Tennis Hoffnung auf den Klassenerhalt beim TC Oberweier

, aktualisiert am 19.09.2019 - 09:22 Uhr
Die Mannschaft des TC BW Oberweier darf auf den nachträglichen Klassenerhalt hoffen. Foto: Fissler

Sportlich ist der TC Oberweier aus der zweiten Liga abgestiegen. Doch durch den Aufstiegsverzicht zweier Regionalligisten ist noch ein Platz in Liga zwei vakant. Diesen hätten die Ortenauer nun gerne – und haben darauf auch gute Chancen.

Mitte August war der TC Blau-Weiß Oberweier noch im Tal der Tränen. In einem extrem bitteren Saisonfinale standen die Ortenauer plötzlich auf dem vorletzten Rang – einem Abstiegsplatz. Nun kommt aber doch noch mal Bewegung in die Sache. Denn der TC RW Landshut, souveräner Meister der Regionalliga Südost, hat auf sein Aufstiegsrecht verzichtet. Und auch der Zweitplatzierte, der TC BW Dresden Blasewitz, will nicht in die zweite Bundesliga aufsteigen. Das bestätigte Clubmanager Christoph Hagedorn auf Nachfrage unserer Zeitung. "Wir wollen in der Regionalliga bleiben", sagte er. Bis Mittwochabend musste sich Dresden auch offiziell beim Deutschen Tennisbund (DTB) melden.

Die Entscheidung trifft ein DTB-Ausschuss

Damit sind die Karten wieder neu gemischt. Und auch der TC BW Oberweier darf sich nun wieder berechtigte Hoffnungen auf den nachträglichen Klassenerhalt machen. Das Zünglein an der Waage ist dabei der DTB-Ausschuss für die Bundesligen, dem laut DTB-Homepage sieben Mitglieder angehören.

Das Gremium müsse in diesem Fall per Mehrheitsentscheid entscheiden, welchen Verein man frage, ob er in der zweiten Bundesliga spielen wolle. "Wir fragen entweder den Dritten der Regionalliga Südost, den Zweiten der Regionalliga Südwest oder Oberweier als den besseren der beiden Zweitliga-Absteiger", erklärt Klaus Willert, beim DTB zuständig für die Bundesligen, das Prozedere. Aus der Südost-Staffel wäre das der TC Augsburg, in der Südwest-Staffel wurde TA SV Leingarten Zweiter.

Auch vergangene Saion blieb ein Zweitliga-Absteiger drin

An der Palmengasse in Oberweier hofft man nun natürlich auf Nachricht des DTB, die schon bald kommen könnte. "Es wäre natürlich schön, wenn sie uns fragen würden", sagte Cheftrainer Oliver Killeweit im Gespräch mit unserer Zeitung. Hoffnung mache ihm auch die Situation aus der vergangenen Saison, als ebenfalls Landshut nicht aufsteigen wollte. Der Nutznießer damals: der sportlich abgestiegene Zweitligist BASF Ludwigshafen.

Oberweier hat die Ligatauglichkeit unter Beweis gestellt

Nach dieser Logik dürfte Oberweier als Zweitligist ganz gute Chancen auf den späten Klassenerhalt haben. Denn in den vergangenen beiden Spielzeiten hat der TCO seine Ligatauglichkeit – sportlich, organisatorisch und finanziell – unter Beweis gestellt. Ein großes Risiko würde der Ausschuss also nicht eingehen, sollte er die Ortenauer fragen, auch wenn Oliver Weber, Spielleiter der zweiten Bundesliga und Mitglied im Ausschuss, sich bedeckt hält. Wie die Entscheidung aussehen wird, "kann ich naturgemäß nicht vorhersehen und auch nicht im Vorfeld kommentieren. Eine Möglichkeit wäre, dass auch der TC Oberweier gefragt wird", schreibt Weber auf Nachfrage.

In Oberweier hat man Lust auf Bundesliga

Falls dem so wäre, hätte der TCO zehn Tage Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Zwar werde man es im Verein nochmals besprechen, grundsätzlich stünde aber jeder hinter dem Projekt zweite Bundesliga, sagt Killeweit. "Damit ist es auch besser, sich zu verkaufen", sagt der Cheftrainer.

Und natürlich wäre das höhere Niveau in der Liga für die Entwicklung von Talenten wie Adrian Obert und Paul Wörner ideal. Doch auch wenn man am Ende Pech hätte, würde das noch nicht zwangsläufig einen personellen Aderlass beim TCO bedeuten. "Ob wir Abgänge haben, steht noch in den Sternen", sagt Killeweit. Mit dem Klassenerhalt durch die Hintertür hätte er in Sachen Kaderplanung auf jeden Fall noch ein Ass im Ärmel.

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