Seelbach Zukunft

Von links: Die jüngsten Darsteller der Freilichtspiele, Lia, Naemi, Jona und Samuel freuen sich schon auf ihren Auftritt bei den diesjährigen Freilichtspielen. Foto: Baublies Foto: Lahrer Zeitung

Die Jüngsten der Seelbacher Darsteller in diesem Jahr bei "Zorro" sind Naemi (vier Jahre) ihre fünf Jahre ältere Schwester Lia, der gleichaltrige Jona und Samuel (acht Jahre). Lia und Samuel sind nicht das erste Mal mit von der Partie.

Die Unterschiede zwischen den Darstellern aus Seelbach und professionellen Schauspielern, in der Regel aus Wien, verwischen bei den Freilichtspielen mehr und mehr. Das liegt auch daran, dass etliche der heimischen Spieler auf eine lange Bühnenerfahrung zurückblicken und dass viele der Darsteller aus der Region als Kinder und Jugendliche hier angefangen haben. Einige haben sogar den Sprung vom Amateurtheater an die Schauspielschule geschafft und wollen ihr Hobby zum Beruf machen.

Seelbach. Zur Ouvertüre des diesjährigen Stücks, dem Auflauf der meisten Darsteller vor der Cantina, gehört eine Szene am Rande. Samuel soll Lia eine Blume übergeben. Am Anfang der Proben traten alle in Alltagskleidung auf, Requisiten waren da noch Nebensache. Samuel fragte aber ganz selbstverständlich nach der Blume für diese Geste. Katja Thost-Hauser zuckte da keinen Augenblick zurück. Und erwiderte – leicht Wienerisch: "Ihr seid Schauspieler, stellt‘s euch die Blume halt vor." Was prompt geschehen ist. Samuel macht den Diener und übergibt Lia – nichts. Dafür wedelt diese huldvoll mit dem Fächer. Die Szene ist auch in Shorts, T-Shirts und Sandalen und ohne Plastikaccessoire sehr gelungen gewesen. Naemi erklärt ihre Premiere in diesem Jahr mit der umwerfenden Logik einer Vierjährigen. "Meine Mama hat mich angemeldet." Das die Schwester Lia, die diese Jahr das vierte Mal mit von der Partie ist, wieder dabei ist, dürfte da auch etwas dazu beigetragen haben. Sicher spielt auch eine Rolle das Silvia Franke, die Mutter, für einen Teil der Choreografie hinter der Bühne verantwortlich ist. So ähnlich sieht es bei Samuel aus, der ebenfalls das vierte Mal mitspielt. Die Erklärung ist ganz einfach: Die große Schwester Josefine ist noch länger dabei.

Lia und Samuel haben also soviel Erfahrung, das die Szene auch ohne Blume als gelungen gelten kann. Einen Tag später gibt es diese Geste, immer noch ohne Kostüme, aber von da an mit Plastikblume zu sehen. Der Unterschied ist kaum sichtbar. Da hat die Regie also recht gehabt. Jona ist "irgendwer aus dem Dorf", das reicht ihm für den ersten Auftritt aus. Auch Naemi hat noch keine Sprechrolle bekommen. Aber das Nesthäkchen wird einen großen Auftritt ganz vorne auf der Bühne haben – zusammen mit der Schwester.

Da die Regisseurin der Meinung ist, dass diese Szene die Besucher sehr rühren wird, gebietet das, hier zu schweigen. Nur so viel: Die Wahrscheinlichkeit, dass Katja Thost-Hauser recht behalten wird, ist ziemlich groß. Lia kann sich an den Sommernachtstraum im Jahre 2016 erinnern, auch wenn das nicht ihre erste Rolle bei den Freilichtspielen gewesen ist. "Ich war da eine Fee." Dem ist nichts hinzuzufügen. Oder doch: "Katja sagt, dass ich ein halber Profi bin." Wer das gesagt hat? Sicher war es nicht Naemi. Das Wort "Profi" gehört noch nicht zum Wortschatz einer Vierjährigen.

Dann heißt es, wie jedem Abend von 18 Uhr an: "Auf Position!" Inzwischen tragen auch die vier jüngsten ihre Kostüme. Sie gehören zu den Spaniern. Eine Blume mit Diener vor der Dame mit dem Fächer würde auch nicht richtig zu den Indianern passen.

  • Bewertung
    0