Straßburg Racing will den Cup und nach Europa

Das Spiel des Jahres steht für den französischen Erstligisten Racing Straßburg am Samstag an. Gegen EA Guingamp geht es im Finale des Ligapokals um den ersten Titel seit 14 Jahren – und um den Einzug in die Europa League.

"Außergewöhnliche Ereignisse erfordern außergewöhnliche Maßnahmen", schreibt der französische Erstligist Racing Straßburg auf seiner Webseite. Ein solches außergewöhnliches Ereignis stellt das Ligapokalfinale für die Elsässer mit Sicherheit dar. Denn sollte sich Racing am Samstag (21 Uhr) im Cup-Endspiel im Stade Pierre-Mauroy in Lille gegen den Ligue-1-Konkurrenten EA Guingamp den ersten Titel seit 14 Jahren (ebenfalls Gewinn des Ligapokals) angeln, spielt die Mannschaft von Trainer Thierry Laurey in der kommenden Saison in der Europa League.

Und da nicht alle Racing-Fans die gut 500 Kilometer nach Lille zurücklegen können, geschweige denn bei der hohen Anfrage an Karten für das "Spiel des Jahrzehnts" gekommen wären, bietet der Klub aus dem Elsass seinen Anhängern einen besonderen Service. Auf einer Großbildleinwand im Straßburger Parc des Expositions wird die Begegnung am Samstagabend übertragen.

Wenger dürfte Racing die Daumen drücken

Sollte Racing die Trophäe mit nach Hause nehmen, dürfte einer sich das Grinsen wohl nur schwerlich verkneifen können: Kult-Trainer Arsène Wenger wird dem Sieger den Pokal überreichen. Dass der langjährige Coach von Arsenal London gewisse Sympathien für den Klub aus dem Elsass haben könnte, dürfte auf der Hand liegen: Wenger ist gebürtiger Straßburger und begann sowohl seine Spieler- als auch seine Trainerkarriere bei Racing. 1979 holte Wenger sogar zum bisher einzigen Mal die französische Meisterschaft mit Straßburg – es dürfte schlechtere Omen geben.

Eine sechsseitige Titelgeschichte hat die Fachzeitschrift "France Football" Racings Pokalambitionen gewidmet – so eine Wertschätzung wird dem in früheren Jahren von vielen französischen Topklubs eher als unnötig angesehenen Wettbewerb inzwischen entgegengebracht. Und dass, obwohl der Cup in den letzten Jahren zu einer sehr einseitigen Angelegenheit verkommen war. Satte fünfmal gewann Paris Saint-Germain den Coupe de la Ligue in den letzten fünf Jahren.

Dass es in diesem Jahr nichts wird mit der Titelverteidigung, haben die Hauptstädter Racings Finalgegner Guingamp zu verdanken. Im Viertelfinale hatten die Gäste Anfang Januar im Pariser Prinzenpark beim 2:1-Sieg dem haushohen Favoriten ein Bein gestellt – und das trotz eines Ballbesitzanteils von lediglich 23 Prozent. Racing dürfte also gewarnt sein vor dem Tabellensechzehnten der Ligue 1. Auch im Hinspiel in der Liga musste sich Racing im Oktober in der Bretagne mit einem 1:1-Unentschieden begnügen.

40 Vereine der Ligue 1 und Ligue 2 sowie drei Vereine aus der dritten Liga nehmen am Ligapokal teil. Der Gewinner qualifiziert sich für die Europa League. Zweimal hat Racing Straßburg den Pokal bereits gewonnen. 1997 setzten sich die Elsässer mit 7:6 im Elfmeterschießen gegen Girondins Bordeaux durch, 2005 gewann Racing (mit dem heutigen Kehler Yacine Abdessadki) mit 2:1 gegen SM Caen.

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