Seelbach Wo ist das Känguru? Halterin besorgt

Heike Oppermann streichelt eines ihrer Kängurus. Solch ein Beuteltier ist ihr vor mehr als zwei Wochen durch ein inzwischen geflicktes Loch im Zaun entwischt und könnte am Sonntag in Seelbach gesichtet worden sein. Foto: Archiv: Schabel

Seelbach/Kenzingen - Das in Bombach bei Kenzingen entlaufene Känguru, das am Sonntag auch in Seelbach gesehen worden sein soll, ist weiter auf freiem Fuß. Wie man auf die Idee kommt, Kängurus zu halten, darüber gibt die Halterin des vermissten Kängurus Auskunft.

 

Heike Oppermann konnte am Dienstag nichts Neues über das seit mehr als zwei Wochen vermisste junge Känguru vermelden. Bis zum Nachmittag zumindest gab es keine weiteren Sichtungen. Nachdem sie sich am Montag bereits in Seelbach im Waldstück umsah, in dem die Wildkamera eine Aufnahme von dem Beuteltier machte, war Oppermann auch noch in Weisweil unterwegs, wo das Känguru am Montag gesehen worden sein soll – ohne Ergebnis. Sie nehme sich viel Zeit, wenn sie den Hinweisen nachgeht. "ich schaue mich um, laufe herum und versuche, vielleicht auch etwas zu hören." Jedes Mal fährt sie raus, wenn jemand meint, das Tier gesehen zu haben. Das kann wie am Montag auch schon mal fast den gesamten Tag einnehmen. Das namenlose Känguru, ein junger Bock, sei bei ihr geboren. Natürlich mache sie sich auch Sorgen. "Aber es gibt noch keine eindeutige Spur. Alle vermuten etwas, aber wirklich wissen tut noch niemand etwas über den Aufenthaltsort."

Sechs Kängurus besitze die Jugend- und Heimerzieherin im Moment. Dabei handelt es sich um Bennett-Wallabys, eine tasmanische Känguru-Unterart. Diese Rasse ist kleiner und dickfelliger als ihre aus­tralischen Verwandten und wird in Deutschland von Privatpersonen gehalten. Oppermann hat ihre Wallabys 2007 von einem Züchter in Thüringen erworben; es sind Tiere, die in Gefangenschaft geboren wurden.

Kängurus sind dämmerungs- und nachtaktive sowie friedliche Pflanzenfresser. Aggressiv werden sie nur, wenn die Männchen Kämpfe um die Rangordnung oder die Weibchen austragen. Von ihrer Besitzerin lassen sie sich das Fell kraulen, bei Fremden hüpfen sie lieber ein paar Schritte davon. Es sind scheue Wildtiere, die sich für einen Streichelzoo nicht eignen.

Begonnen hat ihre Begeisterung für die flauschigen Beuteltiere bei einem Besuch in Australien 2006, erzählt Oppermann. "Die Tiere strahlen Ruhe aus, wirken aber auch kraftvoll, sie haben mich sofort fasziniert." Nach ihrer Rückkehr sei ihr klar geworden, dass sie auch zu Hause Kängurus um sich haben will.

Ihre Tiere füttert Oppermann mit einem Apfel-Karotten-Müslimix, wie er auch Pferden gegeben wird, außerdem mit frischem Kopfsalat, Karotten sowie geschälten und entkernten Äpfeln. Die Tiere fressen nicht viel – das sollen sie auch nicht, da sie sonst Fett ansetzen, das ihrer Gesundheit schadet.

Ihre Kängurus sind etwa einen Meter groß und können bis zu 1,60 Meter hoch springen, berichtet Oppermann. Das Außengehege hat sie mit einem zwei Meter hohen, blickdichten Zaun umgeben. Schon einmal hatte sie trotzdem einen Ausbruch zu beklagen: Kängurudame "Sally" büxte im April 2013 aus. Ihre Flucht dauerte knapp drei Wochen. Letztlich wurde "Sally" von ihrer Besitzerin in einem Garten in Bombach wieder eingefangen. "Sally war auch froh, als ich sie wieder nach Hause geholt habe, sie hat gemerkt, dass es ihr hier viel besser geht als in freier Wildbahn." Oppermann hofft, bald auch den jetzigen Ausbrecher wieder bei sich zu haben. Wo sie ihn letztlich findet, bleibt abzuwarten.

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