Sicherheit in Seelbacher Klassenzimmern Schule erhält Super-Luftfilter

Pandemie: Seelbacher Bildungszentrum wacht über Luftqualität in Klassenzimmern / 40 CO2-Ampeln

Ob nun mit oder ohne Maske, im Fern- oder Wechselunterricht – spätestens seit der Pandemie gibt es in Schulen keine Routine mehr. Mittlerweile ist wieder Präsenzpflicht angesagt. Damit das so bleiben kann, gibt es technische Neuheiten.

Seelbach - "Alle Räume im Geroldsecker Bildungszentrum sind jetzt mit CO2-Ampeln ausgestattet", erklärt Rektor Daniel Janka stolz bei einem Rundgang durch das Schulgebäude mit der Textautorin. Auch drei Raumluftfilter sind angeschafft worden. Zwei für das sogenannte "Lernatelier" und ein weiterer für den Physikraum. Schule soll endlich wieder möglich sein. Im Gespräch mit unserer Zeitung wird deutlich: das ist Jankas größtes Anliegen.

Spätestens seit Beginn der Pandemie hat Schule nur wenig mit Gleichförmigkeit und Routine zu tun. Stetig neue Corona-Verordnungen lenkten von dem ab, was Schule einmal in der Vergangenheit bedeutete – Austausch, gemeinsame Erfahrungen und soziale Beziehungen, erklärt Rektor Janka. Aus diesem Grund sind für ihn Luftfilter und Co-Ampeln neben den voranschreitenden Impfungen bei Lehrern und Schülern ein wichtiges Element, damit der Unterricht vor Ort in der Schule gewährleistet werden kann.

Die Luftfilter haben 14.000 Euro gekostet

Für die Anschaffung der Luftfilter und der CO2-Ampeln hätten das Geroldsecker Bildungszentrum und die Seelbacher Gemeindeverwaltung, der Träger der Schule, Hand in Hand zusammengearbeitet. Über ein Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg werde ein Teil der von der Gemeinde aufgebrachten finanziellen Mittel zurückerstattet, erklärt Gemeindemitarbeiterin Amelie Rosewich während der Besichtigung der Klassenzimmer (siehe Info). Die Kosten für die drei schrankhohen Luftfilter – sie überragen Rektor Janka mit ihrer Höhe von 2,30 Meter um ein Weites – belaufen sich auf 14.000 Euro. Zusätzlich habe man 40 CO2-Ampeln für die Klassenzimmer gekauft, berichtet Rosewich. Pro Gerät seien das noch mal 50 Euro gewesen.

Auf den ersten Blick erschließt sich nicht, warum im "Lernatelier" gleich zwei der riesigen Luftfilter aufgestellt wurden. Der Raum ist weitläufig und verfügt über eine riesige Fensterwand. "Auch wenn der Raum groß ist, ist die Durchlüftung nicht optimal", erklärt Janka und zeigt auf die Klassenzimmertür, "vor diesem Raum herrscht besonders viel Durchgang und somit viel Lärm. Wenn hier Schüler durchlaufen, hört man im Klassenzimmer nichts mehr. Die Klassenzimmertür muss oft geschlossen werden. Deshalb kann in diesem Raum nicht wie in den anderen durchgängig quergelüftet werden." Außerdem seien die Fenster im vorderen Teil, wo sich der Hauptteil des Unterrichtsgeschehens abspiele, ausschließlich kippbar. Bei der Analyse der Schulräume habe man sich aus diesem Grund zusammen mit der Gemeinde dafür entschlossen, im "Lernatelier" zwei Luftfilter aufzustellen. Im daneben liegenden Physiksaal sei die Situation ähnlich, so Janka.

Beim Einschalten der riesigen Luftfilter ist erst einmal nichts zu hören. Nach etwa einer Minute Wartezeit kann man dann doch ein Geräusch vernehmen. Es gleicht der leisen Variante des Surrens einer Flugzeugturbine. "Bei der Auswahl der Filter haben wir darauf geachtet, dass der Lufteinzug und der Luftausstoß beim Filtervorgang möglichst weit oben erfolgen", erklärt Rosewich und deutet auf das Gitter ganz oben auf dem Luftfilter, "der Luftstrom sollte den Schülern nicht direkt ins Gesicht blasen."

Jede Klasse hat einen Fensterbeauftragten

In der Anwendung seien Luftfilter sowie auch die CO2-Ampeln sehr einfach zu handhaben, sagt Rektor Janka. "Das war uns bei der Anschaffung wichtig." Das Erste, was bei der Ankunft im Klassenzimmer morgens zu beachten ist, sei, den Regler der Luftfilter umzulegen. Wenn das Lämpchen rot leuchtet, wird die Luft gefiltert. "Die Schüler übernehmen diese Aufgabe wahnsinnig gerne", erklärt Janka lachend. Auch die Verwendung der CO2-Ampeln sei sehr unproblematisch.

Auch hier würden die Schüler sehr verlässlich mitteilen, sobald die Farbe des Displays von grün auf orange und dann, wenn sich die Luftqualität weiter verschlechtere, schließlich auf rot wechsle. Außerdem gebe es in jeder Klasse einen Fensterbeauftragten, der sich um das regelmäßige Lüften des Raums kümmert.

Seit die Impfungen voranschreiten und die Räume mit Filtern und CO2-Ampeln ausgestattet sind, sei endlich wieder Zeit für normalen Schulalltag, freut sich Janka. Gerade in den Konferenzen zu Schuljahresbeginn habe er bemerkt, dass man sich nun endlich wieder den normalen schulischen Vorgängen zuwenden könne und nicht immer nur über die neuesten Corona-Hygienemaßnahmen und Verordnungen diskutieren müsse.

Mit einem Förderprogramm von 70 Millionen Euro unterstützt das Land öffentliche und freie Träger von Schulen und Kitas bei der Anschaffung von mobilen Luftfiltern und CO2-Sensoren. Beim Kauf der Geräte, die das Infektionsgeschehen eindämmen sollen, zahlt das Land die Hälfte der Anschaffungskosten. Die Landesförderung pro Gerät liegt bei 2500 Euro.

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