Spende statt Weihnachtsfeier 1000 Euro für Gutacher Bärenkind Lia Schmidlin

Maren und Marco Schmidlin mit Lia und Lukas sowie Bürgermeister Siegfried Eckert bei der Spendenübergabe. Foto: Jehle

Die Belegschaft der Gutacher Gemeindeverwaltung hat für das diesjährige Bärenkind Lia Schmidlin 1000 Euro gespendet. Rathauschef Siegfried Eckert hat der kleinen Gutacherin und ihren Eltern den symbolischen Scheck überreicht.

Gutach - "Es ist mir eine persönliche Freude, Sie heute zu treffen", sagte Bürgermeister Eckert bei der Übergabe des Schecks und einer Weihnachtstüte der Gemeinde.

Das Geld sei zusammengekommen, weil in diesem Jahr keine Weihnachtsfeier habe stattfinden können. Er staune immer wieder über die vielfältigen Aktionen zugunsten des Bärenkindes und finde sie großartig.

Auf die Nachbarschaft ist immer Verlass

"Auch Sie bewundere ich, in welchem Umfang Sie die Betreuung von Lia meistern", zollte der Bürgermeister seinen Respekt für den herausfordernden Alltag der Schmidlins.

Für sie sei das ja normal, meinte Lias Mutter Maren Schmidlin. Die Familie wohnt seit dreieinhalb Jahren in Gutach und fühlt sich sehr wohl dort. "Wir haben tolle Nachbarn, die uns immer unterstützen, beispielsweise dadurch, dass sie jederzeit die Betreuung von Lias Bruder Lukas übernehmen", dankten die Eltern der engagierten Nachbarschaftshilfe. Manchmal tritt ein Notfall mitten in der Nacht ein und zwar gewinnen sie immer mehr Routine in der Betreuung, doch es gibt auch Grenzen, beschreiben die Eltern des Bärenkinds die Situation.

In der vergangenen Woche sei bei Lia, die in den letzten Monaten immer wieder unerklärliche Krampfanfälle erlitt, Epilepsie diagnostiziert worden, berichteten die Eltern. Am Tag der Diagnose sei zu Hause ein schwerer Anfall aufgetreten und erstmals sei eine Mund-zu-Mund-Beatmung notwendig geworden. "Es braucht einfach etwas, bis die Notfallmedikamente wirken und der Atemstillstand dauerte zu lange", beschrieb Lias Vater Marco die beängstigende Situation. Auch da sei natürlich der Krankenwagen gerufen worden.

Seit Freitag bekommt Lia Medikamente, deren Verabreichung jedoch wegen der Nebenwirkungen sehr sorgfältig beobachtet werden müssen. In Situationen wie diesen komme man schon an seine Grenzen, bekannte das Ehepaar. Sie geben sich gegenseitig viel Kraft und sind sich einig, dass Akzeptanz dessen, was ist, wesentlich ist.

Die Familie Schmidlin ist sehr dankbar für den vielfältigen Beistand, den sie erfahren darf und bedankte sich herzlich für die Spende der Gutacher Gemeindeverwaltung.

Wohltuend ist es für Maren Schmidlin, mit anderen Müttern zu sprechen, die einen ähnlichen Alltag leben. In Freiburg gebe es auch eine Anlaufstelle, die mentale Unterstützung anbiete, berichtete sie bei der Übergabe der Spende. "Da ich Lia aber nicht abgeben kann, kommt das nicht in Frage", stellt sie fest.

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