Straßburg Ritual aus Körper und Klang

Szene aus "Requiem pour L." Foto: Van Der Burght Foto: Lahrer Zeitung

Straßburg (red/rha). Im Straßburger Maillon-Wacken ist ab heute bis 1. März das "Requiem pour L." zu sehen. Beginn ist jeweils ab 20.30 Uhr.

Mit Requiem hat Mozart ein unvergängliches Testament hinterlassen. Der Komponist Fabrizio Cassol und der Regisseur und Choreograf Alain Platel schaffen daraus über kulturelle Verflechtungen ein neues Ritual, eine Übertragung in Körper und Klang, die Musiker mehrerer Kontinente vereint. Angesichts der Endlichkeit eines jeden lassen sie so ein universelles Requiem entstehen, das spirituelle Gesänge und Trauerrituale verschiedener Kulturen verbindet. Auf der Bühne ein Stelenfeld und 14 Künstler, die sich mit vitaler Kraft einen Raum erobern, der von einem Bild – stumm, intensiv, bewegend – beherrscht wird: Während die Akteure verschiedene Musikrichtungen wie Jazz, Oper und traditionelle afrikanische Musik miteinander verweben, begleiten sie die letzten Augenblicke von L., einer betagten Frau, ihre stille Reise bis zu ihrem letzten Atemzug.

Platel und Cassol schaffen so eine sensible Zeremonie, die musikalisch und sinnlich körperlich, aber kein Tanztheater ist. Ihr Requiem ruft dazu auf, die ars moriendi zu zelebrieren – die Kunst des Sterbens, ohne die es keine Kunst des Lebens gibt.

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