Seelbach Ferienprogramm: Wie einst Robin Hood

Andreas Ebinger und Wim Cannie (rechts) zeigten den Kindern, wie man mit Pfeil und Bogen schießt. Foto: Kiryakova

Seelbach - Wie einst Robin Hood mit Pfeil und Bogen schießen: Dazu waren Kinder erstmals im Rahmen des Seelbacher Ferienprogramms eingeladen. Der Verein Communis Considere veranstaltete ein mittelalterliches Bogenturnier.

Auf einer Wiese an der Schutter in der Nähe des Rückhaltebeckens hatten die "Ritter" ihr Lager aufgeschlagen. Vor den zwei Zelten brannte ein Lagerfeuer, Holzmobiliar auf Schafsfellen und ein Bogenstand ergänzten die Einrichtung. Andreas Ebinger alias Ritter Hermann und seine Frau, die "edle Vrouwe" Kathrin Ebinger vom mittelalterlichen Verein "Communis Considere" aus Kappel-Grafenhausen zeigten den Kindern mittelalterliches Lagerleben und luden sie zum Bogenschießen ein. Die Idee hatte Wim Cannie aus Wittelbach, der Mitglied bei "Communis Considere" ist und Erfahrung als "Haudegen", genauer mit Schwertkämpfen hat – er tritt hiermit bei den Erlebnisburgführungen auf der Geroldseck hat.

Andreas Ebinger und Wim Cannie gaben klare Anweisungen: Drei Finger halten den Pfeil, Rücken gerade, das Ziel genau anvisieren – und loslassen. Bei den ersten Versuchen landeten die meisten Pfeile vor dem Ziel im Gras. Einige trafen immerhin die gut sichtbare Scheibe.

Gar nicht so einfach, das Ziel zu treffen

David (zwölf Jahre) und Johann (elf Jahre) hatten Bogenschießen bereits ausprobiert. "Es ist nicht so einfach, wie wir dachten", geben beide zu. Mit der Präzisierung: "Das Ziel zu treffen ist sehr schwer." Das bestätigt Cannie. Es sei nicht einfach für die Kinder, die richtige Körperhaltung zu wahren, sobald sie den Bogen anspannen.

Angetreten waren insgesamt 23 "Ritter" im Alter von acht bis 13 Jahren und drei etwa gleichaltrigen Burgfräulein. Lisa, Lara (beide acht Jahre) und Lia (zehn Jahre) schlugen sich tapfer. Die drei Schützinnen waren sich einig: "Es macht viel Spaß."

Bei den vielen Teilnehmern gab es als Ersatz einen zweiten Schießstand. Hier konnte, wer wollte – mit mehr Erfolg – mit einer kleinen Armbrust auf andere Ziele schießen. Da hier etliche der Schützen genauer trafen, war diese Alternative begehrt. Solange der Besuch der Berichterstatterin andauerte, traf allerdings niemand genau in die Mitte der Scheibe der Bogenschützen, ein roter Punkt. Der Abstand betrug rund fünf Meter.

Stärkung gab es in den Pausen bei Pfannkuchen und kalten Getränken am Lagerfeuer. Dazu konnten sich die Kinder in einer großen Runde um das Lagerfeuer setzen, dort wartete vorbereiteter Teig für Stockbrot. Beim Ferienangebot am Samstag waren zwei Kinder vom Campingplatz dabei. Am Sonntag gab es das ganze Programm noch einmal für Feriengäste oder deren Kinder auf dem Campingplatz.

Die Idee ist gut angekommen, freuten sich Cannie und das Ehepaar Ebinger über die positive Resonanz der Kinder. Deshalb wird es wohl auch nächstes Jahr in den großen Ferien möglich sein, mit Pfeil und Bogen zu schießen. Das Interesse an diesen mittelalterlichen Spielen, aber auch an der Burgruine auf dem Berg oberhalb des Schönbergs würde stetig zunehmen, war von den Ebingers und Wim Cannie zu erfahren.

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