Spenden für die Ukraine Bei der HSG Ortenau Süd steht Handball derzeit nicht im Mittelpunkt

Thorsten Mühl
Im Team der HSG Ortenau Süd geht es derzeit nicht nur um Handball. Der Krieg in der Ukraine ist ein großes Thema unter den Spielern, die die Betroffenen mit Spenden unterstützen wollen. Foto: Künstle

Bei der HSG Ortenau Süd ging es unter der Woche nicht nur um Handball. Denn auch der Krieg in der Ukraine beschäftigt die Sieben von Gregor Roll. Daher hat sich das Team entschlossen, Spenden für die Betroffenen zu organisieren.

(tom). Landesliga, Meisterrunde: SG Freudenstadt/Baiersbronn – HSG Ortenau Süd (Samstag, 20 Uhr). Ernste Themen begleiteten die Vorbereitung der Gäste auf ihr erstes Spiel in der Meisterrunde. Sport stand nicht allein im Mittelpunkt bei der HSG Ortenau Süd, in der Kabine wurden auch die aktuellen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine thematisiert.

"Ich finde es gut, dass die Jungs auf diese Weise zeigen, dass es nicht nur um Sport geht. Wir haben auch gut trainiert, aber diese politisch geprägten Gespräche sind in diesen Tagen ebenfalls wichtig. Ich bin froh und begrüße das ausdrücklich", sagt HSG-Trainer Gregor Roll. Wem bekannt ist, wie handballverrückt Roll im Normalfall ist, kann auch an seinen klaren Worten ablesen, wie es derzeit aussieht, denn er räumt ein: "So richtig Lust, über Handball zu sprechen, habe ich derzeit ehrlich gesagt nicht." Die Mannschaft will auch dadurch einen Beitrag leisten, indem in diesen Tagen Spenden eingesammelt und auf den Weg gebracht werden sollen. Nicht bloß finanzieller Art, sondern Dinge, die hilfsbedürftigen Menschen in der Ukraine für den Alltag von Nutzen sein können.

Roll sieht sein Team als "der klare Außenseiter"

Wenngleich der Sport dadurch in den Hintergrund rückt, gänzlich aus dem Fokus geraten darf er auch nicht aus Sicht des Tabellensiebten (1:11 Punkte). Die HSG reist nach Freudenstadt (Platz vier, 8:4 Punkte), einer Mannschaft, "die in den vergangenen drei Jahren zu Hause so gut wie kein Spiel verloren hat", beschreibt Roll. Sein Team sei in dieser Konstellation "der klare Außenseiter". Dennoch gehe es darum, die Meisterrunde mit aller Leidenschaft anzugehen, um der HSG, die sich durch ihren emotionsbehafteten Stil auszeichne, möglichst große Probleme zu bereiten. Personell hat sich die Lage bei den Gästen wieder etwas entspannt.(eb). TuS Helmlingen II – SG Scutro (Sonntag, 17 Uhr). Die erste Partie führt die Mannen von Axel Schmidt zur Südbadenligareserve des TuS Helmlingen. Das Heimteam geht mit ausgeglichenem Punktestand in die Endrunde und hat besonders am letzten Spieltag der Vorrunde für Furore gesorgt, in dem man zu Hause den damaligen Tabellenführer aus Freudenstadt mit vier Toren Unterschied besiegen konnte. Dass das junge Team in der Rhein-Rench-Halle eine Macht ist, zeigt sich auch darin, dass – bis auf die Niederlage gegen Ottenhöfen am ersten Spieltag – sämtliche Heimpartien zum Teil deutlich gewonnen wurden.

Ein weiterer Pluspunkt der TuS-Reserve ist sicherlich auch die Breite des Kaders. Hier sehen die SG-Verantwortlichen einen kleinen Nachteil. Auf Grund zahlreicher schwerer Verletzungen von Schlüsselspielern musste Coach Schmidt im Laufe der Vorrunde viel improvisieren und austesten. Gerade die Rückraumspieler bekamen die Ausfälle deutlich zu spüren und waren einer erheblichen Belastung ausgesetzt. Die Belastungssteuerung wurde zum prägenden Thema der Vorrunde.

Ein Gradmesser für den Rest der Runde

Dass trotzdem nur eine Niederlage zu Buche stand, zeigt die individuelle Klasse des Teams und die Fähigkeit sich blitzschnell auf den Gegner einzustellen. Zudem stabilisierte sich die Abwehr in den letzten Partien zusehends und konnte somit das erfolgreiche Tempospiel nach vorne einleiten. "Das erste Spiel bei einem starken Gegner in der Endrunde wird sicherlich zum Gradmesser für die restliche Saison. Hier wird sich zeigen, ob die Jungs die selbst gesteckten Ziele weiterhin konsequent vor Augen haben und jede Begegnung als Quasi-Endspiel ansehen", heißt es aus der Sportlichen Leitung der SG. Nach der Fasnachtspause steht Axel Schmidt der gesamte Restkader zur Verfügung, der wohl wieder mit aufstrebenden Jugendspieler ergänzt wird.

  • Bewertung
    0