Straßburg Experimentelles – gerne laut

200 Minuten rhythmische Mikrochirurgie verspricht die Oper "Einstein on the Beach" von Philip Glass, die am 27. September im Straßburger Musikpalast zu erleben ist. Das Werk gilt als eines der markantesten des 20. Jahrhunderts. Foto: Fauconnier Foto: Lahrer Zeitung

Straßburg (rha). Musica, das Festival für zeitgenössische Musik, geht vom 20. September bis 5. Oktober in und um Straßburg über die Bühne. Es wartet mit 130 Werken sowie 55 Weltaufführungen und französischen Premieren auf sowie einem Ausflug nach Basel zur Oper "Al gran sole carico d’amore" von Luigi Nono.

15 Tage lang präsentiert Musica bedeutende Werke des 20. Jahrhunderts und stellt sie in einen Kontext mit Interpreten und Komponisten einer neuen Generation. Das belgische Ensemble Ictus eröffnet das Festival gemeinsam mit Les Percussions de Strasbourg. In den ehemaligen Hafenanlagen der Europastadt präsentieren sie unter dem Titel "My greatest Hits" Musik und Performance, von Chaplin über Dowland, Schwitters bis Van der Aa.

Erstmals zu Gast ist das National-Orchester Metz. Unter Leitung von David Reiland interpretiert es das Schlagzeugkonzert von Rebecca Saunders sowie ein recht unbekanntes Werk von Charles Ives. In der Paulskirche erklingen psycho-akustische Lärm-Rituale. Mit drei Konzerten ehrt Musica Hugues Dufourt. Ein Porträt des Komponisten, der viele seiner Schöpfungen auf Bilder bezieht, zeichen die Ensembles Accroche und Quatuor Arditti.

Ein Augenmerk des Festivals liegt auch auf dem Minimalismus. So interpetiert das Ictus Ensemble mit dem Collegium Vocale Gent Philip Glass’ Meisterwerk "Einstein on the Beach". Auch der Sänger, Pianist und Komponist Julius Eastman sowie die Komponistin Julia Wolfe sind vertreten.

Seine Premiere in Frankreich feiert François Chaignaud mit der "Symphonia Harmoniae Caelestium Revelationum". Der Tänzer singt und spielt die himmlischen Harmonien der Hildegard von Bingen.

An den Wochenenden bietet Musica zahlreiche Workshops, in denen Kinder in die Musik eintauchen können. Für Zuschauer hat der neue Generaldirektor Stéphane Roth eine sogenannte Akademie kreiert, in der das eigene Zuhören analysiert oder Konzerte programmiert werden können.

Weitere Informationen: www.festivalmusica.fr

  • Bewertung
    0