Sieg im Südbadenliga-Topspiel Altenheims Mentalität beeindruck selbst den Co-Trainer

Thorsten Mühl und Lars Blümle
Philip Kugler steuerte sieben Treffer zum Altenheimer Sieg im Topspiel bei. Foto: Wendling

Mit einem Sieg im Topspiel hat der TuS Altenheim seine Favoritenstellung für die Meisterrunde untermauert. Der HTV Meißenheim hat sein Auswärtsspiel in Helmlingen abgesagt und begleicht die fällige Gebühr aus der Mannschaftskasse.

Südbadenliga: TV Herbolzheim – TuS Altenheim 27:32 (15:16). Eine weitere Energieleistung bescherte Altenheim die, abgesehen von einer Niederlage im ersten Saisonspiel, perfekt gespielte "reguläre" Saison. In Herbolzheim gelang der Sieg, "weil jeder Einzelne noch mal richtig Bock darauf hatte, dieses wichtige Spiel zu gewinnen. Die gezeigte Mentalität war beeindruckend", unterstrich Altenheims Co-Trainer Marco Fels. In der Anfangsphase verlieh der wurfgewaltige Rückraum den Hausherren Vorteile, weil die 3:2:1-Deckung der Gäste nicht so griff wie gewohnt. "Es ist nicht so einfach, einen Spieler wie Oliver Bührer unter Kontrolle zu halten. Er feuert aus allen Lagen, den Arm bekommt man kaum zu packen", beobachtete Fels.

Zwei Auszeiten in gerade einmal 17 Minuten

Nach 17 Minuten und einem 11:7-Zwischenstand nahm die TuS-Bank bereits die zweite Auszeit, stellte auf eine kompakte 6:0-Deckung um, was letztlich Wirkung zeigte. Altenheim glich zum 11:11 (20.) aus, drehte das Geschehen zu den eigenen Gunsten. Zur Pause lag der Tabellenführer knapp in Front, die Begegnung präsentierte sich jetzt absolut ausgeglichen. "Herbolzheims erste sechs, sieben Spieler stellen absolute Qualität dar. Sie haben uns das Leben ganz schön schwer gemacht, das blieb auch lange noch in der zweiten Hälfte so", skizzierte Fels.

Nach leichten TVH-Vorteilen zu Beginn der zweiten 30 Minuten konnte sich der TuS neuerlich an die Spitze setzen, erhöhte erstmals deutlicher beim 18:21 (40.). "Die Mannschaft hat versucht, ihren Rhythmus weiter fortzusetzen, Fehler des Gegners konsequent auszunutzen. Insgesamt kam uns entgegen, dass wir im Vergleich zweier guter Kader vielleicht noch etwas mehr Breite aufweisen konnten", stellte Altenheims Co-Trainer heraus.

Über 21:24 (49.) konnte der Vorsprung bis zum 23:26 (52.) konstant gehalten werden. In der Abwehr arbeitete Altenheim mit vollem Einsatz, bewahrte dennoch kühlen Kopf und entschied das Spiel beim 23:30 (56.) vorzeitig. "Unser Glück ist, dass Ehingen nicht in die Meisterrunde gekommen ist, so starten wir dort verlustpunktfrei. Die Mannschaft hat bis dato eine sehr konstante Saison absolviert, es macht total Spaß. Wir wollen den Weg jetzt weitergehen, Schritt für Schritt", fasste Fels zusammen.TVH: Ohnemus, Kunzer; Willmann 1, Schmieder 3/1, P. Hoch 4, Fees, Mutschler 1, Guth, T. Hoch 4, Bührer 12/5, Weiss 2.TuS: Wilhelm, Knuth, Schäfer; Sutter 6/3, Teufel 2, Rudolf, Kircher, Glunk 5, Heitz 7, Kugler 7/1, Biegert 2, Schnaitter 1, Ammel 2, Michel.TuS Helmlingen – HTV Meißenheim abgesagt: Bereits unter der Woche war der sportliche Wert der für den gestrigen Sonntag angesetzten Südbadenliga-Begegnung zwischen TuS Helmlingen und HTV Meißenheim von Gästeseite als nicht eben hoch eingestuft worden. Der Samstag lieferte eine neue Entwicklung, die letztlich dazu führte, dass der Riedverein von sich aus auf die Fahrt nach Rheinau verzichtete und dem Tabellenführer die Punkte kampflos schenkte. Der ohnehin dünn besetzte Meißenheimer Notkader von lediglich elf Spielern wäre weiter reduziert worden. "Am Samstag wurden im familiären Umfeld einiger Spieler weitere Corona-Fälle bekannt. Das gab letztlich den Ausschlag für uns, das Spiel abzusagen", erläuterte Meißenheims Coach Stefan Tietz.

Team zahlt Strafgebühr aus der eigenen Tasche

Die fällig werdende Gebühr für die Spielabsage finanzierte die Mannschaft kurzerhand aus der eigenen Tasche. Ob und welche Auswirkungen sich aus der neuen Entwicklung für das am kommenden Samstag geplante Nachholspiel des HTV Meißenheim gegen den HGW Hofweier ergeben, bleibt abzuwarten.SG Kappelwindeck/Steinbach - TuS Ottenheim 32:29 (16:13). "Wir haben ein ordentliches Spiel gezeigt, aber zu viele freie Chancen liegen lassen", zog Interimstrainer Stephan Wenz nach der Partie Bilanz. Mit sehr dünnem Kader musste er improvisieren, dennoch hielt sein Team zunächst gut mit. Dann aber leistete sich Ottenheim einen zehnminütigen Einbruch – die Hausherren zogen durch sechs Treffer in Folge auf 13:6 weg. Ein Rückstand, dem der TuS fortan hinterherrennen musste.

Die Gäste gaben zwar nicht auf und kämpften sich im zweiten Durchgang noch einmal auf einen Treffer heran, für mehr reichte es jedoch nicht. Schwerer als die Niederlage könnte eine Verletzung von Torhüter Tobias Bertsch wiegen, die er sich praktisch in der letzten Spielaktion zuzog, als er beim Gegenstoß des Gegners mit dem Spieler zusammenstieß. Ottenheim: Bertsch, Ritter; Bing 2, Schnurr 2, Kaufmann, Mattes 9, Frenk 2, Weide 1, Stein, Emrich, Métier 4, Hamm, Fritsch 9/6.

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