„Selbstbedienung“ in Allmannsweier Milchhausbetreiber suchen Eier-Dieb

Nadine Goltz

Ein Dieb hat in der Nacht von Freitag auf Samstag sein Unwesen im "Milchhäusle" des Binderhofs in Allmannsweier getrieben.

Ein Dieb hat in der Nacht von Freitag auf Samstag sein Unwesen im "Milchhäusle" des Binderhofs in Allmannsweier getrieben. Der Diebstahl zieht Konsequenzen mit sich: Es gibt nun eingeschränkte Öffnungszeiten.

Allmannsweier - 1.51 Uhr: eine eher ungewöhnliche Uhrzeit für einen Großeinkauf im "Milchhäusle" des Binderhofs in Allmannsweier. Honig, Milch und Eier in einem Gesamtwert von rund 100 Euro trug der eingemummte Kunde in den Händen, das konnten die Überwachungskamera in der Nacht von Freitag auf Samstag festhalten. Gezahlt hatte der Unbekannte in schwarzem Kapuzenpulli beim Verlassen des kleinen Selbstbedienungsladens allerdings keinen Cent. "Wir haben diesen Diebstahl natürlich zur Anzeige gebracht", sagte Simon Binder im Gespräch mit der Lahrer Zeitung.

Ab sofort ist das Milchhäusle nur noch tagsüber begehbar

Seit zwei Jahren steht das "Milchhäusle" auf dem Grundstück in der Kürzeller Straße. Die Resonanz sei durchweg positiv. Lediglich vereinzelt sei es zu Diebstählen mit Kleinstbeträgen gekommen – "aber so extrem und mit solch einer Professionalität, mit der der Unbekannte vorgegangen ist, das haben wir noch nicht erlebt", sagt Binder weiter. Daraus müsste eben nun eine Konsequenz folgen, denn ein zweites Mal wolle man einen solchen Diebstahl nicht riskieren. "Bislang war das Milchhäusle rund um die Uhr geöffnet. Nun sehen wir uns gezwungen, den Schlüssel ab 20 Uhr rumzudrehen. Geöffnet ist ab sofort nur noch von 7 bis 20 Uhr." Er wisse, dass einige Kunden auch spät abends noch Lebensmittel erwerben, gerade Schichtarbeiter würde das Selbstbedienungshäuschen sehr entgegenkommen. "Es tut uns wirklich leid für unsere Kunden, aber wir sehen uns zu diesem Schritt gezwungen", sagt der Betreiber.

Wie künftig Diebstähle in dem Selbstbedienungsladen verhindert werden könnten, darüber sei im Bekanntenkreis die Tage über fleißig diskutiert und beraten worden – "von Automaten aufstellen, über einen Tür-Pin bis hin zu Karten, mit denen man ins Innere des Häuschens gelangt war alles dabei". Die Unterstützung sei in jedem Fall gegeben. Vorerst bleibe es aber nur bei den eingeschränkten Öffnungszeiten.

Familie Binder macht in einem Facebook-Post auf die Schuhe aufmerksam

Neben der Anzeige bei der Polizei hat der Binderhof auch per Facebook-Seite über den Diebstahl aufmerksam gemacht (siehe Info). "Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagt Binder. Vor allem auf die markanten Schuhe wurde von Seiten Binders in ihrem Post aufmerksam gemacht – "vielleicht erkennt die Schuhe jemand, wer weiß." Entscheidende Hinweise blieben bislang jedoch aus.

Zahlreiche Reaktionen im Netz

70 Reaktionen und 33 Kommentare kamen bis Mittwoch bei Facebook zum "Milchhäusle"-Vorfall zusammen. Dazu wurde der Post 464 Mal geteilt – unzählige weitere Reaktionen gab es dann wiederum auf die geteilten Inhalte. Aus den Kommentaren ist Frust und Wut herauszulesen: "Unfassbar. Es ist wirklich nicht zu glauben. So eine Dreistigkeit", "Schade, dass es solche Menschen gibt" oder "Richtige Schweinerei, die Menschen sind so dreist geworden."      Einige sprechen ihr Mitgefühl aus, wieder andere spekulieren eifrig über Schuhe und Tasche. "Ich würde sagen das diese markanten Schuhe von Karl Lagerfeld sind", schreibt ein User. Ein weiterer kommentiert: "›Action‹ gibt’s in Kehl und vor allem Frankreich". Ein paar Menschen äußern ihr Bedauern über die eingeschränkte Öffnungszeit: "Da ist man bis Abends arbeiten und froh, so ein toll eingerichtetes Selbstversorgungs-Häuschen zu haben, wo man vor allem auch spät abends noch Lebensmittel aus Direktvermarktung bekommt und dann machen solche Idioten alles zunichte", so eine Nutzerin.

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