Straßburg Racing: Ruhigeres Fahrwasser als Ziel

Alle mal herhören: Trainer Thierry Laurey (ganz rechts) hat mit Racing Straßburg noch einiges vor. Foto: Künstle Foto: Lahrer Zeitung

"Besser als im letzten Jahr" will Racing Straßburg nach den Worten von Trainer Thierry Laurey im zweiten Jahr der Rückkehr in die französische Ligue 1 am Ende der Saison abschneiden. Für dieses Ziel schwitzen die Racing-Profis bereits seit Ende Juni.

 

Die wenigsten Spieler des französischen Weltmeisterteams sind in der Ligue 1 aktiv. Aber sie alle haben ihre fußballerische Ausbildung in einem der hochqualifizierten Nachwuchszentren erhalten und haben sich durch starke Leistungen in der Ligue 1 den Spitzenteams der europäischen Konkurrenten aufgedrängt. Frankreich hat längst den Ruf eine wahre Fundgrube hochtalentierter Fußballer zu sein.

In dieser Liga einen sicheren Platz zu ergattern, ist alles andere als ein Kinderspiel, zumal einige Clubs sich mit Hilfe ausländischer Investoren auf dem Weg an die europäische Spitze befinden. Paris SG, Olympique Lyon, AS Monaco und Olympique Marseille spielen mit ihren Budgets inzwischen in einer Liga mit den Topclubs in England oder Spanien- Statt die Besten regelmäßig an das Ausland zu verlieren holen sie selbst sich die Top-Stars ins Heimatland zurück. Im breiten Mittelfeld dahinter finden sich so klangvolle Namen wie der von AS St. Etienne, OSC Nice oder auch Girondnis Bordeaux. Mit diesen Teams hofft man bei Racing schon bald konkurrieren zu können. Mit dem belgischen Nationalkeeper Martz Sels holte man vom Premier-Club Newcastle United einen Torwart, der voller Revanchegelüste wegen der verpassten WM um einen Platz im EM-Kader 2020 Belgiens kämpfen wird. Mit ihm sollen der ehemalige Freiburger Stefan Mitrovic (KAA Gent, Belgien) und Abwehrhüne Lamine Koné (FC Sunderland, England) ein Abwehrbollwerk aufbauen, das die hohe Zahl an Gegentreffern deutlich reduzieren soll. Den für rund 14 Millionen Euro nach Monaco abgewanderten Jean-Eudes Aholou hofft man durch den 20-jährigen Ibrahima Sissoko (Stade Brest) ersetzen zu können. Und für die Offensive hat man mit dem spielstarken Adrien Thomasson (FC Nantes) und dem jungen Mittelstürmer Ludovic Ajorque (Clermont Foot) zwei Wunschspieler von Trainer Thierry Laurey verpflichtet, die in den Vorbereitungsspielen wiederholt zeigen konnten, dass man auf sie zählen kann.

Drei bis vier Neuzugänge sollen noch kommen

Dennoch steht das Spielerkarusell bei Racing noch nicht still. Die Abgänge, insbesondere von Alexander Oukidja (Metz), Kader Mangane (Unbekannt), Bakary Koné (Unbekannt), Ernest Seka (Nancy), Martin Terrier (Lyon), Stephane Bahoken (Angers) und Jean-Eudes Aholou (Monaco) sollen nicht nur zahlenmäßig ersetzt werden. Vielmehr will man das Team so verstärken, dass die Saison nicht erneut zur Zitterpartie wird. Noch drei bis vier weitere Neuzugänge sollen bis zum Ende der Wechselfrist am 31. August kommen.

Und natürlich hofft man auf den Durchbruch des ein oder anderen Talents aus dem eigenen Nachwuchs. Youssouf Fofana, Kevin Zohi und Moatza Zemzemi zeigten in den Vorbereitungsspielen, dass sie auf einem guten Weg sind.

Obwohl Racing sein Budget im Vergleich zum Vorjahr von 30 Millionen auf etwa 40 Millionen Euro erhöhen konnte, gehört man noch immer zu den Kleinen der Liga. Aber im Unterschied zu anderen Clubs verfügt man bei Straßburg über einen zwölften Mann der Extraklasse. Nahezu jeder Gegner der letztjährigen Spielrunde rieb sich verwundert die Augen angesichts des regelmäßig vollen Meinau-Stadions und seiner einzigartigen Stimmung. Und dieser Rückhalt scheint weiter ungebrochen. Mit 16 500 Dauerkartenbesitzer hatte man im Jahr des Wiederaufstiegs einen neuen Vereinsrekord aufgestellt. Jetzt bewegt man sich auf die 20 000-Grenze zu, ein neuer Vereinsrekord steht schon fest und der Verkauf von Trikots, Shorts und anderen Artikeln der Racing-Boutique hat inzwischen die Eröffnung einer zweiten Boutique im Stadtzentrum notwendig gemacht.

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