Steinach Sitzungssaal ist ein Schmuckstück

Der Sitzungssaal befindet sich jetzt im Dachgeschoss. Die offene Dachbalkenkonstruktion in Verbindung mit den modernen Leuchten wertet den Raum deutlich auf. Foto: Kleinberger Foto: Schwarzwälder Bote

Das Steinacher Rathaus ist nach einer umfangreichen Sanierung wieder freigegeben. Die Maßnahme hat 4,5 Millionen Euro gekostet und zwei Jahre gedauert. Der Schwabo hat sich im Rathaus umgesehen.

Steinach. Modernisierung unter den Maßgaben des Denkmalschutzes: In diesem Spannungsfeld hat sich die Maßnahme bewegt, die federführend von Architekt Thomas Kopf mit der Verwaltung umgesetzt wurde. Stimmiger Gesamteindruck: Bei einer Begehung vor den Maßnahmen habe er dem Gemeinderat im Keller gesagt: "Sie werden hier stehen und den Himmel sehen können", hatte Architekt Thomas Kopf bei der Feierstunde am Sonntag zurückgeblickt (wir berichteten). Die Prophezeiung bewahrheitete sich. Will heißen: Im Innenbereich ist kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Das sorgt für ein stimmiges Gesamtbild, das moderne Ansprüche und Ästhetik mit den Herausforderungen des Denkmalschutzes verbindet. Von außen wirkt das Gebäude frisch und einladend. Beim Tag der offenen Tür am Sonntag ist von der Bevölkerung nur Lob zu hören gewesen. Außenbereich aufgefrischt: Frisch, einladend – und wenig verändert. Das ist dem Denkmalschutz geschuldet, der wenig Spielräume ließ. Trotzdem strahlt die Fassade und der Eingang ist schlicht, aber einladend. Eine Stele, gestaltet von Michael Steigerwald, wertet den Eingangsbereich auf. Im Umfeld fällt allerdings das ehemalige Pfarrheim auf, das sich noch immer im "Dornröschenschlaf" befindet. Das Ensemble würde deutlich gewinnen, würde sich auch hier etwas tun. Genügend Parkplätze: In unmittelbarer Nachbarschaft zur Georg-Schöner-Schüle gelegen, gibt es für das Rathaus zahlreiche Parkplätze. Auch auf dem Platz beim Hintereingang gibt es genügend. Leichter Zugang für alle: Dass Bürger mit körperlichen Einschränkungen die Verwaltung erreichen können, wird immer wichtiger. Dieser Herausforderung hat sich die Gemeinde gestellt und sie vorbildlich gelöst. Während der Denkmalschutz dies an der Vorderseite nicht zuließ, ist der Zugang durch den Nebenbeingang via Rampe für Rollstuhlfahrer möglich. Innen gibt es jetzt einben Aufzug, der alle Geschosse anfährt. Lediglich das Archiv kann wegen einiger weniger Stufen nicht barrierefrei erreicht werden. Übersichtliche Aufteilung: Wer das alte Steinacher Rathaus kennt, wird im sanierten seinen Augen kaum trauen. Die Raumsituation vorher war kleinteilig, verwinkelt und vor allem unübersichtlich. So gab es beispielsweise zwei komplett voneinander getrennte Treppenhäuser. Das alles ist passé. Der Eingansbereich mit Galerie und einem elektronischen Wegweiser sorgt direkt für Klarheit. Freundliche Atmosphäre: Das Rathaus wirkt hell und freundlich. Die offene Galerie im Eingangsbereich sorgt symbolisch ebenso für Bürgernähe wie die Büros, die mit Glaswänden ausgestattet sind. Die Beleuchtung im gesamten Gebäude erfolgt durch LED, was moderne Akzente setzt. Die Treppenhäuser dagegen kommen aus dem alten Bestand. Sie fügen sich bestens in das umgestaltete Ensemble ein. Sitzungssaal an neuem Ort: Das Herzstück des Rathauses, da sind sich Bürgermeister Nicolai Bischler und Architekt Kopf einig, ist der neue Sitzungssaal. Er befindet sich jetzt im Dachgeschoss, das vorher gar nicht ausgebaut war und als Lager genutzt wurde. Mit einer Bühne versehen, auf der bei Ratssitzungen die Zuschauer Platz nehmen, sind dort in Zukunft auch kulturelle Veranstaltungen möglich. Die offene Dachbalkenkonstruktion in Verbindung mit hochmodernen Ringleuchten, die auch für Ambiente sorgen, macht den Sitzungssaal zu einem echten Schmuckstück – übrigens nicht nur in Steinach, sondern im gesamten Kinzigtal.

Die Elektronik scheint noch an Kinderkrankheiten zu leiden, was sich durch die Feiertage erst im laufenden Betrieb zeigt. Insgesamt sind die Verwaltungsmitarbeiter jedoch durch die Bank froh über ihr neues Rathaus und stolz auf den Umbau. Hervorgehoben wurde in den Grußworten auch der jetzt wieder gute Zustand der Sanitäranlagen. Diese waren vorher nicht nur schlecht, sondern teilweise schlicht nicht mehr zumutbar.

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