Steinach Josef-Schmid-Straße kostet 30 000 Euro

Die Josef-Schmid-Straße in Welschensteinach erhitzt weiterhin die Gemüter. Archivfoto: Kleinberger Foto: Schwarzwälder Bote

Welschensteinach (lmk). Keine Ruhe um die Welschensteinacher Josef-Schmid-Straße: Nachdem das aufgebrachte Bitumen sich insbesondere bei großer Hitze immer wieder auflöst und das Material sich an Schuhen oder Reifen festsetzt (wir berichteten), steht aber inzwischen fest: Die ausführende Baufirma bessert nach.

Dies allerdings auf Kosten der Gemeinde, war bei der Steinacher Ratssitzung am Montagabend zu erfahren. Denn zwei Sachverständige haben inzwischen der ausführenden Baufirma Deutsche Bimoid bescheinigt, dass sie fachgerecht gearbeitet habe. Damit blieb für Gemeinderat Gregor Uhl (FW) nur der Schluss: "Die Gemeinde hat den Bock geschossen." Das wollten Bürgermeister Nicolai Bischler und Kämmerin Petra Meister nicht weiter kommentieren. Meister befand aber, dass das Verfahren vielleicht einfach für die Josef-Schmid-Straße nicht gepasst habe. In der Prinzbacher Straße, die mit dem gleichen Verfahren saniert wurde, gibt es keine Probleme.

Die Deutsche Bimoid hat die Straße bereits mehrmals auf eigene Kosten nachgebessert. Das hat laut Beschlussvorlage aber nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Nun soll eine Kaltschicht auf den bestehenden Belag aufgetragen werden – das kostet die Gemeinde 30 000 Euro. Im Kreuzungsbereich sei diese Schicht bereits aufgetragen worden und dort gebe es seitdem tatsächlich keine Probleme mehr, berichtete Bischler.

Anwohner und Räte bleiben skeptisch

Die Anwohner und einige Gemeinderäte waren am Montagabend allerdings skeptisch. Erwin Buchholz, der schon während Bischlers Wahlkampf vor Ort vehement auf das Problem hingewiesen hatte, machte seinem Ärger schon in der Frageviertelstunde deutlich Luft. Er hatte damals beklagt, dass die Teerschicht sich bei hohen Temperaturen wieder verflüssige, Teile des Belags sich ablösten und der Lärmpegel deutlich höher sei als vor der Sanierung. Buchholz beschwerte sich in der Frageviertelstunde über das "Fass ohne Boden".

Schuldzuweisungen oder neuerliche Grundsatzdiskussionen hätten am Montagabend zu nichts geführt. Bischler sagte, er habe auch mit keiner anderen Firma wegen der Ausbesserung gesprochen, sondern vertraue auf die Deutsche Bimoid. Die werde keine Lösung präsentieren, "mit der sie sich jetzt noch ins Knie schießt", sagte der Bürgermeister. Er vertraue darauf, dass die Firma nun eine Lösung parat habe. Laut der Kämmerin gilt für die Nachbesserung die normale Zeit der Haftung.

Der Beschluss, das Unternehmen mit der Ausbesserung zu beauftragen, fiel letztlich einstimmig. Die Arbeiten sollen laut Zeitplan bis Anfang September ausgeführt werden. Wenn alles so funktioniert wie bereits im Kreuzungsbereich, haben die Anwohner der Josef-Schmid-Straße dann endlich Ruhe.