Straßburg Paris Saint-Germain siegt in Straßburg

Beim 25. Eurotournoi in Straßburg hat Paris Saint-Germain den Titel gewonnen. Im einem spannenden Finale setzte sich das Team von Uwe Gensheimer gegen den amtierenden Champions-League-Sieger Montpellier knapp mit 33:30 durch.

Rund 800 Kilometer sind es von Montpellier bis nach Straßburg. Und dennoch hatte der amtierende Champions- League-Sieger von der Mittelmeerküste bei der 25. Auflage des Straßburger Eurotournoi ein Heimspiel. Und auch wenn die Stimmverteilung im Traumfinale am Sonntagabend gegen Paris Saint-Germain, die von ihren Einzelkönnern her vielleicht beste, sicherlich aber teuerste Mannschaft der Welt, dann doch etwas ausgeglichener verteilt war, als noch zuvor in den Begegnungen gegen Nantes (31:27) oder gar Veszprem (30:26) an den Vortagen, Montpellier HB war so etwas wie der Turniersieger der Herzen.

Mehr allerdings auch nicht. Denn die Krone in der Straßburger Rhénus Sport-Arena setzte sich am Ende das Pariser Starensemble um Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer (siehe "Nachgefragt") nach einem hart umkämpften 33:30-Erfolg gegen eben jenes umjubelte Montpellier auf. Gefeiert wurde Paris aber dennoch von den Zuschauern, nicht zuletzt aufgrund ihres Torwarts, des gebürtigen Elässers und Welthandballers von 2008, Thierry Omeyer. Der langjährige Spieler des THW Kiel war dann selbstverständlich auch der gefragteste Interviewpartner der Lokalpresse. Den Preis "Geduldigster Autogrammschreiber" verdiente sich allerdings eindeutig Omeyers Mannschaftskollege und Sprungwunder Luc Abalo, dessen Unterschriften vor allem beim jüngeren Publikum heiß begehrt waren. Einmal kam der dreimalige Weltmeister sogar extra aus der Kabine, wohin ihn ein Mitspieler "gerettet" hatte, zurückgelaufen, um ein paar Kindern ihre Autogrammwünsche zu erfüllen.

Im Vergleich relativ unerkannt lief dagegen Abalos neuer Mitspieler Henrik Toft Hansen in der Halle herum. Der dänische Kreisläufer hatte die SG Flensburg-Handewitt nach Ablauf der vergangenen Spielzeit verlassen, um an die Seine zu wechseln, war in Straßburg allerdings erst im Finale zum Zug gekommen, wo er mit acht Treffern auf Anhieb überzeugte. "Ich habe mir letzte Woche die Nase gebrochen und es braucht ein paar Tage, bis das vollständig verheilt ist. Ich habe mit einer Maske trainieren können. Seit drei Wochen bin ich jetzt im Training", erklärte Toft Hansen im Gespräch mit unserer Zeitung. Vor allem ein Umstand freute den Goldgewinner von Rio de Janeiro 2016: "Ich habe zum Glück eine echt schöne Wohnung gefunden. Aber auch sonst läuft es richtig gut und ich fühle mich sehr wohl in der neuen Stadt. Denn viele Mitspieler kannte ich ja schon vor meinem Wechsel, vor allem die Skandinavier im Team."

Nicht nur Toft Hasen, auch viele andere Spieler aller Nationalitäten unterhielten sich hinter den Kulissen auf deutsch. Kein Wunder: Immerhin hatten viele von ihnen bereits in der Bundesliga gespielt. Und auch sonst hatte das Turnier etwas von einem großen Klassentreffen, schließlich sah man nicht nur noch aktive ehemalige Mitspieler wieder, als vielmehr auch zahlreiche ehemalige Handballgrößen wie den französischen Nationaltrainer Guillaume Gille (von 2002 bis 2012 Spielmacher beim HSV Hamburg) oder den ehemaligen Gummersbacher Spieler und späteren Sportdirektor François-Xavier Houlet (inzwischen Handball-Kommentator bei beIN Sport).

Kim Ekdahl Du Rietz muss sich noch gedulden

Aber natürlich ging es allen voran um den Sport. Und da hatten sich mit Montpellier, Paris, Nantes, Veszprém, Meshkow Brest sowie Vardar Skopje von Donnerstag bis Sonntag gleich sechs der besten Teams Europas in Straßburg präsentiert. Nachdem sich am Eröffnungstag mit Paris (35:29 gegen Meshkow Brest und Montpellier (31:27) die Favoriten durchsetzen konnten, setzte es für den Champions League-Finalisten Nantes am zweiten Spieltag beim 24:28 gegen Veszprém bereits die zweite Niederlage. Im Anschluss war Paris gegen Vardar Skopje in einer umkämpften Partie nicht über ein 33:33-Unentschieden hinausgekommen. Am Samstag hatte HC Meshkov Brest überraschend glatt mit 32:22 gegen Vardar Skopje gewinnen können, bevor Montpellier Veszprém mit 30:26 besiegte und sich somit für das Finale qualifizierte.

Im Spiel um Platz 5 setzte sich dann zunächst Nantes mit 29:27 (14:15) gegen Vardar Skopje durch. Das "kleine Finale" gewann das kampfstarke Meshkow Brest knapp mit 27:26 (16:12) gegen Veszprém.

Im Finale verzichtete Paris auf den Einsatz des im bisherigen Turnierverlauf sehr stark aufspielenden Nikola Karabatic. Auch der schwedische Neuzugang von den Rhein-Neckar Löwen, Kim Ekdahl Du Rietz, kam während des ganzen Turniers nicht zum Einsatz, war aber vor Ort. Richtig dicke kam es dagegen beim Gegner aus Montpellier, wo mit Michael Guigou, Diego Simonet und Mohamed Mamdouh gleich drei Säulen für das Finale ausfielen und der litauische Rückraum-Shooter Jonas Truchanovicius früh verletzt aufgeben musste. Am Ende hatten die französischen Hauptstädter auch dank fünf Treffern von Gensheimer mit 33:30 (16:17) die Oberhand.

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