Start bereits Februar oder März Mahlberg bekommt einen Naturkindergarten

von Julia Göpfert

Mahlberg will auf dem Gelände des ehemaligen Minigolfplatzes eine Naturkita einrichten. Sie soll bereits ab Februar oder März Betreuungsmöglichkeiten für 20 Kinder über drei Jahren bieten.

Mahlberg - "Innovativ und kreativ", nannte Bürgermeister Dietmar Benz beim Pressetermin den Beschluss des Mahlberger Gemeinderats, einen Naturkindergarten einzurichten. Denn die Stadt und die katholische Kirche, die bislang der Träger der beiden Einrichtungen in Mahlberg und Orschweier ist, stellen immer wieder fest, dass die Anzahl der Betreuungsplätze in den aktuell zwölf Gruppen mit ihren rund 225 Plätzen nicht ausreicht: Es gibt sowohl für Unter- als auch für Über-Dreijährige zu wenige Plätze. Zudem war 2021 ein geburtenstarker Jahrgang in Mahlberg gewesen: Benz spricht von mehr als 60 Geburten, der Durchschnitt liege bei 50. Somit sei absehbar, dass auch weiterhin Bedarf an Betreuungsplätzen besteht.

Anmeldung für Naturkita ist bereits möglich

Bereits vor Jahren wurde deshalb die Überlegung angestellt, auf der städtischen Grünfläche zwischen der Stadthalle und dem Schulgebäude einen neuen zwei- bis dreigruppigen Kindergarten zu bauen. Die bautechnische Umsetzung ist jedoch schwierig und "nichts, was sich innerhalb von ein, zwei, drei Jahren" umsetzen lässt, erläuterte Benz.

Schnelle Abhilfe wird hingegen der Naturkindergarten schaffen. 200 000 Euro sind für diesen im Mahlberger Haushalt eingestellt. Vor etwa drei Jahren hatten jedoch nur wenige der von der Stadt befragten Eltern an einem solchen Interesse bekundet. Mit Corona habe sich die Einstellung dazu geändert. "Draußen ist das neue Besser", fasst es Marko Kaldewey zusammen. Er ist der Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH "Vielfalt für Kinder", die in der Region schon einige Naturkitas betreibt und mit der die Stadt am Mittwochabend einen Vertrag geschlossen hat. Bereits ab Februar 2023 sollen Eltern ihre Kinder in den neuen Naturkindergarten bringen können. Eine Anmeldung ist bereits jetzt unter www.vielfalt-fuer-kinder.de möglich. Mahlberg wird zwar erst in den nächsten Tagen auf der Homepage auftauchen, aber die Eltern könnten den Anmeldebogen für eine andere Einrichtung ausfüllen und schreiben, dass sie nach Mahlberg wollen, so Kaldewey.

"Vielfalt für Kinder" kümmert sich sowohl um die Umsetzung als auch um den Betrieb des Mahlberger Naturkindergartens. Dieser braucht aber nicht nur "Natur" und "Wald", sondern auch einen Strom- und nach Möglichkeit auch einen Wasseranschluss. So hatte sich als idealer Ort für das Vorhaben der ehemalige Minigolfplatz bei den Bogenschützen und dem Tennisclub erwiesen.

Hoffnung auf Kooperation mit Förster

Zunächst soll dort erst einmal ein sogenannter "Hobbit" aufgebaut werden, der die Betreuung von 20 Kindern über drei Jahren ermöglicht. Der etwa zwölf mal vier Meter große Wagen bietet zwei getrennte Räume und Schlafmöglichkeiten. Zudem gibt es noch einen Toilettenwagen mit Trocken-Trennsystem. Zudem ist auch noch ein Tipi geplant.

Betreut werden die Kinder zunächst Montag bis Freitag von 7.30 bis 12.30 Uhr oder – je nach Wunsch – bis 14.30 Uhr. Sollte der Naturkindergarten gut angenommen werden, könnte man noch einen zweiten Hobbit-Wagen aufstellen, nochmals 20 Kinder aufnehmen und eventuell auch Ganztagesbetreuung anbieten, stellen Benz und Kaldewey in Aussicht.

Benz hofft darauf, dass auch einige Kinder der beiden anderen Mahlberger Kitas in die Naturkita wechseln. Die so frei werdenden Plätze könnten dann mit Unter-Dreijährigen aufgefüllt werden, um auch in dieser Altersgruppe die Betreuungssituation zu entlasten. Die Kosten werden für die Eltern beim Naturkindergarten dieselben wie bei den anderen beiden Kindergärten sein. Was nicht durch die Elternbeiträge gedeckt ist, zahlt die Stadt, wie auch bei den anderen Kitas.

Keine Konkurrenz

Das sei keine unrealistische Vorstellung, meint Kaldewey: In Friesenheim etwa, wo Kaldewey bereits eine solche Naturkita betreibt, sei die erste Gruppe innerhalb eines Jahres ausgebucht gewesen. Auch weil viele Kinder aus anderen Einrichtungen dorthin gewechselt seien. "Naturkindergärten sind etwas Besonderes", so Kaldewey. So biete die Kita spezielle Angebote, auch durch Kooperationen mit dem Förster. So ist Mahlbergs Förster Hans-Jürgen Wilting etwa Herr über mehrere Bienenvölker. Kaldewey hofft darauf, dass etwa so auch den Kindergartenkindern die Imkerei etwas näher gebracht wird.

Die ukrainischen Kinder konkurrierten nicht mit den Mahlberger Kindern um Betreuungsplätze, betont Bürgermeister Dietmar Benz. So werden die ukrainischen Kinder aktuell im Jugendzentrum mit Betreuung aus den eigenen Reihen beaufsichtigt.

Die urkainischen Kinder konkurrierten nicht mit den Mahlberger Kindern um Betreuungsplätze, betont Bürgermeister Dietmar Benz. So werden die ukrainischen Kinder aktuell im Jugendzentrum mit Betreuung aus den eigenen Reihen beaufsichtigt.

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