus Hohberg und Matthias Litterst aus Schuttertal ist Uhrich seither auf dem Weg an die ukrainischen Grenze. Dort werden sie Waren – insgesamt mehr als 55 Tonnen, darunter Nahrung, Decken, Wasser, Medikamente und Verbandszeug – im Wert von mehr als 100 000 Euro abgeben. "Wir garantieren, dass alle Spenden bei den Menschen in der Ukraine ankommen", erklärt Uhrich gegenüber der Lahrer Zeitung am Donnerstagnachmittag auf dem Gelände der Firma Warimex, wo die letzten Vorbereitungen getätigt wurden.

Bürgermeister Uhrich sprach dem Logistikunternehmen, allen voran Geschäftsführer Michael Schmiederer, immer wieder seinen größten Dank aus. Ohne dieses Engagement und die Logistikarbeit des Unternehmens wäre dieser Umfang kaum zu bewältigen, ist sich der Neurieder Rathauschef sicher. Sofort sei das Unternehmen mit im Boot gewesen als die drei Bürgermeister gemeinsam die Hilfsaktion ins Leben riefen.

"Ich bin sehr dankbar, dass es Herrn Schmiederer in unserer Gemeinde gibt, der von Anfang an signalisiert hatte: ›Hey, Leute, ich helfe, wo ich kann. Ihr organisiert die Fahrzeuge und ich die Lebensmittel‹." Seit Tagen bringe Schmiederer sich ein. So einen Geschäftsmann habe Uhrich noch nie erlebt. Persönlich habe Schmiederer sich darum gekümmert, dass bereits ein erster 40-Tonner auf den Weg gebracht worden ist.

"Eine ganz tolle Sache! Vor allem auch, dass sich so viele Menschen aus Neuried und den anderen Gemeinden zusammengefunden und unglaublich viel an Spendengeldern zusammengebracht haben", sagt Schmiederer. Für ihn sei es eine Ehrensache, seine Firma und dessen Kompetenzen einbringen zu können und die Logistik für diese Aktion zu übernehmen. Einen großen Dank richtete Schmiederer an all diejenigen, die gespendet haben, aber vor allem auch an diejenigen, die das Wochenende über freiwillig halfen, all die Sachen zu sortieren. Aber damit sei es nicht getan, appellierte er. "Der Krieg ist nicht beendet. Die Not wird sicherlich noch viel größer werden", sagt er.

Gut 50 Ukrainer leben bereits in Neuried. Die Bürger zeigten sich "wahnsinnig solidarisch", so Uhrich. Mit sehr viel Herzblut und persönlichem Engagement unterstützten Menschen aus Neuried, aber auch Hohberg und Umgebung die Ukrainer. So wurden unter anderem mehr als 100 000 Euro Spendengelder bei dieser Aktion für die Ukraine gesammelt, dazu gab es eine Aktion von Thomas und Oksana Pflugradt aus Neuried. "Mehr als 400 Menschen werden in ihrer größten Not, zumindest mit Nahrung und Arznei versorgt", so Uhrich. "Selbstverständlich werden wir nicht mit leeren Fahrzeugen zurückfahren, wenn wir Menschen helfen können", so Uhrich. Weiter verfolgt werden kann die Aktion über die Instagram-Seiten der drei Bürgermeister.

Warenabnahme

Abgenommen werden die Waren an einer zentralen Sammelstelle in Lezajsk organisiert von Mitarbeitern der polnischen Regierung sowie der Caritas. Den Kontakt hergestellt hat Dominik Fehringer, Geschäftsführer der WRO in Offenburg. 36 Personen, darunter die Ärztin und Chirurgin Tatjana Johanson vom Ortenauklinikum in Offenburg, sind mit zur polnisch-ukrainischen Grenze gefahren. Der Ärztin war es ein Bedürfnis, den Tross von 13 Kleintransportern zu begleiten. "Niemand weiß, was wir vorfinden werden", so die Ärztin. Mannschaftstransportwagen der Feuerwehren aus den Gemeinden Neuried (fünf), Schuttertal (vier) und Hohberg (drei) begleiten den Tross.

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