Gefährliche Serie in Hugsweier Steineleger im Visier der Bundespolizei

Felix Bender
Verletzt wurde bei dem Eingriff in den Bahnverkehr niemand. Foto: Köhler

Gibt es in Hugsweier Serien-Steineleger? Erneut kam es am Wochenende zu einem gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr – zum dritten Mal innerhalb von vier Wochen.

Hugsweier - Verletzt wurde bislang glücklicherweise niemand, der Schaden aber ist immens. Dieses Mal traf es einen Eurocity. Der Zug war am Sonntagabend von Freiburg nach Offenburg unterwegs, als er auf Höhe der Kreisstraßenbrücke bei Hugsweier mehrere Schottersteine überfuhr. Der Lokführer leitete sofort eine Schnellbremsung ein. Auf der Rheintalbahn kam es in der Folge zu mehreren Zugausfällen und Verspätungen.

Die Mitteilung der zuständigen Bundespolizei zu dem Vorfall liest sich ähnlich wie die zu zwei vorangegangen am 6. und 20. November. Auch da hatten im selben Bereich Steine auf den Schienen gelegen. Einmal wurden ein ICE und ein Güterzug unsanft ausgebremst, das andere Mal eine Regionalbahn. Bei der ersten Tat waren zudem Kabel von den Querschwellen gerissen und über die Gleise gelegt worden.

"Wir haben noch keine Hinweise auf mögliche Verantwortliche", sagt Dieter Hutt im Gespräch mit der Lahrer Zeitung. An einen Zufall glaubt der Sprecher der Offenburger Bundespolizei aber nicht. "Die lokale und zeitliche Häufung der Vorkommnisse ist schon sehr außergewöhnlich. Es spricht vieles für einen örtlichen Bezug des oder der Täter." Auffällig ist, dass die Taten stets am Wochenende in einem vom Dorf aus gut zugänglichen Bereich begangen wurden.

Die Bundespolizei ist derzeit verstärkt mit Streifen an der Bahn bei Hugsweier unterwegs. Um die Steineleger im besten Fall auf frischer Tat zu erwischen – oder zumindest, um Schlimmeres zu verhindern. Laut Hutt stecken der Erfahrung nach nicht selten Kinder und Jugendliche hinter solchen Taten. Sie seien sich der (Lebens-)Gefahr, in die sich dabei selbst begeben, meist nicht bewusst.

Den durch die Vandalen bislang verursachten Schaden beziffert der Polizeisprecher mit "mehreren Tausend Euro". Die Auswirkungen auf den Bahnverkehr nicht eingerechnet. Allein am 6. November kamen bei 18 Zügen insgesamt mehr als 1000 Minuten Verspätungen zusammen, dazu zwei Teilausfälle auf der Strecke der Rheintalbahn. Bei dem Vorfall am 20. November dachte der Lokomotivführer, er habe ein Tier oder gar einen Menschen erfasst. Entsprechend groß war das Aufgebot an Polizei- und Rettungskräften. "Wenn ein Zug über einen Haufen Schottersteine fährt, gibt es einen wahnsinnigen Schlag", erklärt Hutt.

Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren droht

Die Bundespolizei ermittelt wegen gefährlicher Eingriffe in den Bahnverkehr. Dass es sich dabei nicht um ein Kavaliersdelikt handelt, zeigt ein Blick ins Strafgesetzbuch: Den Tätern droht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Die Bundespolizei in Offenburg bittet bei ihren Ermittlungen um die Mithilfe aus der Bevölkerung: Wer in den Abendstunden des 6., 20. oder 28. November im Bereich der Bahngleise bei Hugsweier etwas Verdächtiges wahrgenommen hat, wird gebeten, sich unter Telefon 0781/9 19 00 zu melden.

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