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Straßburg Wildes Camp geräumt

Straßburg. Das wilde Zeltlager hinter dem Straßburger Bahnhof, in dem zuletzt rund 100 Flüchtlinge lebten, ist am Dienstag auf Initiative des Präfekten geräumt worden. Die Flüchtlinge wurden in einer Sporthalle einquartiert. Die Präfektur will sie bis Ende der Woche auf die Region "Grand Est" verteilen oder mit einer Prämie in Höhe von 630 Euro zur Heimreise bewegen.

 

Im Juni hatten rund 60 Menschen – vor allem Familien mit Kindern aus dem Kosovo, Albanien und anderen Balkanländern – auf dem Rasen hinter dem Bahnhof ihre Zelte aufgeschlagen. Sie hätten Asylantrag gestellt, ihnen sei aber keine Unterkunft angeboten worden, sagten sie (wir berichteten). Die Stadtverwaltung stellte zwar Ende Juli vier Toiletten auf und öffnete eine Wasserleitung, klagte aber gleichzeitig auf Räumung des städtischen Geländes. "Wir wollen den Staat in die Pflicht nehmen", erklärte die beigeordnete Bürgermeisterin für Soziales Marie-Dominique Dreyssé. Das nationale Amt für Flüchtlinge (OFII) gab vor Gericht an, für die Flüchtlinge in Straßburg derzeit keine Mittel und keinen Wohnraum zu haben. Am 21. September sprach das Landgericht Straßburg sein Urteil zur Räumungsklage der Stadt: Der Staat müsse die Flüchtlinge innerhalb von zwei Monaten unterbringen, hieß es darin.

Der Präfekt ließ das Gelände nun räumen: Die Zelte wurden von der Müllabfuhr eingesammelt, das Areal gleich darauf umgepflügt. Rund siebzig Flüchtlinge wurden mit Bussen in eine städtische Sporthalle gebracht, wo sie vom Roten Kreuz empfangen wurden. OFII-Mitarbeiter kümmern sich jetzt um Unterkünfte in der Region. "Ihre Akten werden nach dem Gesetz und mit größtmöglichem Mitgefühl bearbeitet", so Yves Séguy, Generalsekretär der Präfektur Bas-Rhin. "Wer aber kein Asylrecht hat, wird von der Polizei aus Frankreich ausgewiesen", betont er.

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