Straßburg Mit einer seltenen Intensität

Der Tenor János Szemenyei intoniert Schuberts "Winterreise" in einer Neubearbeitung von Hans Zender. Foto: Hrotkó Foto: Lahrer Zeitung

Straßburg (red/rha). Erstmals machen das Orchestre philharmonique de Strasbourg und das Maillon gemeinsame Sache. Heute und morgen, Freitag, präsentieren sie im Maillon-Wacken in Straßburg das Stück "Winterreise".

Vorankommen oder im Kreis gehen, suchen oder warten – was erlebt ein Mensch auf der Flucht? Der Film- und Theaterregisseur Kornél Mundruczó greift ein musikalisches Werk auf, um der Situation von Menschen im Exil nachzugehen.

Der bei den Filmfestspielen Cannes preisgekrönte Kunstler schafft eine subtile Verbindung zwischen Musik, Schauspiel und Filmaufnahmen, die 2014 in einem ungarischen Flüchtlingslager entstanden. Den von erschöpfendem Stillstand und existenzieller Ausweglosigkeit bedrohten Namenlosen, die über die Straßen Europas ziehen, verleiht er die Stimme des Schauspielers und Sängers János Szemenyei.

Der Tenor und das 20-köpfige Ensemble nehmen sich der Neubearbeitung von Franz Schuberts berühmtem Liederzyklus an, die der Komponist Hans Zender 1993 schuf. Sie spinnen das Original weiter, versetzen es mit zeitgenössischen Elementen, verzerren es bisweilen, und doch ist jedes Lied wiederzuerkennen.

Das in Deutsch gespielte Stück beginnt jeweils um 20.30 Uhr. Heute fährt auch der Kulturbus ab Offenburg via Kehl nach Straßburg. Eine Anmeldung ist erforderlich (Telefon 0781/9 36 43 20).

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