Straßburg Straßburg lockt die ganz großen Namen

Rock Feliho (links), Kapitän von Nantes, könnte in Straßburg auch wieder auf Montpelliers französischen Welt- und Europameister Valentin Porte treffen. Foto: Gambarini Foto: Lahrer Zeitung

Mit der Partie Elverum gegen Pick Szeged beginnt heute Abend um 18.15 Uhr in der Straßburger Rhénus-Arena das Euro­tournoi. Noch bis Sonntag messen sich einige der besten Spieler der Welt im Elsass.

Seit einem Vierteljahrhundert geht das stets hochkarätig besetzte Eurotournoi in Straßburg bereits über die Bühne. Und neben den Stars der Handballszene, die es Jahr für Jahr ins Elsass zieht, um sich im sportlichen Wettkampf miteinander zu messen, pilgern auch zahlreiche Handballfans aus der Ortenau Jahr ein Jahr aus in die französische Nachbarschaft, um die Besten der Besten live und in Farbe in der Rhénus-Sport-Arena zu erleben.

Den Auftakt machen heute Abend um 18.15 Uhr der norwegische Titelträger Elverum Idrettslag und der ungarische EHC-Pokalsieger von 2014, Pick Szeget. Im Anschluss messen sich ab 20.30 Uhr der französische Spitzenklub Montpellier und der russische Seriensieger Medwedi Tschechow.

Am Freitag stehen folgende Paarungen an: Um 18.15 Uhr trifft Medwedi Tschechow auf Benfica Lissabon mit Sprungwunder Kévynn Nyokas. Um 20.30 Uhr trifft der HBC Nantes, Ex-Klub von Dominik Klein, auf Elverum. Am Samstag geht es erneut um 18.15 Uhr mit der Begegnung HBC Nantes gegen Szeget los. Um 20.30 Uhr tritt Montpellier gegen Lissabon an. Die Platzierungsspiele starten am Sonntag ab 13 Uhr. Das Finale wird um 17 Uhr angepfiffen.

Medwedi Tschechow

In Russland führt an Medwedi Tschechow einfach kein Weg dran vorbei. Sagenhafte 18 Meisterschaften in Folge hat der Klub aus der Nähe von Moskau eingeheimst. Im letzten Jahr gab es sogar das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Supercup. Und kein Wunder, schließlich ist der amtierende Titelträger in Russland im Grunde gleichzusetzen mit der Nationalmannschaft des Riesenlandes. Mit Torwart Dmitry Pavlenko, Linksaußen Roman Ostashchenko sowie den beiden Rückraum-Shootern Dmitrii Santalov und Alexander Kotov wurden gleich vier Spieler des Vereins ins All-Star-Team der russischen Superliga gewählt. Gleich acht Spieler des Serienmeisters berief Nationaltrainer Eduard Koksharov vor wenigen Wochen ins Aufgebot des internationalen Heide-Cups in Schneverdingen. Eingespieltheit ist also Trumpf bei den Russen, die zum bereits sechsten Mal beim Eurotournoi antreten. Der Coach Wladimir Maximow, 172-facher Nationalspieler und einst einer der besten Spieler der Welt, war selbst jahrelang für die Auswahl seines Landes zuständig. Wie sollte es auch anders sein: Auch Maximow wurde als Trainer der Saison in Russland ausgezeichnet.

Benfica Lissabon

Einen besonderen Trumpf haben die portugiesischen Hauptstädter, ihres Zeichens zwölffacher nationaler Titelträger, mit Kévynn Nyokas in ihren Reihen. Nicht nur garantiert der französische Europa- und Weltmeister, der auch schon drei Jahre in der Bundesliga (Göppingen, Gummersbach) auf dem Parkett gestanden ist, den Portugiesen schon fast so etwas wie einen Heimvorteil, sondern vor allem eine ganze Menge Tore.

Bruderduell wäre in Straßburg möglich

Doch nicht nur Nyokas, der eventuell im Turnierverlauf auf seinen Bruder Olivier (HBC Nantes, früher HBW Balingen-Weilstetten) treffen könnte, steht für Qualität im Kader Benficas. Auch den Spanier Carlos Molina, bis vor wenigen Wochen noch beim SC Magdeburg unter Vertrag, dürften viele Zuschauer aus der Bundesliga kennen.

Einen richtigen Coup landete Benfica dann noch in diesem Jahr mit der Verpflichtung von Kreisläufer René Toft Hansen. Der Ex-Kieler und Weltmeister von 2019 mit Dänemark kam vom ungarischen Spitzenteam KC Veszprém in die portugiesische Hauptstadt.

Montpellier HB

Der französische Rekordmeister aus dem Süden des Landes bewies seine gute Frühform erst vor wenigen Tagen. Im Endspiel des Traumalix Dolo Cup in Basel rang das Spitzenteam die Rhein-Neckar Löwen mit 25:24 nieder. Besonders Montpelliers starke Rückraumspieler Gilberto Duarte und Melvyn Richardson bekamen die Mannheimer dabei im zweiten Durchgang nicht in den Griff. Doch die Südfranzosen haben noch weitere Asse im Ärmel. Vor allem Rechtsaußen Valentin Porte, Champions League Sieger mit Montpellier 2018 und bereits mit dem Nationalteam Welt- und Europameister, zeugt von großer Qualität.

HBC Nantes

Zum vierten Mal in Folge angelte sich Nantes Anfang August den Sparkassen-Cup in Ehingen. Ungeschlagen spazierte die Mannschaft von Trainer Roberto Entrerríos durch das Turnier. Im Finale setzte sich das Team aus der östlichen Bretagne gegen die Füchse Berlin durch. Überragender Mann auf der Platte: Der mazedonische Altmeister Kiril Lazarov (39), der noch immer Regie führt, wie zu seinen besten Zeiten. Der Beweis: In der letzten Saison kegelten Lazarov und Nantes die Rhein-Neckar Löwen im Achtelfinale der Champions League aus dem Wettbewerb.

Pick Szeget

Gegen den späteren Sieger Vardar Skopje (mit Nationalspieler Christian Dissinger) war für Szeget in der letzten Saison im Viertelfinale der Champions League knapp Endstation. Doch Szeget hat in dieser Saison erneut aufgerüstet. Unter anderem stieß Rechtsaußen Bogdan Radivojevic von den Rhein-Neckar Löwen zum ungarischen Meister von 2018, der mit Spielern wie Joan Cañellas (früher unter anderem Hamburg und Kiel) oder dem schwedischen Linksaußen Jonas Källman ohnehin schon hervorragend besetzt ist.

Elverum

Seit 2012 mischt der Klub aus der Kleinstadt nordöstlich von Oslo die norwegische Liga auf. In den letzten sieben Jahren holte sich Elverum jeweils den nationalen Titel. Trainiert wird die junge Truppe seit 2014 vom ehemaligen schwedischen Nationalspieler Michael Apelgren. In diesem Jahr trifft Elverum am zweiten Spieltag der Champions League auf die SG Flensburg-Handewitt.

Seit 1994 gibt es vor dem Saisonstart das jährliche Straßburger Turnier, das eigentlich für Vereinsmannschaften gedacht ist. Alle vier Jahre mutiert das Eurotournoi allerdings zum Testlauf für Nationalmannschaften auf ihrem Weg zu den Olympischen Spielen. Die letzten vier Mal gewann das französische Team die Trophäe. Letztmals hatte das Turnier vor zehn Jahren ein deutsches Team gewinnen können. Der damalige deutsche Vizemeister HSV Hamburg besiegte im Finale den französischen Meister Montpellier mit 29:26. Die Rhein-Neckar Löwen beendeten das Turnier in dem Jahr auf dem fünften Platz.

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