Auch Lahr geht zunächst leer aus Rätselraten um Impfzentren im Kreis

Felix Bender und Stefan Maier
Ab Mittwoch wird in Lahr wieder in der Rheintalhalle und nicht mehr in der Kita Plus geimpft. Foto: Baublies

31 Städte in Baden-Württemberg haben am Freitag den Zuschlag für Impfstützpunkte erhalten. Der Ortenaukreis stand nicht auf der Liste des Landessozialministeriums. Kreis und Stadt rechnen aber noch mit einer Zusage.

Für Lahr, Offenburg, Haslach und Oberkirch hat das Landratsamt in Stuttgart jeweils ein Impfzentrum beantragt (wir haben berichtet). Damit soll der steigenden Nachfrage nach Booster-, aber auch nach Erstimpfungen Rechnung getragen werden. Nun gab es einen Dämpfer – zumindest auf den ersten Blick: Die Initiative des Ortenaukreises fand in einer am Freitag veröffentlichten Auswertung durch das Sozialministerium keine Berücksichtigung.

"Der Ortenaukreis hat keine Impfstützpunkte, sondern vier Impfzentren beantragt. Wir gehen davon aus, dass wir dazu Anfang nächster Woche eine Rückmeldung aus Stuttgart erhalten", sagte Kreissprecherin Gabriele Schindler der LZ. Zur Erklärung: Impfstützpunkte werden von mobilen Teams betrieben, Impfzentren haben einen festen Standort. Ob das der Grund für das Fehlen des Ortenaukreises auf der Liste ist, blieb bis Redaktionsschluss unklar, eine Nachfrage beim Sozialministerium unbeantwortet. Stadtsprecher Nicolas Scherger verwies wie Gabriele Schindler auf ein Zitat von Minister Manfred Lucha, wonach noch fehlende Städte am Montag informiert werden sollen. Grünes Licht für einen Stützpunkt haben unter anderem Baden-Baden, Freiburg und Rottweil erhalten.

Unabhängig von der Entscheidung über die Impfzentren hat die Stadt Lahr am Freitag mitgeteilt, dass sie ab Mittwoch, 1. Dezember, ihre Impfangebote in Kooperation mit der Lahrer Ärzteschaft von der Kita Plus in die Rheintalhalle verlegt. Dabei gibt es eine wichtige Änderung: Wegen der bundesweiten Biontech-Knappheit könne dieser Impfstoff ab sofort nur noch an Menschen unter 30 Jahren ausgegeben werden, teilt die Stadt mit. "Die Impfstoffe von Moderna und Biontech sind gleichermaßen hervorragend. Das Wirkungsprinzip ist identisch, und aktuellen Studien zufolge bietet Moderna sogar einen etwas höheren Impfschutz als Biontech", zitiert die Stadt Klaus Mannherz, Leiter der Lahrer Impfaktionen, die bis Donnerstag kommender Woche stattfinden.

Die nächsten drei Impfangebote in Kooperation mit der Lahrer Ärzteschaft finden noch in der Kita Plus statt: am heutigen Samstag, 27. November, von 12 bis 16 Uhr sowie am Montag und Dienstag, 29. und 30. November, jeweils von 17 bis 19 Uhr.

Drei weitere Termine in Zusammenarbeit mit der Lahrer Ärzteschaft sind in der kommenden Woche in der Rheintalhalle geplant: am Mittwoch und Donnerstag, 1. und 2. Dezember, jeweils von 17 bis 19 Uhr sowie am Samstag, 4. Dezember, von 12 bis 16 Uhr. Zur Verfügung stehen die Impfstoffe von Biontech (für Menschen unter 30 Jahren) und Moderna.

"Wir möchten alle Menschen ermutigen, sich impfen zu lassen oder ihre Impfung aufzufrischen. Beide Impfstoffe haben sich bewährt: Sie senken das Infektionsrisiko und bieten im Fall einer Ansteckung einen hohen Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf. Die Patientinnen und Patienten können sich ganz sicher sein, dass wir Ärztinnen und Ärzte sehr gut über den Impfstoff informiert sind und für den Patienten das Passende empfehlen werden. Zudem erhöht eine Kreuzimpfung die Wirksamkeit", ergänzt Thi Dai Trang Nguyen, Leiterin der städtischen Impfaktion am kommenden Samstag.

Info - Ohne Termin

Für die Impfaktionen der Stadt gilt: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Geimpft werden jeweils Menschen ab 16 Jahren. Sofern eine erziehungsberechtigte Person dabei ist und einwilligt, werden auch Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren geimpft.

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