Straßburg Meinau-Stadion erhält neuen Anstrich

Das Meinau-Stadion in Straßburg mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 27 000 Zuschauern. Foto: Cleiß Foto: Lahrer Zeitung

Um konkurrenzfähig bleiben zu können, plant der französische Erstligist Racing Straßburg eine Erweiterung seines Stadions um weitere 6000 Plätze. Dabei schielen die Verantwortlichen bereits mit einem Auge auf die Olympischen Spiele 2024.

 

Eine wichtige Hürde bei den Umbauplänen für das Straßburger Meinau-Stadion ist genommen. Racing-Präsident Marc Keller und seine Mitstreiter konnten sich dieser Tage über die zustimmenden Voten der regionalen politischen Verantwortungsträger und ihrer Parlamente freuen.

Seit Monaten wird Keller nicht müde, eine umfassende Modernisierung und Erweiterung des Meinau-Stadions zu fordern. "Um Racing auf Dauer in der 1. Liga zu halten brauchen wir neue, zusätzliche Einnahmequellen. Eine Steigerung in den vorhandenen Strukturen ist praktisch nicht mehr möglich", erläutert der Verein gegenüber der Öffentlichkeit mit Verweis auf die abgelaufene Saison.

Die Zahlen sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache, dass erstklassiger Fußball in Straßburg von den Einwohnern honoriert wird: 24 083 Zuschauer haben in der Saison 2017/18 durchschnittlich die Heimspiele der Elsässer besucht. Ein Drittel aller Heimspiele fand vor ausverkauftem Haus statt und kein einziges Mal waren weniger als 21 000 Zuschauer im Stadion. Mit 15 650 Dauerkarten-Besitzern stellte Racing in der vergangenen Spielzeit einen neuen Vereinsrekord auf. Die Präsenz in nationalen und internationalen Medien hat ein nie zuvor erreichtes Niveau erklommen und der Verkauf von Merchandising-Artikeln in der Stadion-Boutique sowie im Online-Handel übertrifft bei weitem die Zahlen vergleichbarer Clubs der Ligue 1. Eine jüngst eröffnete zweite Racing-Boutique im Stadtzentrum von Straßburg vervollständigt das Angebot vor Ort.

Die guten Geschäftszahlen ermöglichen es Racing, die kommende Spielzeit mit einem Budget von rund 35 Millionen Euro anzugehen - ein Betrag, mit dem sich Racing aber immer noch am hinteren Tabellendrittel aller Erstligisten einreihen muss. Ganz zu schweigen von einer Konkurrenzfähigkeit gegenüber den "Großen" der Liga, die mit Budgets von mehreren 100 Millionen Euros ausgestattet sind.

Olympische Spiele 2024 im Visier

Neben einer Runderneuerung und umfassenden Modernisierung der alten Straßburger Fußball-Arena planen Keller und seine Mitstreiter deshalb eine Erhöhung des Fassungsvermögens auf etwa 33 000 Plätze sowie vor allem eine deutliche Steigerung der Plätze im VIP-Bereich sowie des Angebots speziell für die Gäste dieses Bereiches. Statt der bisher rund 350 VIP-Plätze will man das Platzangebot hier auf deutlich über 3000 steigern.

Besitzer des Meinau-Stadions ist die Eurometropole Strasbourg, ein Verbund der Stadt Straßburg mit den direkt angrenzenden Gemeinden. 20 Millionen Euro haben deren Präsident Robert Hermann und seine Kollegen jetzt als Beteiligung am Stadion-Umbau beschlossen. Mit weiteren 20 Millionen Euro beteiligt sich die neue Großregion Grand Est (vergleichbar dem Land BW) an dem Projekt. Die Stadt Straßburg selbst hat eine Beteiligung von 10 Millionen Euro beschlossen und auch dass Departement hat eine Beteiligung in Höhe von 10 Millionen Euro zugesagt. Neben diesen insgesamt 60 Millionen Euro von Seiten der öffentlichen Hand muss Racing selbst 40 Millionen Euro aufbringen um das Projekt umzusetzen. Hierfür wird vom Verein auch eine Namensgebung durch einen entsprechenden Partner in Erwägung gezogen.

Klare Vorstellungen hat man auf Seiten des Vereins auch im Blick auf die Umsetzung der Modernisierungsarbeiten. Spätestens im Jahre 2024 müssen alle Arbeiten beendet sein, denn dann soll das neue Meinau-Stadion im Rahmen der Olympischen Spiele in Frankreich Austragungsort für Fußballspiele sein - hierfür haben die Straßburger jedenfalls eine Bewerbung eingereicht und rechnen sich gute Chancen für den Zuschlag aus.

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